Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Sonstiges

Die Perzeption von Parallelgesellschaften. Entstehung von interkulturellem Kontakt durch Migration

Titel: Die Perzeption von Parallelgesellschaften. Entstehung von interkulturellem Kontakt durch Migration

Seminararbeit , 2017 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lukas Niggel (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wir riefen Gastarbeiter und es kamen Menschen“ lautet eine Redewendung, die 1965 Max Frisch formulierte. Hier spricht der berühmte Schriftsteller ein Phänomen an, das bis heute nicht an Brisanz verloren hat. Nachdem im deutschsprachigen Raum in den Sechziger Jahren aufgrund des Wirtschaftsbooms Arbeitskraftmangel herrschte, wurden zwischenstaatliche Abkommen getroffen, die eine befristete Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für Ausländer festlegten. Mit der Anwerbung von Arbeitern kamen zahlreiche Menschen, die hierzulande zu Wohlstand und Prosperität beitrugen. Die Politiken der deutschsprachigen Länder waren jedoch kurz gedacht, da man primär den Nutzen der migrantischen Arbeitsleistung sah und weniger welche kulturellen und zivilisatorischen Dynamiken und Herausforderungen damit verbunden waren.

Gastarbeiter, welche eben zunächst als Gäste verstanden wurden, siedeln sich an, fingen an sich Existenzgrundlagen aufzubauen und Familien zu gründen.
Bald erkannte die Politik, dass man einerseits diese Menschen nicht einfach wieder in ihre Herkunftsländer zurückschicken konnte und andererseits auch von deren systemstabilisierender Arbeit abhängig wurde. Somit wurde teilweise die zeitliche Aufenthaltsbefristung aufgehoben und es bildeten sich ethnische Communities. Die Nutzung der Arbeitsleistung der Migranten stellte kritisch betrachtet eine zweckrationale Verdinglichung von menschlichen Existenzen dar.
Aus der Gastarbeit wurde eine langfristige Arbeitsmigration und schließlich stellte man fest, dass ehemalige Gastarbeiter sich als gleichwertiger Teil der Aufnahmegesellschaft begreifen wollen. Zu lange vernachlässigt wurde hinsichtlich einer hegemonialen Betrachtungsweise der angestammten
Bevölkerung, dass für Integration ein Engagement und ein Perspektivenwechsel von Nöten ist. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

2 MIGRATION – DIE ENTSTEHUNG VON INTERKULTURELLEM KONTAKT

3 INTEGRATION – DACHBEGRIFF UND REIZWORT

4 BEGRIFFE ETHNISCHER SOZIALSTRUKTUREN

4.1 ASSIMILATION

4.2 MULTIKULTURALISMUS

4.3 SEGREGATION

5 PARALLELGESELLSCHAFTEN - EIN UMSTRITTENES PHÄNOMEN

5.1 ANALYSE

5.2 PROBLEME

5.3 CHANCEN

6 FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Parallelgesellschaften aus einer diskursiven Perspektive. Ziel ist es, die oft emotional und einseitig geführte Debatte über Integration durch eine differenzierte wissenschaftliche Betrachtung auf eine konstruktive und sachliche Ebene zu heben, um Vorurteile abzubauen und das Integrationspotenzial ethnischer Vielfalt neu zu bewerten.

  • Grundlagen der Migration und interkulturellen Kontakte
  • Begriffsbestimmung von Integration als interaktiver Prozess
  • Analyse ethnischer Sozialstrukturen wie Assimilation, Multikulturalismus und Segregation
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung von Parallelgesellschaften
  • Diskussion der sozioökonomischen Chancen und Herausforderungen ethnischer Stadtviertel

Auszug aus dem Buch

4.3 Segregation

Nach Jürgen Friedrichs (2000: S.174) sprechen wir von Segregation bei der „disproportionalen Verteilung sozioökonomischer, ethnischer oder religiöser Gruppen auf die städtischen Teilgebiete“. Da man also die Ungleichverteilung anhand von verschiedenen äußerlichen Merkmalen, wie sozioökonomischer Status, Religion oder Demographie festmachen kann, so soll sich diese Arbeit primär mit Segregation befassen, die in Abhängigkeit von den Wohnorten der Einwanderer steht. Anders formuliert soll hier Segregation auch als Konzentration von ethnischen Gruppen auf bestimmte Teilräume einer Stadt betrachtet werden (Häußermann & Siebel 2001).

Da davon auszugehen ist, dass sich in keiner Stadt der Welt diese Gruppen komplett gleichmäßig verteilen, haben wir es mit einem Phänomen zu tun, dass sich überall wiederfindet. Was es hier jedoch zu untersuchen und bemessen gilt, ist das Ausmaß der Segregation. Der Grad der Segregation kann auch empirisch berechnet werden. Die gängigste Methode stammt von Duncan und Duncan, die den Wert der Segregation nach dem Prozentsatz der ethnischen Gruppe berechnet, der umziehen müsste um eine Gleichverteilung in allen Gebieten zu erlangen. Je höher der kalkulierte Wert, desto höher ist die Segregation in der Stadt (Dangschat nach Duncan & Duncan 2004). Was der Indexwert jedoch nicht ermitteln kann, ist die Unterscheidung zwischen gewollter und gezwungener Segregation. Hierbei sind wir am Punkt, wo sich das ambivalente Wesen der Segregation zeigt. Zum einen stellt die Segregation einen relativ normativen Zustand dar, der analysiert und berechnet werden kann, zum anderen ist Segregation ein menschliches Phänomen das interpretiert, kritisiert und auch gefördert wird.

Die Ursachen für Segregation können vielschichtig sein. Wenn Präferenzen zur Segregation des Zuwanderers für dessen Wohnortwahl ausschlaggebend waren, spricht man allgemein von freiwilliger oder aktiver Segregation. Wenn Restriktionen die Wohnortentscheidung hinsichtlich der Segregation entschieden haben, finden wir eine erzwungene oder passive Segregation vor. Anhut und Heitmeyer (2000) differenzieren außerdem funktionale und strukturelle Segregation. Während mit funktionaler Segregation eine vorübergehende, provisorische Segregation verstanden wird, ist die strukturelle Segregation auf Dauer angelegt, beide Formen der Segregation können hier auch aus freien Stücken entstehen, oder erzwungen sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Arbeitsmigration ein und skizziert die Problematik einer oft defizitorientierten Integrationsdebatte.

2 MIGRATION – DIE ENTSTEHUNG VON INTERKULTURELLEM KONTAKT: Das Kapitel definiert den Migrationsbegriff und erläutert die Bedeutung von Ethnizität und kollektiver Identität als Grundlage für soziale Transformationsprozesse.

3 INTEGRATION – DACHBEGRIFF UND REIZWORT: Hier wird Integration als reziproker Interaktionsprozess zwischen Einwanderern und der Aufnahmegesellschaft begriffen, statt als einseitige Anpassungsleistung.

4 BEGRIFFE ETHNISCHER SOZIALSTRUKTUREN: Dieses Kapitel strukturiert Integrationsmöglichkeiten durch das Modell der Mehrfachintegration, Assimilation, Segregation und Marginalität.

5 PARALLELGESELLSCHAFTEN - EIN UMSTRITTENES PHÄNOMEN: Das Kapitel analysiert die Existenzbedingungen von Parallelgesellschaften, hinterfragt die Homogenitätsannahme und beleuchtet sowohl die medialen Probleme als auch die ökonomischen Chancen.

6 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für einen Paradigmenwechsel weg von einer defizitorientierten Betrachtung hin zu einer diversitätsbewussten Stadtgesellschaft.

Schlüsselwörter

Migration, Integration, Assimilation, Multikulturalismus, Segregation, Parallelgesellschaften, Ethnizität, Identität, Soziale Netzwerke, Arbeitsmigration, Stadtentwicklung, Diskurs, Migrantenökonomie, Diversität, Interkultureller Kontakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das gesellschaftlich hochrelevante Phänomen der sogenannten Parallelgesellschaften und analysiert, wie diese in der öffentlichen Debatte konstruiert und wahrgenommen werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Migration, verschiedene Integrationsformen wie Assimilation und Multikulturalismus sowie die soziologische Analyse ethnischer Segregation in städtischen Räumen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die einseitige und oft stigmatisierende Debatte über ethnisch geprägte Stadtviertel auf eine sachliche Ebene zu heben und das Integrationspotenzial dieser Räume objektiv zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine diskursive Annäherung, indem sie soziologische Fachliteratur und theoretische Konzepte (z.B. von Esser oder Heckmann) analysiert und auf die aktuelle Debatte anwendet.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden die Begriffe Assimilation, Multikulturalismus und Segregation definiert und die konkrete Analyse von Parallelgesellschaften, inklusive ihrer Probleme und Chancen, vorgenommen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Integration, Parallelgesellschaften, Segregation, ethnische Vielfalt, Diskurs, Migrantenökonomie und Stadtentwicklung.

Warum wird Segregation in der Arbeit ambivalent bewertet?

Segregation wird nicht nur als soziales Defizit gesehen, sondern auch als potenzieller Schutzraum und soziale Ressource für Neuzuwanderer in einer fremden Umgebung.

Inwiefern können ethnische Viertel ökonomische Potenziale entfalten?

Die Arbeit zeigt, dass lokale Migrantenökonomien wichtige Versorgungsfunktionen übernehmen und durch Arbeitsplatzschaffung sowie soziale Netzwerkbildung zur Stabilisierung der Quartiere beitragen können.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Perzeption von Parallelgesellschaften. Entstehung von interkulturellem Kontakt durch Migration
Hochschule
Universität Wien
Note
1,0
Autor
Lukas Niggel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
31
Katalognummer
V364449
ISBN (eBook)
9783668443693
ISBN (Buch)
9783668443709
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Parallelgesellschaft Integration Assimilation Multikulturalismus Multikulti Parallelgesellschaften Stadt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Niggel (Autor:in), 2017, Die Perzeption von Parallelgesellschaften. Entstehung von interkulturellem Kontakt durch Migration, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/364449
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum