Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, warum phantastische Kinder- und Jugendliteratur sich für die Nutzung im Schulunterricht der Grundschule besonders gut eignet. Hierfür werden nach der Klärung des Begriffs ‚Phantastik’ die Funktionen dieser Literaturgattung erläutert und im Hinblick auf das exemplarisch genutzte Werk Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende analysiert.
Darauf aufbauend sollen im weiteren Verlauf Methoden erarbeitet werden, wie phantastische Kinder- und Jugendliteratur im Grundschulunterricht eingesetzt werden kann. Abschließend wird die Eignung phantastischer Kinder- und Jugendliteratur und insbesondere die Eignung des Werkes Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer für den Unterricht bewertet und in einem Fazit festgehalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung – Phantastik
2.1. Der minimalistische Ansatz nach Todorov
2.2. Der maximalistische Ansatz nach Haas
2.3. Das Zwei-Welten-Modell nach Maria Nikolajewa
2.4. Klassifizierung von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer als phantastisches Kinderbuch
3. Funktionen phantastischer Kinder- und Jugendliteratur
3.1. Funktionen phantastischer Kinder- und Jugendliteratur nach Haas
3.2. Funktionen nach Haas in Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
3.3. Methodischer Einsatz von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer im Grundschulunterricht
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial phantastischer Kinder- und Jugendliteratur für den Grundschulunterricht am Beispiel von Michael Endes "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Dabei wird analysiert, inwiefern das Werk durch theoretische Definitionen der Phantastik klassifiziert werden kann und welche pädagogischen Funktionen die Lektüre für die kindliche Entwicklung und Konfliktbewältigung bietet.
- Theoretische Grundlagen der Phantastik (Todorov, Haas, Nikolajewa)
- Klassifizierung von "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" als phantastische Literatur
- Positive Funktionen phantastischer Texte für Kinder
- Pädagogische Ansätze zur Vermittlung im Grundschulunterricht
- Förderung von Empathie und Lesemotivation durch literarische Helden
Auszug aus dem Buch
3.3. Methodischer Einsatz von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer im Grundschulunterricht
Die Analyse der Funktionen von phantastischer Kinder- und Jugendliteratur nach Haas zeigt bereits, wie vielfältig das Werk Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende ist. Bei der Beschäftigung mit Michael Endes phantastischem Werk im Grundschulunterricht sollte diese Vielfältigkeit hervorgehoben und nicht unterbunden werden. Um die Vielfältigkeit dieses Buches zu untermalen, sollte bei der Thematisierung des Buches im Unterricht methodisch folgender von Gerhard Haas formulierter Grundsatz berücksichtigt werden:
„Der sinnlichen Komplexität und Konkretheit phantastischer Texte muß eine alle Sinne in Anspruch nehmende Vermittlung entsprechen (Haas 1982, S.22).“
Nach Haas aufgezeigtem Grundsatz zur methodischen Vermittlung phantastischer Literatur ist es von großer Bedeutung, alle Sinne bei der Beschäftigung mit Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer im Unterricht miteinzubeziehen. Der Einbezug der Sinne soll den Schülern die Möglichkeit bieten, intensiver in eine fiktive Welt einzutauchen und sich mit Problemen und konkreten Situationen auseinanderzusetzen. Mit unterschiedlichen Methoden, die mehrere Sinne beanspruchen, sollen die Schüler einen besseren Zugang zum literarischen Text herstellen können. Nach dem Lesen einer Textstelle oder Kapitels aus Michael Endes phantastischem Kinder- und Jugendbuch, bietet sich nach Jana Mikota und Iris Wolfs didaktischer Behandlung eines phantastisches Werkes im Unterricht eine Imaginationsphase an. In dieser Phase kann sich in einem freien Unterrichtsgespräch über die Leseerfahrung ausgetauscht und diese zum Beispiel in Form einer Mind-Map an der Tafel festgehalten werden (vgl. Mikota & Wolf 2014, S.4). In dem elften Kapitel aus Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer werden die Leser mit viel Bekanntem, aber auch einer Menge an Neuem konfrontiert. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer treffen den Kaiser Pung Ging von Mandala (China) und erhalten einen Eindruck vom kaiserlichen Leben. Vieles in dem Kapitel niedergelegtes wird den Schülern aus ihrem Alltag bekannt vorkommen. Es wird in dem Palast, wie es der Normalität des Lesers entspricht, mit Besteck gegessen oder das Spiel Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gespielt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit skizziert den Wandel der Kinderliteratur und begründet die Wahl von Michael Endes Werk für den Einsatz im Grundschulunterricht.
2. Begriffsbestimmung – Phantastik: Dieses Kapitel definiert den Phantastikbegriff anhand der Ansätze von Todorov, Haas und Nikolajewa und klassifiziert "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" als phantastische Literatur.
3. Funktionen phantastischer Kinder- und Jugendliteratur: Hier werden die positiven Funktionen phantastischer Erzählungen nach Haas erläutert, auf das Beispielwerk angewandt und methodische Ansätze für den Unterricht abgeleitet.
4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass phantastische Kinderliteratur die Persönlichkeitsbildung und Lesekompetenz fördert und daher verstärkt im Unterricht eingesetzt werden sollte.
Schlüsselwörter
Phantastik, Michael Ende, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Grundschulunterricht, Kinderliteratur, Leseförderung, Gerhard Haas, Tzvetan Todorov, Maria Nikolajewa, Literaturdidaktik, Abenteuer, Schullektüre, Phantasie, pädagogische Funktionen, Persönlichkeitsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Nutzen phantastischer Kinder- und Jugendliteratur für den Unterricht an Grundschulen am Beispiel des Werkes "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer".
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Definition von Phantastik, die Analyse der Funktionen dieser Literatur für Kinder sowie praktische didaktische Methoden zur Vermittlung im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, warum sich phantastische Kinderliteratur besonders gut für den Grundschulunterricht eignet und wie sie die Entwicklung und das Weltverständnis von Kindern unterstützen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um verschiedene Definitionen der Phantastik auf das Werk von Michael Ende anzuwenden und didaktische Konzepte zur Unterrichtsgestaltung aus der Fachliteratur zu extrahieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Funktionen phantastischer Literatur nach Gerhard Haas und die Erarbeitung konkreter Unterrichtsmethoden wie Imaginationsphasen, Figurenanalyse und Rollenspiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Phantastik, Grundschulunterricht, Leseförderung und die literaturtheoretischen Ansätze von Haas und Todorov charakterisieren.
Wie trägt das Werk "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" zur Bewältigung seelischer Konflikte bei?
Durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Waisenkindes Jim Knopf können Kinder eigene Ängste reflektieren und an den Lösungsstrategien der Buchfiguren wachsen, indem sie emotionale Distanz zum eigenen Alltag gewinnen.
Welche Bedeutung hat das Zwei-Welten-Modell in dieser Untersuchung?
Es dient dazu, das Lummerland als Primärwelt und die abenteuerlichen Schauplätze als Sekundärwelt zu identifizieren, was das Buch eindeutig als phantastische Literatur innerhalb der Erzähltheorie einordnet.
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- Ann-Kathrin M. (Author), 2016, Funktionen phantastischer Kinderliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/371210