Die vorliegende Arbeit nimmt es sich zur Aufgabe, einen Überblick über die wesentlichen Änderungen des neu veröffentlichten Standards der Leasingbilanzierung zu geben und auf dieser Grundlage zu überprüfen, inwiefern die Ziele bzw. die Erwartungen an die Neuerung der Leasingbilanzierung verwirklicht werden konnten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problem
1.2 Kurzfassung und Ziel der Neuerung
1.3 Vorgehensweise
2 Leasing gemäß IAS 17
2.1 Definition von Leasing
2.2 Klassifizierung von Leasingverhältnissen
2.3 Ansatz und Bewertung
2.3.1 Grundlagen
2.3.2 Finanzierungsleasing beim Leasingnehmer
2.3.3 Finanzierungsleasing beim Leasinggeber
2.3.4 Operating-Leasing beim Leasingnehmer
2.3.5 Operating-Leasing beim Leasinggeber
2.4 Beurteilung
3 Neuerung der Leasingbilanzierung nach IFRS 16
3.1 Identifizierung von Leasingverhältnissen
3.2 Bilanzierungswahlrechte
3.2.1 Kurzfristige Leasingverhältnisse
3.2.2 Geringwertige Leasingverhältnisse
3.3 Anhangangaben
3.4 Ansatz und Bewertung
3.4.1 Leasingnehmermodell
3.4.2 Leasinggebermodell
3.5 Auswirkungen des neuen Leasingstandards
3.5.1 Auf die Bilanz
3.5.2 Auf die GuV
3.5.3 Auf den Cashflow
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Reform der Leasingbilanzierung durch den Standard IFRS 16, mit dem primären Ziel, die Off-Balance-Bilanzierung zu beenden und die Transparenz für Abschlussadressaten zu erhöhen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern die Erwartungen an diese Neuregelung erfüllt werden konnten und welche Auswirkungen dies auf die Unternehmensbilanzierung hat.
- Kritische Analyse des bisherigen IAS 17 Standards
- Methodische Neuerungen durch IFRS 16
- Vergleich zwischen Leasingnehmermodell und Leasinggebermodell
- Auswirkungen auf Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie Cashflow
- Bewertung von Bilanzierungswahlrechten für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse
Auszug aus dem Buch
1.1 Problem
„One of my great ambitions before I die is to fly in an aircraft that is on an airline’s balance sheet.” David Tweedie, der ehemalige Chairman des IASB, prägt mit seiner Aussage aus dem Jahr 2008 die öffentlichen Diskussionen über die Neuerung der Leasingbilanzierung. Dabei kritisiert er nicht nur die Option, Leasingverhältnisse so klassifizieren zu können, dass sie außerhalb der Bilanz aufgeführt werden, sondern auch die Bilanzpolitik einiger Airlines, die das sogenannte Operating Leasing ausnutzen um ihre Bilanz zu verzerren und damit ein nicht den Tatsachen entsprechendes Bild vermitteln.
Obwohl dieser Kritikpunkt nicht ganz der Realität entspricht, fasst er die Problematik des aktuellen Standards IAS 17 gut zusammen. Nach FAS 13 (US-GAAP) und IAS 17 (IFRS) wird bei Leasinggeschäften zwischen Finance- und Operating-Leasing unterschieden. Handelt es sich um ein Operating Leasingverhältnis, so wird beim Leasingnehmer das Leasingobjekt weder als Vermögenswert aktiviert, noch als Verbindlichkeit in der Bilanz passiviert.
Ziel der International Finanical Reporting Standars ist es die Rechnungslegung weltweit zu harmonisieren. Nach der EU-Verordnung 1606/2002 müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen ab dem Jahr 2005 ihre Konzernabschlüsse nach IFRS bilanzieren. Bei nicht kapitalmarktorientierten Gesellschaften besteht ein Wahlrecht den Konzernabschluss nach IFRS zu erstellen. Weltweilt bilanzieren etwa 30.000 Unternehmen nach IFRS oder US-GAAP. Davon haben mehr als 14.000 Unternehmen in ihrem letzten Geschäftsbericht Informationen über außerbilanzielle Geschäfte veröffentlicht. Die aktuellen Off-Balance-Leasingvereinbarungen belaufen sich nach dem IASB auf eine Summe von rund 3,3 Billionen US-Dollar, was einem prozentualen Anteil von ca. 85% aller Leasinggeschäfte entspricht. Durch diese Off-Balance-Behandlungen kommt es zu einem erheblichen Transparenzverlust für den Abschlussadressaten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Problematik der Off-Balance-Bilanzierung unter IAS 17 und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Leasing gemäß IAS 17: Erläutert die Grundlagen, die Klassifizierung sowie die Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Finanzierungs- und Operating-Leasing nach dem alten Standard.
3 Neuerung der Leasingbilanzierung nach IFRS 16: Detaillierte Darstellung der neuen Kriterien zur Identifizierung, die Bilanzierungswahlrechte und die spezifischen Modelle für Leasingnehmer und Leasinggeber.
4 Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die Erreichung der Zielsetzung hinsichtlich der Transparenzsteigerung und der bilanzpolitischen Auswirkungen.
Schlüsselwörter
IFRS 16, Leasingbilanzierung, IAS 17, Operating-Leasing, Finanzierungsleasing, Bilanzierungswahlrechte, Off-Balance-Finanzierung, Right-of-Use-Asset, Leasingnehmer, Leasinggeber, Transparenz, Bilanzverlängerung, Nutzungsrecht, Leasingverbindlichkeit, Rechnungslegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Umstellung der Leasingbilanzierung von IAS 17 auf den neuen Standard IFRS 16 und analysiert, wie sich diese Änderung auf die Darstellung von Leasingverhältnissen in der Bilanz auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Leasingverhältnissen, die Neuerung des Leasingnehmermodells, die Auswirkungen auf die Bilanzstruktur sowie die kritische Würdigung der neuen Anhangangaben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Effektivität der Neuregelung durch IFRS 16 zu beurteilen, insbesondere in Bezug auf die Reduzierung von Ermessensspielräumen und die Eliminierung der Off-Balance-Bilanzierung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine vergleichende Untersuchung der Standards IAS 17 und IFRS 16, ergänzt durch die Analyse von Auswirkungen auf Finanzkennzahlen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der Status Quo nach IAS 17, die Neuerungen durch IFRS 16 (einschließlich Wahlrechte) und die Auswirkungen auf Bilanz, GuV und Cashflow detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind IFRS 16, Leasingbilanzierung, Off-Balance-Finanzierung, Right-of-Use-Asset und Transparenz der Rechnungslegung.
Warum wird beim Leasinggeber weniger stark eingegriffen als beim Leasingnehmer?
Da die Kritik am alten Standard IAS 17 sich primär auf die Bilanzierungspolitik der Leasingnehmer (insbesondere Off-Balance-Geschäfte) konzentrierte, sah der IASB beim Leasinggeber kaum Änderungsbedarf.
Was bedeutet das "Front Loading" in der Gewinn- und Verlustrechnung?
Durch die Aufteilung in Zins- und Abschreibungsaufwand unter IFRS 16 entstehen zu Beginn der Laufzeit höhere Aufwendungen im Vergleich zur linearen Verteilung beim alten Operating-Leasing.
Gibt es Ausnahmen von der Bilanzierungspflicht unter IFRS 16?
Ja, für kurzfristige Leasingverträge (bis 12 Monate) und geringwertige Wirtschaftsgüter (bis 5.000 US-Dollar) bestehen Wahlrechte, die eine Weiterführung der bisherigen Behandlung ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Pascal Wald (Autor:in), 2017, Neuerung der Leasingbilanzierung nach IFRS 16, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/366384