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Der Herrschaftliche Konflikt 1383 in der mittelalterlichen Stadt Leonberg

Titel: Der Herrschaftliche Konflikt 1383 in der mittelalterlichen Stadt Leonberg

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 29 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christine Schmidt (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden wird auf einen Konflikt aus dem Jahre 1383 zwischen dem Stadtherrn Graf Eberhard II und seinen Bürgern in Leonberg und Eltingen eingeangen. Allerdings wird vorausgehend zu Beginn der Arbeit eine allgemeine Charakterisierung der mittelalterlichen Stadt und deren Entstehungsprozess skizziert, bevor anschließend spezifisch das mittelalterliche Leonberg betrachtet wird. Um die mittelalterliche Stadtgeschichte Leonbergs möglichst genau zu erfassen, konzentriert sich die Arbeit zunächst auf ihre Gründungsdaten und Ersterwähnungen. Dabei wird festgestellt, ob es einen nachweislichen Stadtgründer beziehungsweise Stadtherrn gab, um dann im nächsten Schritt zu überprüfen, was diesen zur Erhebung, Schutz und Förderung – oder auch zur Bekämpfung – bestimmter Städte bewog. Die folgende Abhandlung geschieht nicht mit dem Anspruch, grundsätzlich neue Forschungsergebnisse zu präsentieren. Vielmehr geht es um den Versuch einer Übersicht über die bisher geleistete Forschung und um eine konkrete Darstellung des Ereignisses aus dem Jahr 1383.
Der Stand der Forschung über die württembergische Stadtentstehung und die früheste Entwicklung dieser Städte gestaltet sich uneinheitlich. Die königlichen Gründungen des 12. und 13. Jahrhunderts und die späteren Reichsstädte, insbesondere Oberschwabens, sind relativ gut aufgearbeitet. Anders sieht es jedoch mit den zahlreichen Stadtgründungen der Grafen und Edelherren aus. Dabei fordern viele Historiker schon seit mehr als zwei Jahrzehnten, den Fokus auf die mannigfaltigen Kleinstädte zu legen, statt wiederholt die wenigen großen alten Städte und Reichsstädte als Exempel jeder Entwicklung zu nehmen. Allerdings liegen in der historischen Forschung für das kleine Leonberg und dessen umliegenden Gebiete nach wie vor keine umfassenden Monographien zur mittelalterlichen Stadtgeschichte vor, obwohl das vorhandene Quellenmaterial durchaus eine Grundlage für lohnenswerte wissenschaftliche Untersuchungen bietet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Forschungsstand

III. Charakterisierung einer mittelalterlichen Stadt

IV. Zur Stadtgründung Leonbergs

V. Zur eidlichen Verschwörung 1383

VI. Quelleninterpretation

VII. Fazit

VIII. Literaturverzeichnis

1. Quellen

2. Literatur

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht herrschaftliche Konflikte in der mittelalterlichen Stadt Leonberg, wobei der Schwerpunkt auf der „eidlichen Verschwörung von 1383“ liegt. Ziel ist es, die Beweggründe für diesen Rechtsakt sowie die Absichten des Grafen Eberhard II. im Kontext der territorialen Machtpolitik und der städtischen Mobilität zu analysieren.

  • Charakterisierung und Merkmale der mittelalterlichen Stadt
  • Prozess der Stadtgründung Leonbergs im 13. Jahrhundert
  • Analyse der „eidlichen Verschwörung von 1383“ als Instrument der Herrschaftssicherung
  • Rechtliche und soziale Implikationen von Treueschwüren gegenüber dem Landesherrn
  • Spannungsfeld zwischen städtischer Autonomie und fürstlichem Machtanspruch

Auszug aus dem Buch

Verschreibung der Burgerschaft zu Leonberg und Eltingen gegen Grav Eberharden zu Wurtenberg, Daß Sie sich mit ihren Weib, Rind und Gutern nicht entfremden wollen. d. d. 8. Januar. 1383.

Wir die nachgeschribenen schultheizzen, rihter, burger und armen lute von Leonberg und von Eltingen, as wir hienach mit namen geschriben stan vergenhen offenlich mit disem brieff und tun kunt. allen den, die disen brif immer angesenhent, lesent oder horent lesen, daz wir uns von dem hohgebornen unserm gnedigen herren grave Eberhart von Wirtenberg noch von sinen erben noch von der herrschafft ze Wirtenberg nimmer geziehen noch entfremden sullen noch wellen weder mit unsern Liben, wiben, kinden noch guten noch mit dehainen sachen, noch in diehein wise an alle geverde und haben des alle gemainlich und unser ieglicher besunder gesworn gelert ayde zu den hailigen mit uffgebotten vingern,

daz wir eweclich under der herrschafft ze Wirtenberg beliben und sitzen sullen und wellen. Und wer daz, daz unser dehainer verbrech und daz also nit stet hielt. es were unser ainer oder merer oder wir alle daz vor Got sy, so sol unser libe und unser gut und alles, daz wir ietzo haben oder noch gewinnen.

die denn verbrochen hetten dem vorgenanten unserm gnedigen herren sinen erben und der herrschaft ze Wirtenberg davor ainen gantzen manot verfallen sin gentzlich und gar. Und dieselbe sullent denn sin triulos, erlos und mainaydig an allen stetten und vor allen gerihten und furo eweclichen verworffen und vertailt lute sin.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der mittelalterlichen Stadt Leonberg ein und stellt den untersuchten Konflikt von 1383 sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.

II. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bisherige, teils veraltete Forschung zur Stadtgeschichte Leonbergs und verdeutlicht das Desiderat an aktuellen wissenschaftlichen Analysen.

III. Charakterisierung einer mittelalterlichen Stadt: Es werden die theoretischen Kriterien definiert, die eine mittelalterliche Stadt von dörflichen Siedlungen abgrenzen, darunter Befestigung, Marktprivilegien und rechtliche Autonomie.

IV. Zur Stadtgründung Leonbergs: Die Arbeit beleuchtet den planmäßigen Gründungsprozess Leonbergs durch die Grafen von Württemberg im 13. Jahrhundert und dessen strategische Bedeutung.

V. Zur eidlichen Verschwörung 1383: Dieses Kapitel widmet sich dem konkreten Ereignis des Schwurbriefs, durch den sich die Bürgerschaft vertraglich an die Herrschaft Württemberg binden musste.

VI. Quelleninterpretation: Eine detaillierte Untersuchung des Urkundentextes erfolgt hier, wobei der Fokus auf den sanktionierenden Inhalten und der sozialen Hierarchie der Vereidigten liegt.

VII. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass der Eid ein Mittel des territorialen Machtausbaus war, um der Abwanderung in konkurrierende Reichsstädte entgegenzuwirken.

Schlüsselwörter

Leonberg, Mittelalter, Stadtgeschichte, Graf Eberhard II., Württemberg, Stadtgründung, eidliche Verschwörung, 1383, Treueschwur, Stadtrecht, Leibeigenschaft, Territorialisierung, Bürgerrecht, Quelleninterpretation, Herrschaftssicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit herrschaftlichen Konflikten im mittelalterlichen Leonberg des 14. Jahrhunderts, insbesondere mit den Versuchen der Grafen von Württemberg, ihre Bürger durch einen Schwur an das Territorium zu binden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Stadtentwicklung Leonbergs, die Bedeutung von städtischen Privilegien sowie die sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Beziehungen zwischen Bürgern und Landesherrn.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine historische Aufarbeitung und Einordnung der „eidlichen Verschwörung von 1383“, um zu verstehen, welche Rolle dieses Ereignis innerhalb der württembergischen Territorialpolitik spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenorientierten historischen Analyse unter Einbeziehung des Forschungsstandes zu Stadtgründungen und herrschaftlichen Bindungen im Mittelalter.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Stadtdiskussion, die spezifische Gründungsgeschichte Leonbergs und eine eingehende Interpretation der Urkunde von 1383.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Leonberg, Württemberg, Treueschwur, 1383, Stadtprivilegien und territoriale Machtpolitik.

Warum war der Schwur von 1383 für Graf Eberhard II. so bedeutend?

Der Eid war notwendig, um das wirtschaftliche „Kapital“ der Bürger und deren Güter gegen die Abwanderung in reichere oder konkurrierende Reichsstädte zu sichern und somit die wirtschaftliche Machtbasis der Grafschaft Württemberg zu erhalten.

Wie interpretierte die Autorin die Rolle der „armen Leute“ in der Urkunde?

Die Autorin sieht in der expliziten Nennung verschiedener Stände – von Schultheißen bis zu den „armen Leuten“ – ein Anzeichen für eine strikte soziale Hierarchie, wobei der Eid vor allem dazu diente, alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen der Herrschaft zu unterstellen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Herrschaftliche Konflikt 1383 in der mittelalterlichen Stadt Leonberg
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
2,0
Autor
Christine Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
29
Katalognummer
V368987
ISBN (eBook)
9783668490642
ISBN (Buch)
9783668490659
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter Konflikt 1383 Graf Eberhard II Leonberg Geschichte Forschung Herrschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christine Schmidt (Autor:in), 2016, Der Herrschaftliche Konflikt 1383 in der mittelalterlichen Stadt Leonberg, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/368987
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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