Die vorliegende Portfolio gliedert sich in drei Fragebereiche, die Themen des Seminars „Mobbing/ Bullying in der Grundschule“ aufgreift und ebenso Rückbezug auf die Vorlesung „Kindheit und Entwicklung“ mit dem begleitenden Tutorium nimmt.
Wie lässt sich Bullying mit psychologischen Theorien des Lernens in Verbindung bringen?
Welche Annahmen liegen dem ‚Participant-Rolle-Approach‘ zugrunde?
Wie würde ich das Thema Bullying an einer Schule angehen?
Inhaltsverzeichnis
1. Wie lässt sich Bullying mit psychologischen Theorien des Lernens in Verbindung bringen?
1.1 Welche Annahmen liegen dem Behaviorismus zugrunde?
1.2 Welche veränderte Sichtweise bieten kognitivistische Theorien auf das Lernen?
1.3 Wie sind kognitiv-behaviorale Trainings verankert?
2. Welche Annahmen liegen dem ‚Participant-Rolle-Approach‘ zugrunde?
2.1 Wie war das methodische Vorgehen?
2.2 Welche signifikanten Untersuchungserkenntnisse gab es zu verzeichnen?
2.3 Welche Erklärungsansätze liegen zu den ‚Participant-Roles‘ vor?
2.4 Wie kann der ‚Participant-Role-Approach‘ eingeschätzt werden?
3. Wie würde ich das Thema Bullying an einer Schule angehen?
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio setzt sich mit den theoretischen Grundlagen von Bullying und den Interventionsmöglichkeiten in Schulen auseinander, um ein Verständnis für die gruppendynamischen Prozesse innerhalb von Klassen zu entwickeln und konkrete Handlungsoptionen für Lehrkräfte abzuleiten.
- Psychologische Lerntheorien als Basis für Verhaltensänderungen
- Der gruppendynamische Participant-Role-Approach nach Salmivalli
- Soziale Kompetenzen und deren Bedeutung bei Bullying-Prozessen
- Interventionsprogramme wie das fairplayer.manual und das Olweus-Programm
- Reflexion der Rolle der Lehrkraft und der Verantwortungsdiffusion
Auszug aus dem Buch
1. Frage: Wie lässt sich Bullying mit psychologischen Theorien des Lernens in Verbindung bringen?
Bullying bezeichnet den Prozess, „wenn [ein Schüler oder eine Schülerin] wiederholt und über eine längeren Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist.“ Eine negative Handlung meint eine bewusst herbeigeführte Verletzung oder Schädigung einer/s Mitschülerin/s auf verbaler, nonverbaler oder körperlicher Ebene. Dabei ist entscheidend, dass ein Ungleichgewicht zwischen den Bullying-Parteien besteht bzw. wahrgenommen wird. Dieses kräftemäßige Ungleichgewicht kann beispielsweise auf „physischer Kraft, verbalen oder sozialen Kompetenzen oder dem zugeschriebenen Status der Peer-Gruppe basieren.“
Die Ursachen für Bullying sind nicht eindeutig ergründet: Während einige Ansätze die Persönlichkeitsstruktur der Täter und die Beziehung zwischen Täter und Opfer in den Fokus nehmen, ziehen andere Ansätze einen gruppendynamischen Aspekt des Bullying heran. Ein Bespiel für einen gruppendynamischen Ansatz ist der ‚Participant-Role-Approach‘ von Salmivalli et al. aus dem Jahr 1996, der in der vorliegenden Arbeit im 2. Fragenbereich ausführlich vorgestellt wird. Als grundlegende äußere Erscheinungsformen des Bullyings sind physisches Bullying, verbales Bullying und relationales/ beziehungsbezogenes Bullying zu nennen.
Der Terminus ‚Bullying‘ wird im Zusammenhang mit dem Schulalltag verwendet und leitet sich von dem englischen Wort ‚bully‘ (= harter Kerl) ab. Einzeltäter sind damit ebenso eingeschlossen, wie auch Übergriffe einer Gruppe von SchülerInnen. Weiterhin ist das Stattfinden in relativ stabilen Gruppen für den Bullying-Prozess kennzeichnend, in denen Opfer und Täter einander bekannt sind und in einer Art Zwangsgemeinschaft aufeinandertreffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wie lässt sich Bullying mit psychologischen Theorien des Lernens in Verbindung bringen?: Dieses Kapitel untersucht Bullying durch die Brille behavioristischer und kognitivistischer Lerntheorien, um die Grundlagen für Verhaltensänderungen im schulischen Kontext zu klären.
2. Welche Annahmen liegen dem ‚Participant-Rolle-Approach‘ zugrunde?: Hier wird Bullying als gruppendynamischer Prozess analysiert, bei dem Schüler verschiedene soziale Rollen einnehmen, die den Bullying-Prozess stützen oder abschwächen können.
3. Wie würde ich das Thema Bullying an einer Schule angehen?: Der abschließende Teil reflektiert praktische Interventionsansätze und betont die Notwendigkeit von Präventionsprogrammen sowie einer ganzheitlichen Betrachtung der Schulkultur.
Schlüsselwörter
Bullying, Mobbing, Lerntheorien, Behaviorismus, Kognitivismus, Participant-Role-Approach, gruppendynamische Prozesse, soziale Kompetenz, fairplayer.manual, Olweus-Programm, Prävention, Intervention, Verantwortungsdiffusion, Schulklima, Peer-Gruppe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit Bullying an Grundschulen unter Einbeziehung psychologischer Theorien und gruppendynamischer Ansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Lerntheorien, den Participant-Role-Approach nach Salmivalli, soziale Kompetenzen von Schülern und Interventionsmaßnahmen gegen Bullying.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Durchdringung von Bullying-Prozessen, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte zur Intervention und Prävention abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung von Studien wie denen von Salmivalli et al. und Olweus basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung durch Lerntheorien, die Analyse von Rollen innerhalb der Klassengemeinschaft und die praktische Anwendung von Interventionsprogrammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bullying, Gruppendynamik, Intervention, soziale Kompetenz und Rollenverhalten.
Warum spielt die Rolle der Bystander eine so zentrale Bedeutung bei Salmivalli?
Die bystander-Rollen (Zuschauer) stützen oder beenden durch ihr Verhalten das „System Bullying“, weshalb ihre Identifikation für Lehrkräfte entscheidend ist.
Welche Herausforderung sieht die Autorin bei der Implementierung von Gegenmaßnahmen in der Sekundarstufe?
Die Autorin hebt den hohen Verwaltungsaufwand und die Distanz von Fachlehrern zu den Schülern als Barrieren für eine frühzeitige Intervention hervor.
- Arbeit zitieren
- Katharina Preuth (Autor:in), 2012, Mobbing/ Bullying in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/370991