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Über die Verflüssigung von Geschichte durch die Bewegung des Lebendigen in Alexander Kluges "Der Gesamtarbeiter vor Verdun"

"Spielt keine Rolle, ob kontra oder für, produktiv ist es auf jeden Fall."

Titel: Über die Verflüssigung von Geschichte durch die Bewegung des Lebendigen in Alexander Kluges "Der Gesamtarbeiter vor Verdun"

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2011 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Thilo Fischer (Autor:in)

Filmwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als ästhetisches Konzept wird die Lücke in den Kulturwissenschaften und Ästhetiktheorien häufig als formal offene Antwort den hegemonialen Diskursen der Universalisierung und des Ausschlusses gegenübergestellt. Die Lücke als Politik der Form eröffnet durch Perspektivverschiebungen neue Blickwinkel auf Geschichte und Gegenwart sowie deren Vermittlung oder Aneignung. Den spielerischen Umgang mit Geschichte, ihren immanenten Brüchen sowie ihrer stetigen Unabgeschlossenheit hebt Thilo Fischer als Kennzeichen in Alexander Kluges 'Der Gesamtarbeiter vor Verdun' hervor. Durch hybride Verfahrensweisen verschwimmen hier die Grenzen von Vergangenheit und Gegenwart, Wahrheit und Fiktion, kollektiver und individueller Geschichtserfahrung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Über die Verflüssigung von Geschichte durch die Bewegung des Lebendigen in Alexander Kluges Der Gesamtarbeiter vor Verdun

„Sind gute Typen bei. [...] Wir waren teilweise auch zusammen auf der Berufsschule.“ – Das Verhältnis des Einzelnen zu seiner Geschichte

„Kontraproduktiv ist produktiv.“ – Die Wirkungsästhetik einer hybriden Verfahrensweise

„Bohr, sonst verlor.“ – Realität durch kontinuierliche Formveränderung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Alexander Kluges Kurzfilm „Der Gesamtarbeiter vor Verdun“ und analysiert, wie dieser durch eine hybride, assoziative Erzählweise und die Dekonstruktion filmischer Konventionen neue Zugänge zur historischen Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg schafft.

  • Die Auflösung linearer Geschichtsschreibung durch fiktive und dokumentarische Montage
  • Die Funktion des Experteninterviews als Instrument der Verfremdung und Sinnstiftung
  • Die Rolle des Sprengmeisters Willi als Bindeglied zwischen historischer Realität und subjektivem Diskurs
  • Die Verschränkung von Bild, Schrift und Ton als mediale Reflexion über das Geschichtsbewusstsein

Auszug aus dem Buch

„Kontraproduktiv ist produktiv.“ – Die Wirkungsästhetik einer hybriden Verfahrensweise

Da sich die „soziale Wirklichkeit nicht bei [der bloßen] Abfilmung von Gegebenem [...] folgerichtig einstellt“ , wie Alexander Kluge in einem Aufsatz Über den Begriff der Geschichte schreibt, dekonstruiert er in Der Gesamtarbeiter vor Verdun die Schemata von Dokumentar- und Interviewfilm und schafft eine kritische und zugleich sich selbst widersprechende Auseinandersetzung mit der Komplexität von Wirklichkeit und Geschichte. Er liefert damit ein Exempel für seine „Vorstellung von Realismus [...], der die Phantasie und die Wünsche der Menschen ebenso ernst nimmt wie die Welt der Fakten“. Sind also „Fakten allein [...] nicht wirklich, Wünsche nur für sich auch nicht“, wie er ableitet, dann stellt sein Film folgerichtig einen Hybrid aus beidem dar. Dieser spielt fortwährend mit der übereinkommenden Dialektik von Fakt und Fiktion, und stellt deren Prozesshaftigkeit aus.

Dadurch werden heterogene Speicherungen von Aktualitäten möglich, die unterschiedliche Assoziationen untereinander bewirken. Das Kontrastverhältnis von fiktiven und dokumentarischen Elementen scheint in Kluges inszeniertem Interview deshalb noch stärker in Schieflage zu geraten, weil sich im erfundenen Expertengespräch das Stimmorgan des Zeitzeugen von seinem Authentizität stiftenden Charakter löst. Seine Stimme ist zugleich Instrument der Inszenierung als auch ein „Gegenstand des Verfremdungsprozesses“.

Zusammenfassung der Kapitel

Über die Verflüssigung von Geschichte durch die Bewegung des Lebendigen in Alexander Kluges Der Gesamtarbeiter vor Verdun: Einführung in die Arbeitsweise Kluges, der Geschichte durch assoziative, nicht-lineare Fernseharbeit reflektiert und neu verknüpft.

„Sind gute Typen bei. [...] Wir waren teilweise auch zusammen auf der Berufsschule.“ – Das Verhältnis des Einzelnen zu seiner Geschichte: Analyse des Mikrokosmos um den Sprengmeister Willi, der durch seine subjektive Perspektive und das Aufbrechen von Kriegsmythen alternative Lesarten der Schlacht um Verdun ermöglicht.

„Kontraproduktiv ist produktiv.“ – Die Wirkungsästhetik einer hybriden Verfahrensweise: Untersuchung der formalen Mittel, insbesondere der Montage und der Verwendung von Archivmaterial, die den Film als mediale Konstruktion ausweisen und kritische Distanz erzeugen.

„Bohr, sonst verlor.“ – Realität durch kontinuierliche Formveränderung: Abschließende Betrachtung, wie Kluges hybrides Verfahren Geschichte als einen dynamischen, ständig neu auszuhandelnden Prozess erfahrbar macht.

Schlüsselwörter

Alexander Kluge, Der Gesamtarbeiter vor Verdun, Erster Weltkrieg, Geschichtsdispositiv, Dokumentarfilm, Fiktion, Hybridität, Verfremdungseffekt, Erinnerungsbilder, Montage, Medienreflexion, historische Konstruktion, Subjektbildung, Zeit-Bild, Wissensvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Alexander Kluges Kurzfilm „Der Gesamtarbeiter vor Verdun“ und untersucht, wie er mittels unkonventioneller filmischer Erzählweisen das historische Ereignis der Schlacht um Verdun aus einer neuen, subjektiven Perspektive beleuchtet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Dekonstruktion von Geschichtsbildern, die Verbindung von Fiktion und Dokumentation sowie die Rolle des Individuums innerhalb systemischer, historischer Zusammenhänge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kluge durch eine „Verflüssigung“ fester historischer Narrative und den Einsatz medialer Verfremdung eine Form von Geschichte erzeugt, die als lebendiger, konstruierter Prozess im Hier und Jetzt erfahrbar wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt medientheoretische Analysen, gestützt auf philosophische Konzepte von Autoren wie Gilles Deleuze, Walter Benjamin, Theodor Adorno und Henri Bergson, um die filmästhetische Konstruktion von Kluges Werk zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gesprächsführung zwischen Kluge und der Kunstfigur „Zigarren-Willi“, die Montage von Archivmaterial, die Bedeutung der Schrift im Bildraum sowie die theoretische Fundierung durch verschiedene Denker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hybridität, Geschichtsdispositiv, mediale Konstruktion, Verfremdungseffekt und subjektive Erinnerung charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Figur des „Zigarren-Willi“ im Film?

Willi fungiert als fiktiver Sprengmeister und Gesprächspartner Kluges. Er dient als Träger einer subjektiven Perspektive, die das „offizielle“ Geschichtsbild untergräbt und Raum für Assoziationen über das Spezialistentum und den Krieg bietet.

Warum nutzt Kluge Archivmaterial in „Der Gesamtarbeiter vor Verdun“?

Kluge nutzt das Archivmaterial nicht als authentischen Beweis, sondern als manipulierbares Material, das durch Montage und Verfremdung bewusst als mediale Konstruktion entlarvt wird, um die Reflexion der Zuschauer anzuregen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Über die Verflüssigung von Geschichte durch die Bewegung des Lebendigen in Alexander Kluges "Der Gesamtarbeiter vor Verdun"
Untertitel
"Spielt keine Rolle, ob kontra oder für, produktiv ist es auf jeden Fall."
Hochschule
Universität Wien  (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Thilo Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V358714
ISBN (eBook)
9783668432901
ISBN (Buch)
9783668432918
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alexander Kluge Helge Schneider Geschichte Geschichtsdispositiv Wikrlichkeitsbegriff Medien Film Fernsehen Krieg Fake Untote Facts Deleuze Benjamin Nietzsche Galli Heiner Müller Philosophie Adorno Gespenster Bergson
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thilo Fischer (Autor:in), 2011, Über die Verflüssigung von Geschichte durch die Bewegung des Lebendigen in Alexander Kluges "Der Gesamtarbeiter vor Verdun", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/358714
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Leseprobe aus  14  Seiten
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