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Der Libanon. Krise eines multi-konfessionellen Staates

Titel: Der Libanon. Krise eines multi-konfessionellen Staates

Hausarbeit , 2012 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Aslihan Turhan (Autor:in)

Geschichte - Asien

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit versucht die hinsichtlich des Libanon eine „Krise eines multikonfessionellen Staates“ zu skizzieren. Die historische Entwicklung während des 20. Jahrhunderts und die Formung eines libanesischen Nationalstaates soll zu Beginn erläutert werden. Hierbei hat das politische System und die Rolle der Konfessionsgemeinschaften in ihr eine besondere Bedeutung. Da der aktuelle libanesiche Konflikt ohne Kenntnis der gesellschaftlichen Entwicklungen im Libanon schwer zu verstehen ist, werden hier die größten Konfessionsgemeinschaften der Maroniten, Sunniten und Schiiten dargelegt. Die Bedeutung der Religionsgemeinschaften in der Politik und die Tatsache, dass sie als Institution eine relativ hohe Autonomie genießen, werden unter dem Gesichtspunkt der gesellschaftlichen Fragmentierung behandelt. Der Bürgerkrieg, der von 1975 bis 1990 den bereits fragilen Staat Libanon gesellschaftlich weiter segmentierte, ist als Höhepunkt internen und externen Auseinandersetzungen zu betrachten. Das Kapitel 3 beschäftigt sich daher mit dem Bürgerkrieg und den beteiligten Gruppen, wohingegen sich Kapitel 4 mit dem Ende des Bürgerkrieges bzw. mit dem Abkommen von Taif 1989, der die bisherige politische Konstellation veränderte, beschäftigt. Während der gesamten Recherche stellte sich die Frage, ob das sogenannte Proporzsystem ein Fluch oder ein Segen für den Libanon ist.

Im Nahen Osten gibt es einen Staat, dessen politisches System in dieser Region einzigartig ist. Die Republik Libanon wird durch das Konkordanzprinzip regiert. Diese demokratische Regierungsform ermöglicht allen politischen Parteien, sich an der Regierung zu beteiligen. Dabei werden Konflikte nicht durch politische Mehrheitsentscheidungen gelöst, sondern durch Verhandlungen und Kompromisslösungen mit möglichst breiter Übereinstimmung. Im Libanon wie auch in anderen Staaten des Nahen Ostens leben verschiedenste Konfessionen nebeneinander, sodass dies ein Konfliktpotential darstellt. Die Besonderheit des Libanon liegt hierbei in seiner kleinen Staatsfläche. Konfessionen spielen daher eine wichtige Rolle in Politik, Gesellschaft und im Bewusstsein der libanesischen Bevölkerung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Libanon auf dem Weg zum Nationalstaat

2.1 Konfessionelle Pluralität

2.1.1 Maroniten

2.1.2 Sunniten

2.1.3 Schiiten

2.2 Institutionalisierter Konfessionalismus

3. Bürgerkrieg 1975-1990

4. Taif- Abkommen 1989

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Krise des libanesischen Staates vor dem Hintergrund seiner multi-konfessionellen Struktur. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das bestehende Konkordanz- und Proporzsystem, das die Macht zwischen den Religionsgemeinschaften aufteilt, eher einen Stabilitätsfaktor darstellt oder durch die damit verbundene gesellschaftliche Fragmentierung den Zusammenhalt des Staates gefährdet.

  • Historische Genese des libanesischen Nationalstaates unter dem Einfluss der Mandatsmacht Frankreich.
  • Analyse der konfessionellen Pluralität und der Rolle der größten Religionsgruppen (Maroniten, Sunniten, Schiiten).
  • Untersuchung der Auswirkungen des Konkordanzprinzips und des institutionalisierten Konfessionalismus auf das politische System.
  • Darstellung des Bürgerkriegs (1975–1990) als Höhepunkt interner und externer Konflikte.
  • Bewertung des Taif-Abkommens von 1989 als politischer Zäsur für die Machtverteilung im Libanon.

Auszug aus dem Buch

2.1 Konfessionelle Pluralität

Die konfessionelle Manigfaltigkeit zählt zu den Hauptmerkmalen der Gesellschaft in Libanon. Es existieren 18 anerkannte christliche und muslimische Konfessionen, die eine politische und gesellschaftliche Rolle im libanesischen Nationelstaat einnehmen. Zu den muslimischen Konfessionen werden die Sunniten und Schiiten gezählt, wobei sich die Schiiten wiederum in Ismailiten, Alawiten und Drusen einordnen lassen. Die chrisitliche Gemeinschaft spaltet sich in drei Gruppen: Die mit der römisch-katholischen Kirche unierte christliche Gemeinschaft zählt die Maroniten, grieschisch-katholische, armenisch-katholische, syrisch-katholische, römisch-katholische und die Chaldäer.

Die orthodoxe Gemeinschaft umfasst die nestorianische (assyrische Ostkirche), griechisch-orthodoxe (rum-orthodox), syrisch-orthodoxe (Jakobiten), armenisch-orthodoxe (armenisch-apostolisch) und koptische Kirche. Zu den Protestanten zählen kleinere evangelikale, anglikanische und protestantische Kirchen. Die 18. anerkannte Religionsgemeinschaft ist die jüdische Minorität. Bürger anderer Religionszugehörigkeit werden im Familienrecht und im passiven Wahlrecht nicht berüksichtigt. Maroniten, Grieschich-Orthodoxe, Sunniten, Schiiten und Drusen stellen die größten konfessionellen Gemeinschaften in Libanon dar. Das System eines Machtteilungsarrangements und einer quotierten Beteiligung ist heute noch einer der Hauptgründe für die segregierende Identitätszuschreibung und der Streitigkeiten im Libanon.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das einzigartige Konkordanzprinzip des Libanon ein und skizziert die Fragestellung, ob dieses Proporzsystem für den Staat einen Fluch oder einen Segen darstellt.

2. Libanon auf dem Weg zum Nationalstaat: Das Kapitel behandelt die historische Entstehung des Libanon als Mandatsgebiet sowie die Etablierung des politischen Konfessionalismus, der auf veralteten Volkszählungsdaten basiert.

2.1 Konfessionelle Pluralität: Hier werden die 18 anerkannten Religionsgemeinschaften des Libanon vorgestellt, wobei der Fokus auf den Maroniten, Sunniten und Schiiten als politisch relevante Akteure liegt.

2.1.1 Maroniten: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Sonderstellung der Maroniten sowie deren politische Schlüsselrolle während und nach der französischen Mandatszeit.

2.1.2 Sunniten: Es wird die Entwicklung der sunnitischen Gemeinschaft beschrieben, deren Verhältnis zur arabischen Nationalbewegung und deren spätere Integration in den libanesischen Staat.

2.1.3 Schiiten: Das Kapitel beschreibt den Aufstieg der Schiiten als politisch relevante Kraft, deren sozio-ökonomische Benachteiligung sowie die Entstehung der Hizbollah.

2.2 Institutionalisierter Konfessionalismus: Diese Ausführung erklärt, wie Konfessionen durch die Autonomie in vielen Lebensbereichen als Staaten im Staat fungieren und das gesellschaftliche Vertrauen in zentrale staatliche Institutionen untergraben.

3. Bürgerkrieg 1975-1990: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen und den Verlauf des fünfzehnjährigen Bürgerkriegs, geprägt von internen Spannungen, palästinensischer Präsenz und ausländischer Intervention.

4. Taif-Abkommen 1989: Der Text beschreibt das Ende des Bürgerkriegs durch das Taif-Abkommen, welches die Machtbefugnisse zugunsten der Minister- und Parlamentspräsidenten neu ordnete.

5. Schluss: Das Fazit resümiert, dass das Konkordanzsystem zwar Hegemonie verhindert, aber gleichzeitig die Gefahr einer dauerhaften konfessionellen Fragmentierung birgt.

Schlüsselwörter

Libanon, Konkordanzprinzip, Konfessionalismus, Bürgerkrieg, Proporzsystem, Maroniten, Sunniten, Schiiten, Hizbollah, Taif-Abkommen, politische Fragmentierung, Religionsgemeinschaften, Nahost-Konflikt, politische Partizipation, Mandatszeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Krise des Libanon als multi-konfessioneller Staat und der Funktionsweise seines spezifischen Regierungssystems.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die historische Entstehung des libanesischen Staates, die Rolle der unterschiedlichen Religionsgruppen sowie die Auswirkungen der Konfessionalisierung auf die staatliche Stabilität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Hausarbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung der Frage, ob das Proporzsystem des Landes eher zur Stabilität beiträgt oder durch die Politisierung der Religionen ein Spaltungspotenzial darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer und politikwissenschaftlicher Quellen, um die Entwicklung des libanesischen Nationalstaates und der gesellschaftlichen Bruchlinien nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Staatsbildung, eine Vorstellung der wichtigsten Konfessionsgruppen sowie eine detaillierte Betrachtung des Bürgerkriegs und des Taif-Abkommens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Konkordanzprinzip, Konfessionalismus, politische Fragmentierung und die spezifischen Akteure im libanesischen Machtgefüge.

Welchen Einfluss hatte der Bürgerkrieg auf die heutige politische Konstellation?

Der Bürgerkrieg führte zu einer tiefen gesellschaftlichen Segmentierung und einer dauerhaften Veränderung des Machtgleichgewichts, das im Taif-Abkommen von 1989 institutionalisiert wurde.

Warum wird die Hizbollah im Kontext der schiitischen Gemeinschaft als Beispiel angeführt?

Die Hizbollah dient als Fallbeispiel für eine Organisation, die durch eigene soziale und militärische Strukturen Funktionen des Staates übernommen hat und somit als Akteur des institutionalisierten Konfessionalismus fungiert.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Libanon. Krise eines multi-konfessionellen Staates
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Orient- und Asienwissenschaften)
Note
2,0
Autor
Aslihan Turhan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V369195
ISBN (eBook)
9783668484795
ISBN (Buch)
9783668484801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konfessionen im Libanon Religionen im Libanon Libanon Konfession Religion Bürgerkrieg Konkordanzprinzip
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Aslihan Turhan (Autor:in), 2012, Der Libanon. Krise eines multi-konfessionellen Staates, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/369195
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Leseprobe aus  14  Seiten
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