Das benötige Wissen zur Bewältigung der Veränderungen in der Arbeits- und privaten Lebenswelt kann nicht allein in der ersten Ausbildungsphase erworben werden. Der bereits heute erhöhte Bedarf an Qualifikation und Kompetenzen verlangt das Einrichten eines Systems des Lebenslangen Lernens, basierend auf der Weiterbildung als Kernelement. Der Finanzierung der Weiterbildung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. „So führt die Weiterbildungsfinanzierung gleichsam die Anreize zusammen, die maßgeblich dafür sind, ob, in welchem Umfang und zu welcher Qualität ein gesellschaftlicher Akteur Weiterbildungsgelegenheiten anbietet, nachfragt und finanziert“.
Zur Steuerung von Weiterbildungsangeboten, zur Erhöhung der Weiterbildungsteilnahme und zur Optimierung von Weiterbildungserfolgen spielen finanzielle Überlegungen eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie innovative Programme und didaktische Konzepte.
Dabei ist die Weiterbildungsfinanzierung durch vier zentrale Segmente geprägt, denen die vielschichtigen Finanzierungsaktivitäten in Deutschland zugeordnet werden können: Staat (Bund, Länder und Kommunen), Bundesanstalt für Arbeit (BA), Individuen (d.h. die Nachfrager von Weiterbildungsmaßnahmen) und Betriebe. Obwohl das Weiterbildungsbudget in Deutschland faktisch unbekannt ist, kann zumindest festgehalten werden, dass eine Mischfinanzierung, bereitgestellt von diesen vier Finanziers, dominierend ist.
Die klassische Finanzierung von Bildung kann dabei angebots- oder nachfrageinduziert statt-finden, d.h. sie fördert die Bereitstellung oder die Inanspruchnahme von Weiterbildung (bzw. beides in Kombination). Öffentlich bildungsbedingte monetäre Transferzahlungen basieren auf den Elementen Kindergeld (Familienlasten- und Leistungsausgleich), Einzelgesetzen zur expliziten Bildungsförderung (z.B. BAföG, AFBG, BAB), SGB III (Finanzierung und Weiterbildung von Arbeitslosen) und der steuerlichen Abzugsfähigkeit individueller, bildungsbedingter Ausgaben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlegung
2.1 Lebenslanges Lernen und Weiterbildung
2.2 Finanzierung der Weiterbildung
2.3 Ziele der Weiterbildungsfinanzierung
3 Diskussion der Vor- und Nachteile alternativer Finanzierungsmechanismen: Abgleich der sieben Zielkriterien mit sechs Finanzierungsalternativen (FA mit Rückgriff auf monetäre Ressourcen)
3.1 Finanzierungsalternative „Individuelle Selbstfinanzierung“
3.1.1 Lebenslanges Lernen
3.1.2 Abbau von Benachteiligung
3.1.3 Wahlfreiheit bei Form und Inhalt
3.1.4 Gleichstellung von beruflichem und nichtberuflichem Lernen
3.1.5 Unterstützung eines breiten Angebots
3.1.6 Erfüllung des Effizienzziels
3.1.7 Verteilungsgerechtigkeit bei der Finanzlastverteilung
3.2 Finanzierungsalternative „Bildungskonten“
3.2.1 Lebenslanges Lernen
3.2.2 Abbau von Benachteiligung
3.2.3 Wahlfreiheit bei Form und Inhalt
3.2.4 Gleichstellung von beruflichem und nichtberuflichem Lernen
3.2.5 Unterstützung eines breiten Angebots
3.2.6 Erfüllung des Effizienzziels
3.2.7 Verteilungsgerechtigkeit bei der Finanzlastverteilung
3.3 Finanzierungsalternative „Einzelbetriebliche Finanzierung“
3.3.1 Lebenslanges Lernen
3.3.2 Abbau von Benachteiligung
3.3.3 Wahlfreiheit bei Form und Inhalt
3.3.4 Gleichstellung von beruflichem und nichtberuflichem Lernen
3.3.5 Unterstützung eines breiten Angebots
3.3.6 Erfüllung des Effizienzziels
3.3.7 Verteilungsgerechtigkeit bei der Finanzlastverteilung
3.4 Finanzierungsalternative „Bildungsfonds“
3.4.1 Lebenslanges Lernen
3.4.2 Abbau von Benachteiligung
3.4.3 Wahlfreiheit bei Form und Inhalt
3.4.4 Gleichstellung von beruflichem und nichtberuflichem Lernen
3.4.5 Unterstützung eines breiten Angebots
3.4.6 Erfüllung des Effizienzziels
3.4.7 Verteilungsgerechtigkeit bei der Finanzlastverteilung
3.5 Finanzierungsalternative „Staatliche Finanzierung“
3.5.1 Lebenslanges Lernen
3.5.2 Abbau von Benachteiligung
3.5.3 Wahlfreiheit bei Form und Inhalt
3.5.4 Gleichstellung von beruflichem und nichtberuflichem Lernen
3.5.5 Unterstützung eines breiten Angebots
3.5.6 Erfüllung des Effizienzziels
3.5.7 Verteilungsgerechtigkeit bei der Finanzlastverteilung
3.6 Finanzierungsalternative „Bildungsgutscheine“
3.6.1 Lebenslanges Lernen
3.6.2 Abbau von Benachteiligung
3.6.3 Wahlfreiheit bei Form und Inhalt
3.6.4 Gleichstellung von beruflichem und nichtberuflichem Lernen
3.6.5 Unterstützung eines breiten Angebots
3.6.6 Erfüllung des Effizienzziels
3.6.7 Verteilungsgerechtigkeit bei der Finanzlastverteilung
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene alternative Finanzierungsmechanismen für Weiterbildung, um deren Eignung und Leistungsfähigkeit anhand von sieben definierten Zielkriterien zu bewerten und kritisch zu diskutieren.
- Analyse der Weiterbildungsfinanzierung als zentrale Voraussetzung für Lebenslanges Lernen.
- Definition und Anwendung der sieben Zielkriterien: Lebenslanges Lernen, Abbau von Benachteiligung, Wahlfreiheit, Gleichstellung, Angebotsbreite, Effizienz und Verteilungsgerechtigkeit.
- Gegenüberstellung von sechs Finanzierungsalternativen: Individuelle Selbstfinanzierung, Bildungskonten, einzelbetriebliche Finanzierung, Bildungsfonds, staatliche Finanzierung und Bildungsgutscheine.
- Kritische Diskussion der Vor- und Nachteile sowie der Auswirkungen der verschiedenen Modelle auf die Zielerreichung.
- Diskussion aktueller Entwicklungen und politischer Implikationen am Beispiel des "Bildungsscheck NRW".
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Abbau von Benachteiligung
Bei einkommensschwachen Haushalten ist ein Abschreckungseffekt zu erwarten, da sie sich nicht in größerem Umfang und über einen längeren Zeitraum hinweg für Weiterbildung verschulden werden (Timmermann 2000, S. 284). Ein Abbau von Benachteiligungen findet nicht statt, es sei denn, dass Leistungsfähigkeitsprinzip findet mittels einer Koppelung mit Zuschüssen und/oder Stipendien Anwendung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Weiterbildungsfinanzierung als Instrument zur Steuerung von Lernangeboten und zur Förderung des Lebenslangen Lernens.
2 Grundlegung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Lebenslanges Lernen, Weiterbildung sowie das moderne Verständnis von Finanzierung und legt die sieben Bewertungskriterien fest.
3 Diskussion der Vor- und Nachteile alternativer Finanzierungsmechanismen: Abgleich der sieben Zielkriterien mit sechs Finanzierungsalternativen (FA mit Rückgriff auf monetäre Ressourcen): Hier erfolgt die systematische Untersuchung der Finanzierungsalternativen (Selbstfinanzierung, Bildungskonten, Betriebliche Finanzierung, Fonds, Staat, Gutscheine) anhand der festgelegten Zielkriterien.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und plädiert für ein stärkeres staatliches Engagement bei der Weiterbildungsfinanzierung.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, Weiterbildungsfinanzierung, Lebenslanges Lernen, Bildungskonten, Bildungsgutscheine, Effizienz, Gerechtigkeit, Bildungsökonomie, Angebotsförderung, Nachfrageförderung, Finanzierungsmechanismen, Sozialpolitik, Weiterbildungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Mechanismen zur Finanzierung von Weiterbildung und deren Auswirkungen auf gesellschaftliche sowie individuelle Lernziele.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Bildungsökonomie, die Analyse von Anreizsystemen für Weiterbildung und die Bewertung öffentlicher sowie privater Finanzierungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, verschiedene Finanzierungsalternativen anhand von sieben definierten Kriterien auf ihre Vor- und Nachteile zu prüfen, um Empfehlungen für eine effektive Weiterbildungspolitik abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Diskussion und einen Abgleich theoretischer Finanzierungsmodelle mit normativen Zielkriterien, gestützt auf fachwissenschaftliche Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sechs spezifische Finanzierungsformen – von individueller Selbstfinanzierung bis hin zu staatlichen Bildungsgutscheinen – detailliert auf ihre Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Zielkriterien untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lebenslanges Lernen, Weiterbildungsfinanzierung, Bildungsökonomie, Effizienz und Verteilungsgerechtigkeit charakterisiert.
Warum schneiden Bildungskonten in der Untersuchung besonders gut ab?
Bildungskonten werden als vorteilhaft bewertet, da sie bei gleichberechtigter Anwendung der Kriterien die meisten Vorteile für die Nachfrageseite bieten.
Welches Problem identifiziert der Autor bei der einzelbetrieblichen Finanzierung?
Der Autor weist darauf hin, dass einzelbetriebliche Rationalität oft zu volkswirtschaftlicher Irrationalität führt und bestimmte benachteiligte Gruppen bei der betrieblichen Förderung unterrepräsentiert bleiben.
Wie bewertet der Autor den „Bildungsscheck NRW“?
Der Bildungsscheck wird als erfolgversprechender Anfang für die Stärkung der Nachfrage und den Abbau von Benachteiligungen gesehen, wobei jedoch auch bürokratische Herausforderungen kritisch angemerkt werden.
- Arbeit zitieren
- Oliver Ellermann (Autor:in), 2016, Alternative Finanzierungsmechanismen von Weiterbildung. Diskussion der Vor- und Nachteile unterschiedlicher Finanzierungs- und Anreizsysteme, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/369001