Anlass für das Thema Pluralbildung im Luxemburgischen und Deutschen, war der Besuch des Seminars mit dem Überthema „Germanische Kleinsprachen“. Zu Beginn waren die Erwartungen sehr vage, da die Bedeutung des Begriffes „Germanische Kleinsprachen“ nicht bekannt war. Nach und nach wurde die Bedeutung klarer und die Spannung mehr über die „Verwandtschaftsverhältnisse“ der einzelnen Sprachen herauszufinden wuchs. Zu Beginn soll dazu ein kurzer Blick auf die Deklination des Substantives erfolgen. Daraufhin werden verschiedene Bildungsverfahren des Plurals vorstellt und auf die beiden Sprachen angewendet. Daran anschließend sollen die beiden Sprachen miteinander verglichen werden, wobei zum einen auf die Verfahren geschaut und zum andern die Komplexität der Sprachen in den Blick genommen wird. In einem Exkurs wird zudem der Gebrauch des Umlautes näher beleuchtet.
Das Germanische hat sich aufgrund verschiedener Wanderungsbewegungen aus dem Urgermanischen entwickelt und wird heute in drei Gruppen unterteilt: Das Westgermanische, das Nordgermanische und das Ostgermanisch, welches mittlerweile ausgestorben ist. Die bestüberlieferte Sprache des Ostgermanischen ist das Gotische. Die meisten germanischen Sprachen, mit einigen Ausnahmen, werden innerhalb von Europa gesprochen. Allerdings variiert die Sprecheranzahl sehr stark. Hier lässt sich auch die Erklärung für das Adjektiv „klein“ in Kleinsprachen erkennen. Wohingegen Englisch, Deutsch und Niederländisch von vielen Menschen gesprochen wird, ist die Sprecherzahl der „Germanischen Kleinsprachen“, wie Afrikaans, Luxemburgisch oder Isländisch sehr viel geringer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Substantiv- Wie kann es sich verändern?
3. Pluralbildung
3.1 Verfahren und Techniken der Pluralbildung
3.2 Der Plural im Deutschen
3.3 Der Plural im Luxemburgischen
4. Synchroner Vergleich des Plurals in den beiden Sprachen
4.1 Gemeinsamkeiten
4.2 Unterschiede
Exkurs: Das Phänomen des Umlautes
4.3 Einordnung der Komplexität
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Pluralbildung des Substantivs im Luxemburgischen und im Deutschen vergleichend zu untersuchen und dabei die morphologischen Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszuarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich auf die synchrone Analyse der Pluralisierungsverfahren und deren Komplexität in beiden eng verwandten Sprachen.
- Morphologische Analyse der Pluralbildung im Luxemburgischen und Deutschen.
- Vergleich der Pluralisierungsverfahren wie Addition, Modulation und Subtraktion.
- Einfluss von Genus und Numerus auf die Pluralbildung.
- Untersuchung der Komplexität der Pluralsysteme anhand quantitativer und qualitativer Faktoren.
- Rolle des Umlautes als Pluralmarker in beiden Sprachsystemen.
Auszug aus dem Buch
Exkurs: Das Phänomen des Umlautes
Zum Thema des Umlautes soll kein kurzer Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausreichen, sondern ein kleiner Exkurs mit zusätzliche Informationen soll die Brisanz des Themas verdeutlichen. Im Bereich der „Morphologisierung von Umlaut in der Pluralbildung“ wird sowohl im Deutschen und im Luxemburgischen eine Entwicklung geteilt. Dabei kam es zum Abbau des Umlauts im Genetiv und Dativ Singular. Diese Entwicklung war die Voraussetzung dafür, dass der Umlaut ein alleiniger Pluralmarker wurde. Heute ist er in beiden Sprachen nur bei Maskulina produktiv DAMMEL et al. 2010: 603). Halten wir also fest, dass beide Sprachen alleine mit einem Umlaut den Plural eines Substantives anzeigen können. Der reine Pluralumlaut ist im Deutschen allerdings auf zweisilbige Substantive beschränkt. Wenn ein Einsilber den Plural mit Umlaut bildet, so geht dieser immer mit einer Addition einher. Das Luxemburgische unterscheidet sich dabei vom Deutschen. Hier können auch Einsilber einen reinen Pluralumlaut haben (NÜBLING 2006: 116) Das Luxemburgische ist damit in der Lage eine Pluralendung bei Umlauten wegzulassen. Dies führt dazu, dass der Plural oft nicht länger als der Singular ist. Hier ein Beispiel, welches den Unterschied der beiden Sprachen zeigt: Kuerf (Sg.) – Kierf (Pl.) und Korb (Sg.) – Körbe (Pl.) (NÜBLING 42013:266).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der germanischen Kleinsprachen ein und begründet die Wahl des Luxemburgischen und Deutschen für einen Vergleich der Pluralbildung.
2. Das Substantiv- Wie kann es sich verändern?: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Nominalmorphologie mit Fokus auf die Kategorien Genus, Numerus und Kasus sowie deren Verhalten in beiden Sprachen.
3. Pluralbildung: Hier werden die verschiedenen theoretischen Verfahren der Pluralbildung wie Addition, Modulation und Subtraktion eingeführt und die Systeme des Deutschen und Luxemburgischen separat betrachtet.
4. Synchroner Vergleich des Plurals in den beiden Sprachen: Dieser Hauptteil analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Pluralbildung, beleuchtet den Umlaut in einem Exkurs und ordnet die Komplexität der Systeme ein.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse zur parallelen Entwicklung der beiden Sprachen trotz ihrer unterschiedlichen Komplexität bei der Pluralbildung.
Schlüsselwörter
Pluralbildung, Substantiv, Luxemburgisch, Deutsch, Nominalmorphologie, Germanische Sprachen, Addition, Modulation, Subtraktion, Nullprozess, Umlaut, Morphologische Komplexität, Genus, Kasus, Allomorphie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Hausarbeit untersucht und vergleicht die Pluralbildung von Substantiven in der luxemburgischen und der deutschen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die morphologischen Verfahren der Pluralbildung wie Suffigierung, Vokal- und Konsonantenmodulation sowie die Rolle des Genus und der Komplexitätsgrad der Systeme.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden eng verwandten Sprachen im synchronen Vergleich herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine kontrastive linguistische Analyse der Pluralmorphologie, basierend auf theoretischen Modellen der germanischen Sprachwissenschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Pluralverfahren in beiden Sprachen, einem direkten Vergleich sowie der qualitativen und quantitativen Einordnung ihrer Komplexität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Pluralallomorphie, Ikonizitätsprinzip, Genus-Numerus-Abhängigkeit und die verschiedenen Techniken wie die vokalische und konsonantische Modulation.
Warum wird der Umlaut in einem Exkurs gesondert betrachtet?
Der Umlaut ist ein zentrales, hochrelevantes Phänomen der Pluralmorphologie, dessen produktiver Einsatz und theoretische Brisanz in beiden Sprachen eine detaillierte Vertiefung erfordert.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Komplexität?
Es wird aufgezeigt, dass das Luxemburgische durch eine höhere Anzahl an Pluralallomorphen und die Kombination von bis zu drei Verfahren als komplexer als das Deutsche eingestuft werden kann.
- Arbeit zitieren
- Johanna Franzmann (Autor:in), 2017, Die Pluralbildung des Substantivs im Luxemburgischen und im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/369557