Emotionen. Jeder kennt sie. Jeder hat sie.
Angst. Jeder kennt sie. Jeder hat sie.
Doch was sind Emotionen? Was ist Angst? Jeder glaubt die Fragen beantworten zu können, doch oft fehlen die Worte dafür.
In dieser Arbeit möchte ich mich näher mit den Emotionen, speziell mit der Emotion Angst, beschäftigen. Zunächst wird der Begriff und die Unterteilung der Emotion erklärt. Im Anschluss daran kann man sich erst mit dem Begriff der Angst beschäftigen. Wenige Menschen machen sich Gedanken über den Begriff der ‚Angst’ und verwenden ihn im falschen Kontext. Dabei werden gerade wir Deutschen immer wieder in Verbindung mit der Angst gebracht, sodass die angrenzenden Länder uns die ‚German angst’ gewidmet haben. Interessant ist, wovor die Kinder und Erwachsenen in unserem Land Angst haben. Sind das noch normale Ängste, die in Umfragen genannt werden oder müssen wir uns schon Gedanken machen, dass wir krankhaft Angst haben? Wo ist der Übergang von normaler zur krankhaften Angst? Ab wann müssen wir uns Sorgen machen, dass wir an einer Angststörung leiden? Und was ist das überhaupt? Angststörungen sind in Deutschland weit verbreitet. Obwohl jeder dritte jemanden kennt, der mit einer Angststörung lebt, wissen nur die aller wenigsten, was das überhaupt ist und was das für die Betroffenen bedeutet. Es gibt viele verschiedene Formen einer Angststörung, die sich teilweise unterschiedlich, aber auch gleich auswirken. Zuletzt möchte ich mich mit der Angst als Tabuthema beschäftigen. Warum wird dieses Thema immer noch totgeschwiegen, obwohl beinahe jeder Deutsche damit zu tun hat? Was kann man für die Aufklärungsarbeit tun, um auf dieses sensible Thema aufmerksam zu machen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Emotionen
2.1 Was sind Emotionen?
2.2 Welche Emotionen unterscheidet man?
3 Die Emotion Angst
3.1 Definitionen von Angst
3.2 Angst und Furcht
3.3 Angst bei Kindern
3.4 German Angst
4 Theorien zur Angstentstehung
4.1 Die psychoanalytische Theorie der Angst nach Sigmund Freud
4.2 Die behavioristische Theorie der Angst
4.3 Die kognitive Theorie der Angst
5 Die Angst als Krankheit
5.1 Angststörungen
5.1.1 Phobie
5.1.2 Panikstörungen
5.1.3 Generalisierte Angststörung
5.2 Verlauf einer Panikattacke
5.3 Beispiele verschiedener krankhafter Ängste
5.4 Der Weg aus der Angst
5.5 Angst als Tabuthema in unserer Gesellschaft
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Angst sowohl als grundlegende Emotion als auch in ihrer pathologischen Form als Angststörung. Ziel der Untersuchung ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung von Ängsten zu schaffen, die Abgrenzung von normaler zu krankhafter Angst zu verdeutlichen und der Frage nachzugehen, warum Angst in unserer Gesellschaft nach wie vor ein tabuisiertes Thema bleibt.
- Grundlagen der Emotionsforschung und Definition der Emotion Angst.
- Wissenschaftliche Theorien zur Angstentstehung (psychoanalytisch, behavioristisch, kognitiv).
- Klinische Einordnung und Klassifikation von Angststörungen.
- Soziologische Betrachtung der Angst als gesellschaftliches Tabuthema.
- Möglichkeiten der Aufklärungsarbeit und Therapieansätze.
Auszug aus dem Buch
3.1 Definitionen von Angst
Die Angst ist ein Urinstinkt, der seit Millionen Jahren das Überleben der Menschheit sichert. Das Wort Angst leitet sich vom lateinischen ‚angustiae’ ab und bedeutet ‚eng, beengend, die freie Bewegung hindernd’ (vgl. Menge & Güthling 1965, zitiert nach Sörensen 1996, S. 2). Im Klinischen Wörterbuch Pschyrembel wird die Angst folgendermaßen beschrieben:
„als unangenehm empfundener, gleichwohl lebensnotweniger emotionaler Zustand mit zentralem Motiv der Vermeidung bzw. Abwehr einer Gefahr und unter Umständen psychischen und physischen Begleiterscheinungen: Unsicherheit, Unruhe, Erregung (eventuell Panik), Bewußtseins-, Denk- oder Wahrnehmungsstörungen, Anstieg von Puls oder Atemfrequenz, verstärkte Darm- und Blasentätigkeit, Übelkeit, Zittern, Schweißausbrüche […]“ (vgl. Klinisches Wörterbuch Pschyrembel, 1994).
Angst gehört zu den Basisemotionen und wird als ein Zustand verstanden, der mit einem negativen Gefühl der Anspannung einhergeht und sich auf eine Bedrohung in der Zukunft richtet (vgl. Becker, 2011, S. 10). Jede natürliche Form der Angst wird von Symptomen begleitet, die körperliche und seelische Folgen nach sich ziehen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Emotionen und der Angst sowie Formulierung der zentralen Fragestellung bezüglich der Stigmatisierung von Angststörungen.
2 Emotionen: Theoretische Herleitung und Definition von Emotionen sowie Erläuterung der Unterscheidung zwischen Basisemotionen und komplexen Gefühlen.
3 Die Emotion Angst: Detaillierte Betrachtung der Angst, ihrer Definition, der Abgrenzung zur Furcht sowie der Spezifik von Kinderängsten und dem Phänomen der "German Angst".
4 Theorien zur Angstentstehung: Vorstellung der drei zentralen psychologischen Erklärungsansätze: Psychoanalyse, Behaviorismus und kognitive Theorie.
5 Die Angst als Krankheit: Klinische Kategorisierung von Angststörungen, Fallbeispiel zum Verlauf einer Panikattacke, Darstellung verschiedener Phobien und Erörterung von Therapiewegen sowie des gesellschaftlichen Tabus.
6 Fazit: Abschließende Betrachtung und Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Angst, Angststörung, Panikattacke, Phobie, Psychologie, Psychoanalyse, Behaviorismus, Emotionen, Tabuthema, Gesellschaft, Therapie, Verhaltenstherapie, Sigmund Freud, German Angst, Psychische Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition, Entstehung und klinischen Ausprägung von Angst sowie der Frage, warum dieses weit verbreitete Phänomen in unserer Gesellschaft noch immer tabuisiert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den psychologischen Grundlagen der Angstentstehung werden klinische Angststörungen (wie Phobien und Panikattacken), die Bedeutung von Kindheitserfahrungen und die gesellschaftliche Sichtweise auf psychische Erkrankungen thematisiert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuklären, was Angststörungen ausmacht, und Wege zu finden, wie das gesellschaftliche Schweigen durch Transparenz und Aufklärungsarbeit durchbrochen werden kann.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden zur Angstentstehung genutzt?
Die Arbeit beleuchtet die psychoanalytische Theorie nach Freud, die behavioristische Reiz-Reaktions-Theorie sowie die kognitive Theorie der Angst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die klinische Einordnung von Angststörungen, einen persönlichen Erfahrungsbericht über Panikattacken sowie eine soziologische Analyse des Tabus.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Angststörung, Panikattacke, Phobie, psychoanalytische Abwehrmechanismen, gesellschaftliche Stigmatisierung und therapeutische Ansätze.
Welche Rolle spielt die "German Angst" in der Arbeit?
Der Begriff wird verwendet, um das spezifisch deutsche Phänomen der grundlosen Sorge und des ausgeprägten Sicherheitsbedürfnisses in Bezug auf wirtschaftliche und existenzielle Risiken zu erklären.
Warum wird im Buch das Thema "Tabubruch" anhand eines Musikers erläutert?
Das Beispiel von Nicholas Müller dient als konkrete Fallstudie, um zu zeigen, wie ein öffentliches Bekenntnis zu einer Angststörung zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit beitragen und Betroffenen Mut machen kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Angst als Krankheit. Warum ist die Angst ein Tabuthema in unserer Gesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/368603