Ausgehend von standortthoeretischen Überlegungen werden wichtige Instrumente der Betriebswirtschaftlehre auf ihre Eignung für die Standortplanung, -bewertung und -controlling hin untersucht und daraus im 2. Hauptteil der Arbeit ein Leitfaden für ein Standortcontrolling entwickelt, welches auch für kleinere und mittlere Unternehmen anwendbar ist.
Inhaltsverzeichnis
TEIL A: STANDORTTHEORETISCHE ANSÄTZE UND BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR STANDORTENTSCHEIDUNGEN
1. EINLEITUNG
2. VERSCHIEDENE THEORIEANSÄTZE FÜR STANDORTENTSCHEIDUNGEN
2.1. Die traditionelle Standorttheorie nach Weber und Behrens
2.2 Die monopolistische Theorie der Direktinvestition
2.3. Der Ansatz von Tesch
2.4. Eklektische Theorie von Dunning
2.5. Das EPRG-Modell von Perlmutter und seine Erweiterung durch Meffert
2.6. Die Theorie des nationalen Diamanten von Porter
3. INVESTITIONSMOTIVE BEI DER STANDORTENTSCHEIDUNG
4. BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR DIE STANDORTENTSCHEIDUNG
4.1. Verfahren der Investitionsrechnung
4.1.1. Die statischen Investitionsrechnungsverfahren
4.1.2. Die dynamischen Investitionsrechnungsverfahren
4.1.3. Beurteilung der Investitionsrechnungsverfahren im Zusammenhang mit Standortentscheidungen
4.2. Qualitative Bewertungsverfahren
4.2.1. Checklisten
4.2.2. Nutzwertanalyse
4.2.3. Country-Ratings
5. KRITISCHE ANALYSE DER BISHERIGEN THEORIEN UND BEWERTUNGSVERFAHREN
TEIL B: LEITFADEN IN- UND AUSLÄNDISCHE STANDORTE RICHTIG BEWERTEN MIT VERSTETIGUNG ZUM STANDORTCONTROLLING
1. STRATEGIEERKLÄRUNG UND ABLEITUNG ERFOLGSKRITISCHER STANDORTFAKTOREN – ÜBERPRÜFUNG DER PASSFÄHIGKEIT VON WETTBEWERBS- UND INTERNATIONALISIERUNGSSTRATEGIE
1.1 Motive internationaler Standortentscheidungen
1.2 Vertriebs-, Service-, Produktions- und FuE-Präsenz im Ausland – Ein Stufenmodell
1.3 Strategischer Spielraum zwischen regionaler und globaler Vorleistungs- und Absatzorientierung
1.4 Matrix zur Überprüfung der strategischen Passfähigkeit
2. ERWEITERTE SYSTEMATIK VON STANDORTFAKTOREN FÜR INTERNATIONALE STANDORTENTSCHEIDUNGEN
3. DYNAMISCHE BEWERTUNG VON ZUKUNFTSBILDERN – SZENARIOBASIERTE STANDORTBEWERTUNG
3.1 Szenariotechnik
3.2 Szenarioanalyse und Standortbewertung
3.2.1 Entwicklung der Performancefaktoren
3.2.2 Entwicklung der Umfeldfaktoren
3.3 Szenariobasierte Wirtschaftlichkeitsrechnung anhand eines Beispiels
Zwischenfazit
4. STANDORTCONTROLLING/-MONITORING ZUR STRATEGISCHEN FRÜHWARNUNG
4.1 Standortcontrolling
4.2 Balanced Scorecard
4.3 Die Standort-BSC als integrativer Rahmen einer dynamischen Standortbewertung
4.4 Anwendung der Standort-BSC für ein strategisches Standortcontrolling (i.S. der Frühaufklärung)
Zwischenfazit
5. DAS STANDORTCONTROLLING-KONZEPT
Der Einfluss der Umwelt auf den Controller
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Instrumente für eine strategisch fundierte Standortbewertung und ein verstetigtes Standortcontrolling in kleinen und mittleren Unternehmen zu entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie eine Passfähigkeit zwischen der Unternehmensstrategie und der Internationalisierungsstrategie hergestellt werden kann und wie dynamische Bewertungsverfahren sowie moderne Controlling-Instrumente zur strategischen Frühaufklärung beitragen können.
- Analyse theoretischer Standortansätze und klassischer Bewertungsverfahren
- Entwicklung eines Leitfadens zur strategischen Passfähigkeitsprüfung
- Systematische Einordnung von Standortfaktoren für internationale Entscheidungen
- Szenariobasierte Bewertungsmethodik zur Berücksichtigung von Zukunftsununsicherheiten
- Implementierung der Standort-Balanced Scorecard für ein strategisches Standortcontrolling
Auszug aus dem Buch
2.1. Die traditionelle Standorttheorie nach Weber und Behrens
„Die Standortbestimmungslehre hat ihren Ursprung in der „reinen Theorie des Standortes“ von Alfred Weber.“ Er führt in seiner Theorie der industriellen Standortwahl den Begriff des Standortfaktors in die Analyse der einzelbetrieblichen Standortwahl ein und zeigt, dass sich die Wahl eines Betriebsstandortes aus dem Zusammenwirken von Standortfaktoren erklären lässt. Der „Standortfaktor ist einer seiner Art nach scharf abgegrenzter Vorteil, der für eine wirtschaftliche Tätigkeit dann eintritt, wenn sie sich an einem bestimmten Ort oder auch generell an Plätzen bestimmter Art vollzieht“. Ein Faktor ist für die Standortwahl aber nur von Bedeutung, wenn er sich in den Kosten oder Erlösen des Unternehmens monetär oder nicht monetär auswirkt und in Verfügbarkeit, Qualität und/oder Preis räumlich differiert. Daraus ergeben sich für Unternehmen an verschiedenen Standorten jeweils unterschiedliche Bedingungen, die bei einer Standortwahl berücksichtigt werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der wachsenden Bedeutung der Internationalisierung für kleine und mittlere Unternehmen durch Globalisierungseffekte.
2. VERSCHIEDENE THEORIEANSÄTZE FÜR STANDORTENTSCHEIDUNGEN: Erläuterung etablierter Standorttheorien, von traditionellen Modellen (Weber) bis zu modernen Ansätzen wie dem nationalen Diamanten von Porter.
3. INVESTITIONSMOTIVE BEI DER STANDORTENTSCHEIDUNG: Ableitung zentraler Motive wie Kostenreduktion, Absatzmarkt-Erschließung und technologische Wissenssicherung.
4. BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR DIE STANDORTENTSCHEIDUNG: Untersuchung quantitativer Investitionsrechnungen sowie qualitativer Verfahren wie Nutzwertanalyse und Country-Ratings.
5. KRITISCHE ANALYSE DER BISHERIGEN THEORIEN UND BEWERTUNGSVERZEICHNIS: Aufzeigen der Notwendigkeit, den Strategiefaktor und dynamische Entwicklungen in die Standortplanung zu integrieren.
1. STRATEGIEERKLÄRUNG UND ABLEITUNG ERFOLGSKRITISCHER STANDORTFAKTOREN – ÜBERPRÜFUNG DER PASSFÄHIGKEIT VON WETTBEWERBS- UND INTERNATIONALISIERUNGSSTRATEGIE: Präsentation der Methodik zur Sicherstellung strategischer Stimmigkeit zwischen Wettbewerbs- und Internationalisierungszielen.
2. ERWEITERTE SYSTEMATIK VON STANDORTFAKTOREN FÜR INTERNATIONALE STANDORTENTSCHEIDUNGEN: Vorstellung eines erweiterten Katalogs für kritische Standortfaktoren inklusive Performance- und Netzwerkpotenzialen.
3. DYNAMISCHE BEWERTUNG VON ZUKUNFTSBILDERN – SZENARIOBASIERTE STANDORTBEWERTUNG: Integration von Szenarioanalysen in die Wirtschaftlichkeitsrechnung, um Unsicherheiten planbar zu machen.
4. STANDORTCONTROLLING/-MONITORING ZUR STRATEGISCHEN FRÜHWARNUNG: Konzeption der Standort-BSC als Rahmen für strategisches Monitoring und frühzeitige Identifikation von Chancen und Risiken.
5. DAS STANDORTCONTROLLING-KONZEPT: Betrachtung der Rolle des Controllers in einem dynamischen, von Unsicherheit geprägten Umfeld.
6. FAZIT: Zusammenfassung der Praxistauglichkeit der entwickelten Instrumente für mittelständische Unternehmen.
Schlüsselwörter
Standortentscheidung, Standortbewertung, Standortcontrolling, Internationalisierung, Standortfaktoren, Investitionsmotive, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Szenarioanalyse, Balanced Scorecard, Strategische Passfähigkeit, Unternehmensstrategie, Frühaufklärung, Wettbewerbsvorteile, Produktionsverlagerung, Standort-BSC
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Unterstützung von Unternehmen bei der Wahl und Bewertung internationaler Standorte, wobei ein besonderer Fokus auf der Integration strategischer Controlling-Instrumente liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen theoretische Grundlagen der Standortwahl, Investitionsrechnungsverfahren, qualitative Bewertungsmethoden, Strategieentwicklung und moderne Controlling-Instrumente wie die Balanced Scorecard.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Instrumente bereitzustellen, die Unternehmen helfen, die Passfähigkeit ihrer Internationalisierungsstrategie mit ihrer Wettbewerbsstrategie zu prüfen und das Standortmanagement durch Controlling-Methoden zu verstetigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der Standorttheorien, den Abgleich empirischer Daten aus Fraunhofer-Studien zur Bestimmung von Erfolgsmustern sowie die Ableitung von Entscheidungsmatrizen und Szenario-Techniken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Ansätze (Teil A) und einen praktischen Leitfaden für ein verstetigtes Standortcontrolling (Teil B), inklusive der Anwendung der Szenariotechnik und der Balanced Scorecard.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Standortentscheidung, Standortcontrolling, strategische Passfähigkeit, Szenarioanalyse, Standort-BSC und Internationalisierungsstrategie.
Was genau ist die "Strategische Passfähigkeit" im Kontext dieser Arbeit?
Es beschreibt den strategischen Einklang zwischen den gewählten internationalen Standortzielen (z.B. Kostenführerschaft durch Billiglohnländer vs. Technologieführerschaft durch Clusternähe) und der übergeordneten Wettbewerbsstrategie des Unternehmens.
Warum ist die traditionelle Investitionsrechnung für Standorte laut der Autoren unzureichend?
Sie kritisiert, dass statische und dynamische Investitionsrechnungen oft zu eng auf rein monetäre Faktoren fokussieren und langfristige qualitative sowie dynamische Umfeldveränderungen vernachlässigen.
Welchen Vorteil bietet die Standort-BSC gegenüber klassischen Ansätzen?
Sie ermöglicht eine mehrdimensionale Sicht auf den Standort und verknüpft strategische Ziele über Ursache-Wirkungsketten mit operativen Kennzahlen, was eine strategische Frühaufklärung durch Monitoring und Ampelsysteme erlaubt.
- Arbeit zitieren
- Patric Heby (Autor:in), Patrick Stern (Autor:in), 2004, Standortentscheidungen: Standortplanung, -bewertung und -controlling, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/37041