Diese Ausarbeitung behandelt das Thema Banken im Niedrigzinsumfeld und befasst sich im Speziellen mit den Auswirkungen auf die Ertragslage der Banken und deren Gegensteuerungsmaßnahmen.
Ich habe dieses Thema gewählt, da es aktuell eines der bedeutendsten Herausforderungen ist, vor der die Bankenbranche in Deutschland steht und die Auswirkungen bis in jeden Bereich der Unternehmen zu spüren sind. So beschäftige auch ich mich als Vertriebs- und Risikocontoller in einer regionalen Volksbank täglich mit den Problemen und Auswirkungen des historisch niedrigen Zinsniveaus.
Zusätzlich hat das Thema starke Auswirkungen auf alle Sparer, Bauherren sowie Unternehmen und ist somit in der ganzen Gesellschaft präsent und wird intensiv diskutiert. Auch in der Presse findet es Anklang und es kommt beispielsweise im Handelsblatt zu Schlagzeilen wie „Ein ertragreiches Bankengeschäft ist kaum möglich" (Handelsblatt, 2016).
Auf die Ursachen einer solchen Aussage will ich näher eingehen und diese genau überprüfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Zins
2.1. Aufgaben des Zinses
2.2. Die Zinsentwicklung
2.3. Die Bedeutung des Zinses für Banken
3. Die Auswirkungen des Niedrigzinses
3.1. Entwicklung des Zinsergebnis
3.2. Kostendruck
4. Erfolgreich im Niedrigzinsumfeld
4.1. Auf der Suche nach Margen
4.2. Alternative Ertragsquellen
4.3. Filialnetz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen des historisch niedrigen Zinsniveaus für deutsche Kreditinstitute. Ziel ist es, die Auswirkungen auf die Ertragslage zu analysieren und wirksame Gegensteuerungsmaßnahmen aufzuzeigen, mit denen Banken ihre Zukunftsfähigkeit in einem wettbewerbsintensiven und regulatorisch anspruchsvollen Marktumfeld sichern können.
- Analyse des Zinses als Allokationsmechanismus und Einflussfaktor im Bankgeschäft
- Untersuchung der Ursachen und Folgen der Niedrigzinsphase auf das Zinsergebnis
- Bewertung strategischer Anpassungen wie Margenoptimierung und Erschließung alternativer Ertragsquellen
- Bedeutung der digitalen Transformation und der Anpassung der Filialinfrastruktur
- Diskussion über Konsolidierungsprozesse und Fusionswellen im Bankensektor
Auszug aus dem Buch
3.2. Kostendruck
Der bei den Banken entstandene Kostendruck kommt hauptsächlich aus dem gesunkenen Zinsergebnis. Da das Ziel der Institute die Erhaltung eines erfolgreichen Geschäftsbetriebes nach dem Shareholder- oder Stakeholder-Ansatz ist, muss hierfür die notwendige Rentabilität der Bank erreicht werden. Um die rückläufige Ertragslage zu kompensieren, wird nun versucht, den entgangenen Ertrag durch Einsparungen auszugleichen.
Der allgemeine Verwaltungsaufwand besteht hauptsächlich aus Personalaufwand und anderem Verwaltungsaufwand, der den gesamten Sachkostenbereich sowie bspw. Raumaufwendungen und IT-Kosten abdeckt, aber auch Beratungs- und Prüfungskosten enthält. Im Jahr 2014 betrug diese Position 69,8% des Zins- und Provisionsüberschusses. Dieser Anteil sollte nun auch bei gesunkenen Zinsüberschüssen nicht überschritten werden.
Trotzdem kam es in den letzten Jahren zu einem konstanten Anstieg der Verwaltungsaufwendungen in Bezug auf die Bilanzsumme. So betragen die Kosten mittlerweile schon deutlich über ein Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme.
Bei den Personalaufwendungen entsteht der Kostendruck durch die regelmäßige Anpassung der Tarifverträge. Um dem entgegenzuwirken, muss der Personalbedarf durch strukturelle Änderungen oder Effizienzsteigerungen gesenkt werden.
Bei den anderen Verwaltungsaufwendungen fordern die wachsende Digitalisierung des Bankgeschäfts und die höheren regulatorischen Anforderungen ihren Tribut und sorgen für steigende Kosten. Die Banken reagieren hierauf mit einer Konsolidierungswelle und versuchen über Fusionen zu wachsen. Hierdurch sollen die vorhandenen Synergien im Personalbestand gehoben und die Effizienz der Bearbeitung von neuen regulatorischen Richtlinien gesteigert werden. Häufig handelt es sich um kleinere Banken, wie z.B. Sparkassen und Volksbanken, die durch Fusionen versuchen, Einsparungen zu realisieren, da die kleinen Häuser aufgrund der hohen Kosten nicht mehr rentabel arbeiten können. Dieser Weg wir schon seit längerem beschritten und zeigt einen Rückgang der Institutsanzahl in Deutschland. So ist auch in der Zukunft mit einer deutlich steigenden Anzahl von Zusammenschlüssen im Bereich der Volksbanken und Sparkassen zu rechnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Niedrigzinsphase ein und erläutert die Relevanz der Auswirkungen auf die Ertragslage deutscher Banken sowie das Ziel der Untersuchung.
2. Der Zins: Dieses Kapitel behandelt die volkswirtschaftliche Bedeutung des Zinses, analysiert die historische Zinsentwicklung und beschreibt die Abhängigkeit der Banken vom Zinsüberschuss.
3. Die Auswirkungen des Niedrigzinses: Hier wird der Zusammenhang zwischen dem sinkenden Zinsniveau, dem schwindenden Zinsergebnis und dem daraus resultierenden Kostendruck bei Kreditinstituten detailliert dargelegt.
4. Erfolgreich im Niedrigzinsumfeld: Das Kapitel beschreibt konkrete Strategien zur Margensicherung, die Erschließung neuer Ertragsquellen sowie die Notwendigkeit der Anpassung des Filialnetzes.
5. Fazit: Die Zusammenfassung zieht Bilanz über die getroffenen Gegenmaßnahmen der Banken und bewertet, ob diese ausreichend sind, um die Rentabilität in einem herausfordernden Marktumfeld langfristig zu wahren.
Schlüsselwörter
Niedrigzinsniveau, Banken, Zinsüberschuss, Ertragslage, Zinsentwicklung, Kostendruck, Rentabilität, Zinsergebnis, Filialnetz, Digitalisierung, Konsolidierung, Kreditgeschäft, Margen, Provisionserträge, Strukturbeitrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie deutsche Kreditinstitute auf das aktuelle Niedrigzinsumfeld reagieren und welche Auswirkungen dieses auf ihre Ertragslage hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Zinsentwicklung, der Bedeutung des Zinsüberschusses für Banken, dem daraus entstehenden Kostendruck und strategischen Anpassungsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Banken unter den gegebenen Zinsbedingungen überleben können und welche spezifischen Gegenmaßnahmen für ihre Zukunft erforderlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Auswertung von Wirtschaftsdaten, Geschäftsberichten und aktuellen Presseberichten zur Zinslage.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Ursachen der Zinsentwicklung, der Einfluss auf das Zinsergebnis sowie praktische Strategien wie der Abbau von Filialen und die Suche nach alternativen Erträgen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Niedrigzinsniveau, Zinsüberschuss, Ertragslage, Konsolidierung, Kostendruck, Digitalisierung und Zinsänderungsrisiko.
Wie gehen Banken konkret mit den negativen Zinsen um?
Die Banken setzen verstärkt auf Gebührenerhöhungen, den Ausbau von Provisionsgeschäften, Fusionen zur Kostensenkung und die Digitalisierung ihrer Dienstleistungen.
Welche Rolle spielen Fusionen bei der Bewältigung des Niedrigzinsumfelds?
Fusionen dienen insbesondere kleineren Instituten wie Volksbanken und Sparkassen dazu, Fixkosten zu senken, Synergien im Personalbestand zu heben und regulatorische Anforderungen effizienter zu erfüllen.
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- Sebastian Schuhmacher (Author), 2016, Banken im Niedrigzinsumfeld. Auswirkungen des Niedrigzinsniveau auf die Banken in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/368488