Die vorliegende Proseminararbeit beschäftigt sich mit dem Buch "Alle gegen Esra" der Autorin Aygen-Sibel Çelik und setzt sich zum Ziel, aufzuzeigen, wie das Buch dazu verwendet werden kann, einen Unterricht zu konzipieren, mit dem interkulturelle Kompetenzen vermittelt werden können.
Nach einem Exkurs in das Themenfeld der problemorientierten Jugendliteratur wird dargelegt, was gemeinläufig unter interkultureller Kompetenz verstanden wird.
Es folgt eine kurze Inhaltsangabe des Buches "Alle gegen Esra", wobei einige zentrale und interessante Aspekte des Buches gesondert beleuchtet werden.
Den letzten, aber womöglich wichtigsten Teil der Arbeit ist in Form eines vorgeschlagenen zweistündigen Unterrichtkonzeptes gestaltet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Problemorientierte Kinder- und Jugendliteratur
2. Interkulturelles Lernen
3. Mobbing
4. Das Buch Alle gegen Esra von von Aygen-Sibel Çelik
5. Unterrichtsplanung
5.1. Handlungsorientiertes Arbeiten mit dem Text
5.2. Bemerkungen zum Unterrichtskonzept
5.3. Planungsmatrix
5.4. Unterrichtsmaterial
5.5. Ergänzende Anmerkungen:
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Proseminararbeit ist es, aufzuzeigen, wie das Jugendbuch "Alle gegen Esra" von Aygen-Sibel Çelik gezielt im Deutschunterricht eingesetzt werden kann, um interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln und ein tieferes Verständnis für soziale Konflikte zu schaffen.
- Analyse der problemorientierten Kinder- und Jugendliteratur als Genre.
- Erarbeitung der Grundlagen für interkulturelles Lernen im Unterrichtskontext.
- Untersuchung von Mobbing-Dynamiken und der Rolle der Lehrkraft bei deren Entstehung.
- Konzeption eines handlungsorientierten Unterrichtsmodells für die sechste Schulstufe.
Auszug aus dem Buch
4. Das Buch Alle gegen Esra von von Aygen-Sibel Çelik
Im Zentrum der Erzählung Alle gegen Esra steht das Mädchen Esra, das die dritte Klasse der Grundschule besucht. Der Name des Mädchens lässt bereits erste Rückschlüsse auf die Herkunft von Esras zu, sie stammt von einer türkischstämmigen Familie ab. Die LeserInnen werden von Beginn an Zeugen davon, dass Esra aufgrund ihrer Kleidung und ihres Verhalten sowohl von den MitschülerInnen als auch von der Lehrerin der Klasse kritische Blicke erntet. Das seltsame Verhalten Esras äußert sich dahingehend, dass sie selbst im Sommer bei hohen Temperaturen immer langärmelig gekleidet zur Schule kommt, nie bei schulexternen Ausflügen (z.B. ins Freibad) mitkommt und sich auch sonst sehr introvertiert und schüchtern gibt.
Die Lehrerin der Klasse deutet das Verhalten Esras dahingehend, dass die Eltern ihrer Schülerin wohl sehr konservativ und strenge Muslime sind und deswegen ihrem Kind alles verbieten. Das wiederum macht sie wütend und diese Wut bekommt Esra zu spüren. Auch Esras Mitschüler finden ihr Verhalten merkwürdig und grenzen sie daher beim Spielen aus und werfen ihr gemeine Sachen an den Kopf. Als Esra eines Tages in der Schule fehlt wird Funda, eine ebenso türkischstämmige Schülerin, beauftragt Esra die Arbeitsblätter der verpassten Stunde nachzubringen. Als Funda bei Esras Haus klingelt öffnet deren Mutter die Türe. Nach einer kurzen Unterhaltung (auf Türkisch) kommt Esra gedankenverloren die Treppe herunter und erst auf halber Höhe entdeckt sie Funda. Die bleibt erschrocken stehen und die beiden Blicken sich fassungslos an.
Funda hatte Esras Geheimnis entdeckt, nämlich ein Feuermal, das sich schlangenartig um ihren Körper windet. Nun lässt Çelik ihre LeserInnen selbst entscheiden wie es mit der Geschichte weitergehen soll. Dabei lässt die Autorin die LeserInnen darüber entscheiden, wie Funda mit Esra und deren Geheimnis in Zukunft umgehen soll bzw. ob sie sich in ihre Angelegenheiten einmischen soll oder ob sie ihre Entdeckung einfach verschweigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von Kinder- und Jugendliteratur und definiert das Ziel, durch das Werk "Alle gegen Esra" interkulturelle Kompetenzen im Unterricht zu fördern.
1. Problemorientierte Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel definiert das Genre als ein seit den 1990er-Jahren etabliertes Format, das reale Konfliktfelder des kindlichen Alltags thematisiert.
2. Interkulturelles Lernen: Hier werden die pädagogischen Anforderungen an interkulturelle Kompetenz dargelegt und die Bedeutung interkultureller Literatur im Deutschunterricht hervorgehoben.
3. Mobbing: Das Kapitel beleuchtet Definitionen und Ursachen von Mobbing im Schulalltag, mit einem Fokus auf die mitwirkende Rolle von Lehrkräften.
4. Das Buch Alle gegen Esra von von Aygen-Sibel Çelik: Es erfolgt eine Inhaltsangabe des Romans sowie die Vorstellung der zwei vom Leser wählbaren Enden der Geschichte.
5. Unterrichtsplanung: Der Abschnitt bietet ein praktisches Konzept für den Unterricht, basierend auf handlungsorientierten Methoden wie dem Erstellen von E-Mails und Tagebucheinträgen.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Problemorientierte Jugendliteratur, Mobbing, Deutschunterricht, Handlungsorientierter Unterricht, Soziale Kompetenz, Alle gegen Esra, Aygen-Sibel Çelik, Migrationspädagogik, Schulentwicklung, Interkulturelle Kompetenz, Unterrichtsplanung, Grundschule, Identität, Konfliktbewältigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie problemorientierte Kinder- und Jugendliteratur – konkret das Buch "Alle gegen Esra" – genutzt werden kann, um interkulturelle Kompetenzen und soziale Sensibilität im Deutschunterricht zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von problemorientierter Literatur, die Grundlagen interkulturellen Lernens, die Dynamiken von Mobbing in Schulen sowie die praktische Unterrichtsgestaltung.
Welches Ziel verfolgt der Verfasser mit dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein konkretes Unterrichtskonzept für die sechste Schulstufe zu entwickeln, das Schülern hilft, sich in fremde Lebenswelten einzufühlen und Vorurteile abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit literaturdidaktischen Fachkonzepten und deren Anwendung auf ein spezifisches literarisches Beispiel in Form einer Unterrichtsplanung.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der Gattung und des interkulturellen Lernens über eine Analyse des Romans bis hin zur detaillierten Ausarbeitung eines zweistündigen Unterrichtsmodells.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelle Kompetenz, Mobbingprävention, handlungsorientiertes Lernen und die fachdidaktische Auswahl von Jugendliteratur.
Welche besondere Rolle spielt die Lehrkraft im Kontext des Mobbing-Kapitels?
Der Autor argumentiert, dass Lehrkräfte durch mangelnde interkulturelle Kompetenz oder unangemessenes, sarkastisches Verhalten Mobbing-Prozesse in einer Klasse unbewusst befeuern können.
Was zeichnet die didaktische Herangehensweise des Unterrichtskonzepts aus?
Das Konzept ist handlungsorientiert gestaltet: Schüler schlüpfen in die Rollen der Romanfiguren Funda und Esra, um durch das Verfassen von E-Mails und Tagebucheinträgen Empathie zu entwickeln.
Warum wird im Unterrichtskonzept auf die zwei Enden des Buches eingegangen?
Die Wahlmöglichkeit der Enden dient als pädagogisches Werkzeug, um die Schüler aktiv in den Entscheidungsprozess der Protagonisten einzubinden und ethische Reflexionen anzuregen.
- Arbeit zitieren
- Julian Moosbrugger (Autor:in), 2017, Problemorientierte Jugendliteratur im Deutschunterricht am Beispiel des Buches "Alle gegen Esra", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/370202