Das Buch "Legenda Aurea" von Jacobus de Voragine war im Mittelalter das meistgelesene Buch, es kam sogar vor der Bibel. Im Rahmen dieser Arbeit wird das Werk anhand bestimmter Kriterien vorgestellt und befragt. Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Zum Ersten wird das Buch im Ganzen erklärt und die wichtigsten Heiligen erfahren eine kurze Vorstellung. Der zweite Teil wird sich mit einem Heiligen und dessen Wirken, über die Literatur des Buches hinaus, auseinandersetzen.
Die "Legenda Aurea" wurde bereits mehrfach übersetzt. Verschiedene Forscher befassten sich mit der Einteilung des Jahrkreises und der Wahl der Heiligen. Das Buch gilt als eine der wichtigsten Quellen der mittelalterlichen Heiligenverehrung. Als Literatur für diese Arbeit dient neben verschiedenen Übersetzungen auch "Historische Typologie der deutschen Heiligenlegende des Mittelalters" von Edith Feistner.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Zum Buch Legenda Aurea
Zum Autor
Das Buch
Erneuerung
Versöhnung und Pilgerschaft
Verwirrung
Versöhnung
Pilgerschaft
Bekannte Heilige
Der heilige Andreas
Leben
Geschichte
Allgemeines über den heiligen Andreas
Konklusion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die "Legenda Aurea" des Jacobus de Voragine als zentrales Werk der mittelalterlichen Heiligenverehrung. Dabei liegt der Fokus auf der Strukturierung des Kirchenjahres innerhalb des Werkes sowie einer detaillierten Analyse des Heiligen Andreas als Fallbeispiel für die mythische Darstellung von Heiligenleben.
- Historische Einordnung und Relevanz der Legenda Aurea
- Strukturierung des Kirchenjahres in fünf Jahreskreisen
- Methodische Darstellung von Heiligenlegenden im Mittelalter
- Biographische und hagiographische Analyse des Heiligen Andreas
- Kulturelle Bedeutung der Heiligenverehrung und Reliquienverehrung
Auszug aus dem Buch
Geschichte
Eine der Taten des Heiligen war die Rettung des Matthäus. Andreas predigte nach der Himmelfahrt Christi in Skythien, Matthäus in Margundia. Matthäus erzeugte mit seinen Predigten Hass unter der Bevölkerung. Dies führte dazu, dass er gefangen genommen und geblendet wurde. Außerdem sollte er hingerichtet werden. Ein Engel erschien Andreas und gebot ihm, sich nach Margundia zu begeben und seinem Freund zu helfen. Er fand das Gefängnis unversperrt vor. Als er seinen Freund blind vorfand, begann er zu weinen. Durch dieses Flehen wurde Matthäus das Augenlicht wiedergeschenkt. So gelang Matthäus die Flucht. Andreas verblieb in Margundia und sah sich nun selbst dem Zorn der Einwohner ausgesetzt. Sie fesselten ihn und schleiften ihn durch die Straßen. Er bat beim Herrn dennoch um Gnade. So bekehrte er sie zum Glauben an Jesus Christus.
Später war er in Achaia tätig. In der Provinzhauptstadt Patras geriet er in einen Streit mit dem Prokonsul Ägeas, der Christen zwang Götzenopfer zu verrichten. Der Prokonsul wollte dies auch Andreas aufzwingen, doch dieser blieb standhaft. Er entgegnete ihm, dass er dem allmächtigen Herrn jeden Tag ein unbeflecktes Lamm opfern würde und dass dieses, obwohl es vom ganzen Volk verzehrt werden würde, lebendig und unverletzt bleiben würde. Auf die Frage wie dies vonstattengehen würde antwortete Andreas, dass Ägeas doch sein Jünger werden solle. Dieser geriet in Zorn über diese Aussage und erteilte den Befehl, Andreas verhaften zu lassen und ihn ins Gefängnis zu werfen. So begann das Martyrium des Andreas.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Werkes Legenda Aurea als wichtigste Quelle der mittelalterlichen Heiligenverehrung und Erläuterung des zweigeteilten Aufbaus der Arbeit.
Zum Buch Legenda Aurea: Biographischer Abriss über Jacobus de Voragine und Beschreibung der Entstehung sowie des Inhalts seines Hauptwerkes.
Erneuerung: Analyse des ersten Jahreskreises, der die Adventszeit und die Berufung der Menschen durch Propheten thematisiert.
Versöhnung und Pilgerschaft: Beschreibung des zweiten Teils des Kirchenjahres, der von der Geburt Christi, der Freude und dem Kampf gegen das Böse geprägt ist.
Verwirrung: Erörterung des dritten Abschnitts, der das Abweichen des Menschen von Gottes Gebot bis zur Zeit des Moses behandelt.
Versöhnung: Erläuterung des vierten Jahreskreises, der mit Ostern beginnt und sich auf das Wirken Christi konzentriert.
Pilgerschaft: Betrachtung des letzten Jahreskreises, der das gegenwärtige Zeitalter der Gläubigen beschreibt und die meisten Gedenktage umfasst.
Bekannte Heilige: Kurze Vorstellung bedeutender Heiliger der Legenda Aurea, darunter Nikolaus, Johannes, Paulus, Georg, Pankratius, Petrus, Maria Magdalena, Franz von Assisi und Martin.
Der heilige Andreas: Detaillierte Betrachtung des Namenspatrons des Autors hinsichtlich seines Lebens, seiner Geschichte und seiner allgemeinen Verehrung.
Konklusion: Abschließende Reflexion über die Bedeutung der Legenda Aurea für die christliche Religion und die Rolle der mythischen Darstellung in Glaubensbüchern.
Schlüsselwörter
Legenda Aurea, Jacobus de Voragine, Heiligenverehrung, Kirchenjahr, Mittelalter, Apostel Andreas, Hagiographie, Martyrium, Reliquien, christliche Geschichte, Liturgie, Adventszeit, Passionalien, Glaubensbuch, Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der "Legenda Aurea" von Jacobus de Voragine, einem der einflussreichsten Werke des Mittelalters, und analysiert dessen Aufbau sowie die darin beschriebenen Heiligenlegenden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Struktur des Kirchenjahres, die Einordnung von Heiligen in mythische Lebensläufe und die historische Relevanz dieses Werkes für die christliche Glaubenspraxis.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, das Werk "Legenda Aurea" anhand spezifischer Kriterien zu untersuchen und die Bedeutung des Heiligen Andreas als Fallbeispiel innerhalb dieses hagiographischen Kontexts aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse, bei der sowohl historische Übersetzungen als auch fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zur Typologie der Heiligenlegenden herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Werkes, die Analyse der fünf Jahreskreise des Kirchenjahres, die Charakterisierung bekannter Heiliger und eine vertiefende Untersuchung des Lebens und der Geschichte des Heiligen Andreas.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Legenda Aurea, Heiligenlegende, Kirchenjahr, Martyrium und die Verehrung des Apostels Andreas geprägt.
Welche Bedeutung kommt dem Heiligen Andreas im Werk zu?
Andreas dient als prominentes Beispiel für die Übertragung von biblischen Wurzeln in eine hagiographische Erzählform, die sein Martyrium und seine Rolle als Apostel verschiedener Regionen unterstreicht.
Warum spielt die Legenda Aurea eine so große Rolle in der Kunst und Religion?
Aufgrund ihrer weiten Verbreitung im Mittelalter fungierte sie als Anleitung zur Andacht und Erbauung, was maßgeblich die religiöse Ausübung und die bildliche Darstellung von Heiligen in der Kunst beeinflusste.
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- Andreas Schmidt (Author), 2016, Heiligenlegenden im Mittelalter in Jacobus de Voragines "Legenda Aurea", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/367908