Während momentan nach wie vor die humanitäre Hilfe im Vordergrund steht, um die Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen, rückt zunehmend die Frage nach den ökonomischen Auswirkungen in den Mittelpunkt. Es ist also wichtig zu untersuchen, welche Wirkung in Deutschland, durch die Zuwanderung von Flüchtlingen, zu erwarten ist. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Arbeitsmarkt.
Die Auswirkungen werden, je nach Sichtweise, unterschiedlich erwartet. Im Folgenden wird die Situation insbesondere aus Sicht der Neoklassik, das heißt aus angebotsorientierter Sicht, betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Das Potential der Erwerbspersonen durch die Flüchtlingsmigration
Der Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge
Die Asylgesetzgebung in Bezug auf den Arbeitsmarkt
Die Qualifizierung der Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt
Die erwartete Wirkung des erhöhten Arbeitsangebots durch die Flüchtlingsmigration
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen der Flüchtlingsmigration auf den deutschen Arbeitsmarkt, wobei insbesondere die angebotsorientierte Perspektive im Kontext der Neoklassik eingenommen wird. Dabei wird analysiert, inwieweit das durch Zuwanderung steigende Arbeitsangebot zu Beschäftigungswachstum oder Arbeitslosigkeit führt, unter Berücksichtigung rechtlicher Hürden und Qualifikationsdefizite.
- Angebotsorientierte Wirkungsmechanismen auf dem Arbeitsmarkt
- Einfluss von Asylgesetzgebung und Arbeitsmarktzugangshürden
- Qualifikationsniveau und Sprachkenntnisse der Flüchtlinge
- Zusammenhang zwischen Mindestlohn und unfreiwilliger Arbeitslosigkeit
- Beschäftigungsstrukturen und ökonomischer Output
Auszug aus dem Buch
Die Asylgesetzgebung in Bezug auf den Arbeitsmarkt
Ein Grund, der eine frühzeitige Eingliederung der Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt kaum zulässt, ist die Asylgesetzgebung.
Seit 2014 gilt für Asylbewerber ab Antragstellung, eine drei monatige Wartezeit für den Zugang zum Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu der neunmonatigen Wartezeit in den Jahren davor, soll diese neue Regelung die Integration und den Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge erleichtern. Innerhalb dieser drei Monate gilt ein Striktes Arbeitsverbot.
Nach Ablauf dieser Zeit erhalten Asylbewerber eine eingeschränkte Arbeitserlaubnis, was bedeutet, dass bevor eine Stelle angetreten werden kann, eine Zustimmung der zuständigen Arbeitsagentur eingeholt werden muss. Diese Zustimmung wird auch Vorrangprüfung genannt. Hierbei wird geprüft ob die Stelle auch mit einem „vorrangigen“, d.h. mit einem deutschen Staatsbürger, EU-Bürger oder einem Flüchtling, dem der Asylstatus bereits zuerkannt wurde, besetzt werden kann. Seit 2014 entfällt die Vorrangprüfung nach 15 Monaten, beziehungsweise vorher, sofern das Asylverfahren des Antragstellers positiv abgeschlossen wurde. Menschen mit einem Bleiberecht haben einen uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Für Asylbewerber mit anerkanntem Hochschulabschluss in Engpassberufen oder mit anerkanntem Berufsabschluss in Ausbildungsberufen nach der „Positivliste“, entfällt die Vorrangprüfung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Arbeit führt in die demografische Herausforderung der Flüchtlingsmigration ein und legt den Fokus auf die Analyse der ökonomischen Auswirkungen aus einer neoklassischen, angebotsorientierten Sicht.
Das Potential der Erwerbspersonen durch die Flüchtlingsmigration: Es wird die Anzahl und Herkunft der Flüchtlinge betrachtet, um das Potenzial des tatsächlichen Zuwachses an erwerbsfähigen Personen zu bestimmen.
Der Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge: Das Kapitel erörtert die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Wachstumspotenzial und den tatsächlichen Zugangsmöglichkeiten aufgrund institutioneller Barrieren.
Die Asylgesetzgebung in Bezug auf den Arbeitsmarkt: Dieses Kapitel analysiert spezifisch die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Wartezeiten, Vorrangprüfungen und Arbeitsverbote, die eine Integration in den Arbeitsmarkt beeinflussen.
Die Qualifizierung der Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt: Hier werden Defizite bei Berufsqualifikationen und Sprachkenntnissen untersucht, die den Eintritt in qualifizierte Beschäftigungsverhältnisse erschweren.
Die erwartete Wirkung des erhöhten Arbeitsangebots durch die Flüchtlingsmigration: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der langfristigen ökonomischen Folgen, der Rolle des Mindestlohns bei unfreiwilliger Arbeitslosigkeit und der möglichen Beschäftigungsentwicklung.
Schlüsselwörter
Flüchtlingsmigration, Arbeitsmarkt, angebotsorientierte Sicht, Neoklassik, Arbeitsangebot, Asylgesetzgebung, Vorrangprüfung, Mindestlohn, Beschäftigungswachstum, Qualifizierung, Sprachkenntnisse, unfreiwillige Arbeitslosigkeit, Integration, Output, erwerbsfähige Personen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Wirkungen der Flüchtlingszuwanderung auf den deutschen Arbeitsmarkt aus einer angebotsorientierten Perspektive.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Arbeitsmarktzugang, den rechtlichen Rahmenbedingungen der Asylgesetzgebung, der beruflichen Qualifikation der Flüchtlinge und den Auswirkungen auf Löhne und Beschäftigung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Zuwanderung als Faktor Arbeit auf den Output auswirkt und welche Hindernisse einer effizienten Integration entgegenstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung folgt einer volkswirtschaftlichen Analyse, insbesondere auf Basis neoklassischer Theorieansätze und unter Auswertung statistischer Daten der Bundesagentur für Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Erwerbspersonenpotenzials, der rechtlichen Eintrittsbarrieren, der Qualifikationsdefizite sowie der ökonomischen Konsequenzen bei steigendem Arbeitsangebot.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Flüchtlingsmigration, Arbeitsmarkt, Mindestlohn, Integrationshindernisse und angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.
Welchen Einfluss hat der gesetzliche Mindestlohn auf die Integration?
Der Mindestlohn wirkt aus angebotsorientierter Sicht als Barriere, da er bei Geringqualifizierten zu einer unfreiwilligen Arbeitslosigkeit führen kann, wenn das Lohnniveau nicht unter die gesetzliche Grenze sinken darf.
Warum spielt die Herkunft der Flüchtlinge eine Rolle für den Arbeitsmarkt?
Die Herkunft korreliert oft mit der Anerkennungsquote des Bleiberechts und dem mitgebrachten Bildungsniveau, was maßgeblich bestimmt, wie schnell Flüchtlinge als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
- Arbeit zitieren
- Lina Vollmer (Autor:in), 2017, Die Wirkung der Flüchtlingszuwanderung auf den Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/367249