Diese Arbeit fragt nach den Chancen und den Konfliktpotentialen durch den Ethikboom in der Sozialen Arbeit, da ethische Fragestellungen nicht nur neue Chancen und Perspektiven ermöglichen, sondern auch ein erhöhtes Risiko innerer Konfliktpotentiale des handelnden Akteurs bedeuten können.
Zunächst geht die Arbeit dafür auf die wesentlichen Begriffe, wie "Ethik", "Moral" und "Sozialpädagogische Berufsethik" ein, um anschließend verschiedene, ausgewählte ethische Ansätze vorzustellen. Ausdrücklich wird im weiteren Verlauf die Entstehung ethischer Konflikte im Zusammenhang mit Gerechtigkeits- und Gleichheitsfragen bemerkt. Die Arbeit soll dabei auch praktisch umsetzbare Handlungsvorschläge liefern, wie ethische Konflikte zu lösen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Themenbeschreibung
1.2 Begründung der Themenwahl
1.3 Relevanz für die Soziale Arbeit
1.4 Fragestellung
1.5 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Ethik
2.1.2 Moral
2.1.3 Sozialpädagogische Berufsethik
2.1.3.1. Go with the flow?
2.1.4 (Innerer) Konflikt
2.2 Das Subjekt und seine Vernunft
2.2.1 Psychoanalytisches Persönlichkeitsmodell nach Freud
2.3 Ethische Positionen
2.3.1 Diskursethik nach Habermas
2.3.2 Bedürfnisbezogene Ethik nach Sen und Nussbaum
2.3.3 Die gewaltfreie Ethik nach Butler
3. Praktische Ethik in der Sozialen Arbeit
3.1 Chancen
3.2 Innere Konfliktpotentiale
3.3 Rangordnung ethischer Handlungsprinzipien
4. Diskussion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht vor dem Hintergrund eines aktuellen Ethikbooms in der Sozialen Arbeit, ob die damit verbundenen ethischen Reflexionsprozesse eher als Chance für die Professionalisierung oder als Ursache für belastende innere Konfliktpotentiale bei den Fachkräften zu bewerten sind.
- Bedeutung der ethischen Reflexion für die Soziale Arbeit
- Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen ethischen Positionen (Habermas, Sen/Nussbaum, Butler)
- Analyse von inneren Konfliktpotentialen und deren Auswirkungen auf die Fachkräfte
- Erörterung praktischer Handlungsmöglichkeiten und ethischer Leitprinzipien
Auszug aus dem Buch
2.1.4 (Innerer) Konflikt
Im Allgemeinen liegt ein Konflikt dann vor, wenn ein Augenblick von Gegensätzlichkeit oder Unversöhnlichkeit eintritt. Er ist oftmals nicht direkt für Außenbeteiligte ersichtlich, jedoch bereits atmosphärisch spürbar. Köstler betrachtet dabei auch die Korrelation zwischen Handeln und Empfinden (vgl. Köstler, 2010: 30). Die folgende Abbildung verdeutlicht in einem Eisbergmodell die Sach- und Beziehungsebene bei Konflikten:
Bereits primäre Bildungseinrichtungen fördern Kinder und Jugendliche mit ausgewählten Fallgeschichten, um moralische Konflikte zu thematisieren. Dadurch sollen sie frühzeitig lernen, dass Konflikte lösbar sind zum Leben dazugehören. Pädagogische Fachkräfte wünschen sich, dass Heranwachsende ihre Entscheidung nachvollziehbar begründen. Bildung und Erziehung hat infolgedessen eine erhebliche Einflusskraft in den jungen Lebensjahren, wie ein Mensch in der Adoleszenz mit Konflikten umgeht. Ungünstige Faktoren wie ein machtausübendes Verhaltensrepertoire oder emotionale Bestrafungen wie Abweisungen von Bezugspersonen begünstigen die Gewissensbildung nicht im Geringsten. Doch das vollständige Fehlen von Normen und Werten würde zulassen, dass sich nur ein schwaches Gewissen ausbildet (vgl. Altenthan et al, 2009: 303).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der Ethik in der Sozialen Arbeit ein, begründet deren hohe Relevanz unter Berücksichtigung von Professionalisierungsbestrebungen und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Ethik, Moral und Konflikt definiert sowie anthropologische und philosophische Positionen (Freud, Habermas, Sen/Nussbaum, Butler) zur fundierten Theoriebildung herangezogen.
3. Praktische Ethik in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel stellt die Chancen und Konfliktpotentiale des Ethikbooms gegenüber und führt eine Rangordnung ethischer Handlungsprinzipien für die tägliche Praxis ein.
4. Diskussion: Die Ergebnisse der theoretischen und praktischen Ausführungen werden kritisch reflektiert, wobei insbesondere der Widerspruch zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlichen Anforderungen im Fokus steht.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass eine bewusste ethische Haltung einen wesentlichen Beitrag zur Professionalität leistet, auch wenn es keine einfachen, allgemeingültigen Lösungswege gibt.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Ethik, Moral, Berufsethik, Ethikboom, Konfliktpotentiale, Soziale Gerechtigkeit, Professionelles Handeln, Verantwortungsethik, Reflexion, Diskursethik, Handlungsprinzipien, Subjekt, Bewusstsein, Menschenwürde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Ethik und der praktischen Tätigkeit in der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund eines sogenannten "Ethikbooms".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Ethik, der Einfluss von Moralvorstellungen auf das professionelle Handeln sowie die Bewältigung ethischer Konflikte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der aktuelle Ethikboom in der Sozialen Arbeit eher Chancen für die Praxis bietet oder neue, belastende innere Konfliktpotentiale schafft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Vertiefung etablierter ethischer Ansätze sowie der Gegenüberstellung verschiedener Perspektiven zur praktischen Anwendung in der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsbestimmungen, die Darstellung ethischer Positionen von Philosophen wie Habermas oder Butler sowie die Analyse von praktischen Chancen und Konfliktpotentialen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ethik, Soziale Arbeit, Berufsethik, soziale Gerechtigkeit, Konfliktpotentiale und Verantwortung geprägt.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Ethik und Moral?
Ethik wird als Wissenschaft vom guten und gerechten Handeln verstanden, während Moral als ein eher biographisch geformtes System von Normen und Werten in einer Gesellschaft betrachtet wird.
Warum spielt das Burnout-Risiko in dieser Arbeit eine Rolle?
Das Burnout-Risiko wird thematisiert, um die psychische Belastung von Sozialarbeitern zu verdeutlichen, die durch hohen Engagementdruck und schwer messbare Wirksamkeit ihrer Arbeit entsteht.
Welche Bedeutung hat die "Rangordnung ethischer Prinzipien" für die Praxis?
Sie dient als Orientierungshilfe für Fachkräfte, um in komplexen Situationen Wertekonflikte planvoll abzuwägen und eine reflektierte Entscheidung zugunsten des Klientenwohls und der Menschenwürde zu treffen.
Was bedeutet das "Trippelmandat" nach Staub-Bernasconi?
Es besagt, dass Sozialarbeiter nicht nur Hilfe und Kontrolle (Doppelmandat) ausführen, sondern zusätzlich ein Bewusstsein für Legitimität und soziale Gerechtigkeit entwickeln müssen.
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- Nadja Ksiazek (Author), 2017, Ethikboom in der Sozialen Arbeit. Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/356650