Seit dem Beginn der Flüchtlingswelle stellt sich nun auch in Österreich die Frage der Migrations- und Flüchtlingspolitik. Ein Begriff, der in der heutigen Gesellschaft vielfach diskutiert und analysiert wird, die Gesellschaft in ,,Pro“ und ,,Contra“ teilt und ein komplexes politisches System beinhaltet. Von der Idee der Gastarbeit bis zur Flüchtlingspolitik heute hat sich einiges verändert, sowohl gesellschaftlich, als auch politisch. Diese Arbeit vollziehte die Entwicklung nach und bezeichnet künftige Entwicklungsfelder sowie Herausforderungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Idee der Gastarbeit
2.1 Zuwanderung im 20. Jahrhundert
2.2 Auswirkungen
2.3 Entstehung von Randgruppen?
3. Integrationspolitik in Österreich
4. Flucht und Asyl in Österreich
5. Künftige Entwicklungen und Herausforderungen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die langfristigen Folgen der österreichischen Migrationspolitik seit der Zeit der Gastarbeiterzuwanderung in den 1960er Jahren und deren Einfluss auf die aktuelle politische Situation sowie die gesellschaftliche Flüchtlingsdebatte. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit historische Muster zur Entstehung von Randgruppen beitragen und wie sich diese Dynamik auf die heutige Spaltung der Bevölkerung in der Integrationsfrage auswirkt.
- Historische Entwicklung der Gastarbeit in Österreich
- Sozioökonomische Faktoren bei der Entstehung von Randgruppen
- Institutionalisierung und Wandel der österreichischen Integrationspolitik
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Flucht und Asyl (GEAS, Dublin)
- Herausforderungen durch aktuelle Flüchtlingsbewegungen
Auszug aus dem Buch
2.3 Entstehung von Randgruppen?
Zunächst sollte der Begriff einer Randgruppe definiert werden:
,,Als Randgruppen werden Menschen verstanden, die aufgrund diverser Benachteiligungen nicht am üblichen Leben der Gesellschaft teilnehmen können und deshalb "außerhalb" der Gesellschaft leben müssen“ (Hradil, S. 2012).
Die soziale Ungleichheit, die durch die Idee der Gastarbeit entstanden ist, trägt sich bis heute in der Gesellschaft in Österreich weiter. Sie erscheint in Form von Milieus und unterschiedlichen Lebensstilen und ist eine Konsequenz der mangelnden Bildung (Statistik Austria, 2015).
Doch wie entstehen diese Randgruppen?
Ein wichtiger Faktor ist Bildung. Kinder mit Migrationshintergrund besuchen zum Beispiel seltener Kindergärten. Dabei sind diese der erste soziale Kontakt in einem gesellschaftlichen Geflecht, in dem es den Kindern ermöglicht wird, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen und Neues dazuzulernen. Auch die Sprache wird durch den Kindergarten weiterentwickelt – dem zu Folge benötigen etwa 58% der Kinder mit Migrationshintergrund Unterstützung im Lernen der deutschen Sprache (Statistik Austria, 2015).
Dies zieht sich weiter bis zur Schule. Demnach besuchen Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger die Hauptschule, als dass sie das Matura machen (Statistik Austria, 2015). Da die schulische Ausbildung dazu beiträgt, welchen beruflichen Status ein Mensch im Erwachsenenalter einnimmt, lässt sich von dieser Auswertung ableiten, dass Bildung ein großer Faktor ist, durch den Menschen mit Migrationshintergrund wegen Ihrer Berufsmöglichkeiten in ein bestimmtes Milieu gedrängt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Langzeitfolgen der Migrationspolitik seit der Gastarbeiterära für die heutige politische Situation in Österreich auf.
2. Idee der Gastarbeit: Das Kapitel analysiert die historische Etablierung Österreichs als Einwanderungsland und die Diskrepanz zwischen dem geplanten temporären Aufenthalt der Arbeiter und der tatsächlichen dauerhaften Ansiedlung.
2.1 Zuwanderung im 20. Jahrhundert: Hier wird der historische Kontext der Anwerbeabkommen zwischen Österreich und Ländern wie Italien, Spanien, der Türkei und Jugoslawien sowie die Rolle der Sozialpartnerschaft beschrieben.
2.2 Auswirkungen: Dieser Abschnitt thematisiert die Folgen des Anwerbestopps, das Ausländerbeschäftigungsgesetz sowie die Integrationsprobleme, die durch den Familiennachzug entstanden sind.
2.3 Entstehung von Randgruppen?: Hier werden Bildungsdefizite, Arbeitslosigkeit und Wohnverhältnisse als zentrale Faktoren identifiziert, die zur Entstehung von gesellschaftlichen Randgruppen beitragen.
3. Integrationspolitik in Österreich: Das Kapitel erläutert die Entwicklung von kommunalen Ansätzen hin zu einer bundesweiten, institutionellen Integrationsstrategie inklusive der Einrichtung eines Expertenrats.
4. Flucht und Asyl in Österreich: Hier wird der rechtliche Rahmen der Asylpolitik, insbesondere die Genfer Flüchtlingskonvention und das Dubliner Übereinkommen, im Kontext aktueller Flüchtlingsströme erörtert.
5. Künftige Entwicklungen und Herausforderungen: Dieser Teil befasst sich mit den praktischen Herausforderungen wie Unterbringung, Integration und gesellschaftlichem Misstrauen durch aktuelle Kriegsflüchtlinge.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die historische "Idee der Gastarbeit" nach wie vor die heutige Integrationspolitik belastet und fordert einen Abbau des gesellschaftlichen Misstrauens durch gezielte Integrationsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Migrationspolitik, Flüchtlingspolitik, Österreich, Gastarbeit, Integrationspolitik, Randgruppen, Asyl, Sozialpartnerschaft, Bildung, Migration, Arbeitsmarkt, gesellschaftliche Spaltung, Dubliner Übereinkommen, Integration, Zuwanderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der österreichischen Migrations- und Flüchtlingspolitik, ausgehend von der historischen Gastarbeiteranwerbung bis hin zu aktuellen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die historische Entstehung der Zuwanderung, die Bildung von sozialen Randgruppen, die Entwicklung der staatlichen Integrationspolitik sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der heutigen Asylpolitik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Konsequenzen der früheren Migrationspolitik für die heutige politische Situation in Österreich und das Verständnis von Flucht und Asyl zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, indem sie wissenschaftliche Berichte, rechtliche Grundlagen und statistische Daten von Institutionen wie der Statistik Austria auswertet, um ihre These zu stützen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Gastarbeiter-Thematik, die strukturelle Integration in Österreich, die rechtliche Einordnung von Asylsuchenden sowie einen Ausblick auf künftige Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Migrationspolitik, Gastarbeit, Integrationspolitik, Randgruppen und soziale Ungleichheit.
Inwiefern hat die "Idee der Gastarbeit" zur Entstehung von Randgruppen beigetragen?
Die Autorin argumentiert, dass durch die anfängliche Sichtweise, Gastarbeiter seien nur temporär anwesend, die Integration vernachlässigt wurde, was zu langfristigen Bildungs- und sozialen Benachteiligungen der Betroffenen und ihrer Nachkommen führte.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der EU bei der aktuellen Flüchtlingssituation?
Österreich ist durch EU-Abkommen wie das Dubliner Übereinkommen an gewisse Regeln gebunden, die jedoch durch den massiven Flüchtlingszustrom an ihre praktischen Grenzen stoßen, was Österreich vor große logistische und politische Herausforderungen stellt.
- Arbeit zitieren
- Paulina Schmiedeberg (Autor:in), 2016, Migrations- und Flüchtlingspolitik in Österreich. Geschichte, gegenwärtige und künftige Entwicklungen und Herausforderungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/366455