Eine meiner zentralen Beobachtungen während des ganzen Unterrichtspraktikums war die strukturelle Dreiteilung des Stundenverlaufs. Der methodische Grundrhythmus des Unterrichts, wie Hilbert Meyer diese Dreiteilung bezeichnet, lässt sich auf drei methodische Phasen „Einstieg / Erarbeitung / Ergebnissicherung“ zurückführen (Meyer 2004).
Unabhängig von der Lehrkraft, der Jahrgangsstufe oder der Länge des Unterrichts konnte man in jeder einzelnen von mir beobachteten Unterrichtsstunde diese methodische Schrittfolge beobachten. Natürlich waren dabei die einzelnen Phasen je nach der Lehrerpersönlichkeit unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Ausnahme bildete nur die Einstiegsphase. Auf den ersten Blick war dies die einzige Phase, die bei allen Lehrkräften gleich verlief, sodass diesbezüglich unweigerlich eine Menge von Fragen aufkamen: Warum läuft genau diese Phase des Unterrichts immer gleich ab? Heißt es dabei gleichzeitig, dass diese Phase des Unterrichts nur ein einziges Ziel verfolgt? Wenn ja, um welches Ziel handelt es sich dabei genau? Wenn nein, mit welchen Hilfsmittel kann man dann die auf den ersten Blick nicht beobachtbaren Unterschiede festmachen?
Um all diese Fragen beantworten zu können, habe ich mich zunächst mit dem Begriff des Unterrichtseinstiegs auseinandergesetzt. Die Literaturanalyse hat es mir erlaubt verschiedene Funktionen des Unterrichtseinstiegs zusammenzufassen und daraus Beobachtungskriterien abzuleiten. Mit Hilfe dieser Beobachtungskriterien konnte ich schlussendlich die Unterschiede innerhalb der beobachteten Unterrichtseinstiege feststellen und daraus die bewusst oder unbewusst intendierte Funktion des jeweiligen Unterrichteinstiegs schließen. Das Ziel meiner Beobachtung war demnach, die vorherrschende Funktion des Unterrichtseinstiegs in der Unterrichtspraxis zu ermitteln.
Im weiteren Verlauf werden die schon oben kurz angeschnittenen Phasen des Beobachtungsauftrags „Begriffsklärung, Durchführung des Beobachtung und Auswertung der Daten“ ausführlich dargestellt und meine Entscheidungen bezüglich der Beobachtungskriterien begründet.
Inhaltsverzeichnis
1. Auswertung des Beobachtungsauftrags: Unterrichtseinstieg
1.1 Begriffsklärung
1.2 Definition der Beobachtungskriterien
1.3 Durchführung der Beobachtung
1.4 Auswertung der Daten
2. Planungsmodell für eine Unterrichtseinheit
2.1 Analyse der Schule und der Lerngruppe
2.2 Darstellung und Begründung des didaktisch-methodischen Schwerpunktes
2.3 Didaktisch-methodische Verlaufsplanung
3. Schriftliche Auswertung des Fachpraktikums
3.1 Reflexion der Durchführung der Unterrichtseinheit
3.2 Weitergehende Überlegungen und Fragestellungen
3.3 Reflexion des persönlichen Bildungsgangs
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die vorherrschende Funktion des Unterrichtseinstiegs in der Schulpraxis zu untersuchen und zu ermitteln. Basierend auf didaktischen Kriterien nach Hilbert Meyer analysiert die Arbeit, wie verschiedene Einstiegstypen in den Unterricht integriert werden, und reflektiert kritisch die Herausforderungen bei der Planung und Durchführung von Unterricht in einer heterogenen Lerngruppe, um schließlich einen persönlichen didaktisch-methodischen Stil als Lehrkraft zu entwickeln.
- Analyse und Kategorisierung von Unterrichtseinstiegen nach Hilbert Meyer
- Differenzierung und Förderung in heterogenen Russisch-Lerngruppen
- Didaktisch-methodische Planung von Fremdsprachenunterricht
- Reflexion des Lehrerhandelns und der Lehrerpersönlichkeit
- Einsatz von schüleraktivierenden Methoden im Fremdsprachenunterricht
Auszug aus dem Buch
1. Auswertung des Beobachtungsauftrags: Unterrichtseinstieg
Eine meiner zentralen Beobachtungen während des ganzen Unterrichtspraktikums war die strukturelle Dreiteilung des Stundenverlaufs. Der methodische Grundrhythmus des Unterrichts, wie Hilbert Meyer diese Dreiteilung bezeichnet, lässt sich auf drei methodische Phasen „Einstieg/ Erarbeitung/ Ergebnissicherung“ zurückführen (Meyer 2004, S. 25-38). Unabhängig von der Lehrkraft, der Jahrgangsstufe oder der Länge des Unterrichts konnte man in jeder einzelnen von mir beobachteten Unterrichtsstunde diese methodische Schrittfolge beobachten.
Natürlich waren dabei die einzelnen Phasen je nach der Lehrerpersönlichkeit unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Ausnahme bildete nur die Einstiegsphase. Auf den ersten Blick war dies die einzige Phase, die bei allen Lehrkräften gleich verlief, sodass diesbezüglich unweigerlich eine Menge von Fragen aufkamen: Warum läuft genau diese Phase des Unterrichts immer gleich ab? Heißt es dabei gleichzeitig, dass diese Phase des Unterrichts nur ein einziges Ziel verfolgt? Wenn ja, um welches Ziel handelt es sich dabei genau? Wenn nein, mit welchen Hilfsmittel kann man dann die auf den ersten Blick nicht beobachtbaren Unterschiede festmachen?
Um all diese Fragen beantworten zu können, habe ich mich zunächst mit dem Begriff des Unterrichtseinstiegs auseinandergesetzt. Die Literaturanalyse hat es mir erlaubt verschiedene Funktionen des Unterrichtseinstiegs zusammenzufassen und daraus Beobachtungskriterien abzuleiten. Mit Hilfe dieser Beobachtungskriterien konnte ich schlussendlich die Unterschiede innerhalb der beobachteten Unterrichtseinstiege feststellen und daraus die bewusst oder unbewusst intendierte Funktion des jeweiligen Unterrichteinstiegs schließen. Das Ziel meiner Beobachtung war demnach, die vorherrschende Funktion des Unterrichtseinstiegs in der Unterrichtspraxis zu ermitteln.
Im weiteren Verlauf werden die schon oben kurz angeschnittenen Phasen des Beobachtungsauftrags „Begriffsklärung, Durchführung des Beobachtung und Auswertung der Daten“ ausführlich dargestellt und meine Entscheidungen bezüglich der Beobachtungskriterien begründet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Auswertung des Beobachtungsauftrags: Unterrichtseinstieg: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen des Unterrichtseinstiegs definiert und Beobachtungskriterien hergeleitet, um die Funktion von Einstiegen in der Praxis systematisch zu untersuchen.
2. Planungsmodell für eine Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel beschreibt die Analyse der Lerngruppe und entwickelt ein differenziertes didaktisch-methodisches Modell, das auf drei Ebenen basiert, um eine heterogene Klasse effektiv zu fördern.
3. Schriftliche Auswertung des Fachpraktikums: Hier erfolgt eine kritische Reflexion des realen Unterrichtsverlaufs, der erzielten Lernerfolge sowie der persönlichen Entwicklung als angehende Lehrkraft im Kontext des Praktikums.
Schlüsselwörter
Unterrichtseinstieg, Didaktik, Methodik, Russischunterricht, Heterogenität, Lehrerpersönlichkeit, Unterrichtsplanung, Differenzierung, Reflexion, Sprachkompetenz, Schulpraxis, Beobachtungskriterien, Motivation, Schülerinteraktion, Unterrichtsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung und systematischen Auswertung von Unterrichtseinstiegen während eines Unterrichtspraktikums im Fach Russisch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die didaktische Planung von Unterricht, der Umgang mit heterogenen Lerngruppen, Methodenvielfalt und die Reflexion der Rolle als Lehrperson.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die in der Praxis vorherrschenden Funktionen von Unterrichtseinstiegen zu identifizieren und die eigene Kompetenz in der Unterrichtsplanung zu schärfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Unterrichtsbeobachtung auf Basis von selbst entwickelten Beobachtungsbögen sowie eine theoretische Literaturanalyse genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung von Beobachtungskriterien, die Analyse einer konkreten Lerngruppe sowie die detaillierte Planung und Reflexion von Unterrichtseinheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Unterrichtseinstieg, Heterogenität, Russischunterricht, Differenzierung und Lehrerpersönlichkeit.
Warum wurde der Fokus auf den Unterrichtseinstieg gelegt?
Die Autorin bemerkte während ihrer Hospitation, dass der Einstieg eine besonders strukturgebende Phase ist, bei der sich häufig Fragen zur Intention und Funktion des Lehrerhandelns ergaben.
Welche Rolle spielt die Lehrerpersönlichkeit in dieser Arbeit?
Die Arbeit reflektiert, dass Authentizität und die eigene Haltung der Lehrkraft maßgeblich zum Lernerfolg und zur Akzeptanz in der Klasse beitragen.
- Quote paper
- Sofia Gutjahr (Author), 2015, Der Unterrichtseinstieg und seine Funktion in der Unterrichtspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/359080