Die Hausarbeit beschreibt die didaktischen und methodischen Zugänge zu Märchen und beinhaltet einen kurzen Unterrichtsentwurf.
Die "Kinder- und Hausmärchen" der Gebrüder Grimm zählen wohl zu den berühmtesten Märchensammlungen weltweit. Dornröschen, Schneewittchen, Hänsel und Gretel oder Aschenputtel sind da nur ein paar Beispiele. Nahezu jedes Kind hat davon schon einmal gehört. Meist jedoch eher aus den Walt Disney Adaptionen. Hier werden die Märchen in viel Kitsch und Romantik eingepackt und auch umgeschrieben. Im März 2015 erschien die neueste Verfilmung. Es handelt sich um eine Realverfilmung des Klassikers „Cinderella“ von 1950.
In dieser Arbeit werde ich die Rolle des Märchens beim Erwachsenwerden beleuchten, die didaktischen und pädagogischen Möglichkeiten und ihre Kritik. Anhand des neuen Cinderella Films werde ich analysieren, wie viel klassisches Märchen in Walt Disney Filmen steckt. Abschließend werde ich eine didaktisch-methodische Möglichkeit zeigen, Märchen im Unterricht zu thematisieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Märchen
2.1 Eine Begriffsbestimmung
2.2 Klassische Merkmale
3. Didaktisches Potenzial von Märchen und ihre Kritik
4. Märchen der Gebrüder Grimm
4.1 Leben und Werke der Brüder
4.2 Das Aschenputtel
4.3 Begründung
5. Adaption Walt Disney
5.1 Klassische Walt Disney Merkmale
5.2 Allgemein
5.3 Die Handlung - größte Unterschiede
5.3.1 Das Vaterdilemma
5.3.2 Die gute Fee
5.3.3 Gewalt und Grausamkeit
6. Umsetzung im Unterricht
6.1 Voraussetzungen
6.2 Die Reihe
6.3 Die Stunde:
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die didaktischen und pädagogischen Möglichkeiten von Märchen im Kontext des Erwachsenwerdens und untersucht vergleichend, wie klassische Märchenstoffe, insbesondere "Aschenputtel", in modernen Adaptionen von Walt Disney transformiert werden.
- Die Rolle und Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung und Bewältigung von Ängsten.
- Die Analyse der Unterschiede zwischen dem Grimmschen Märchen "Aschenputtel" und der 2015er Walt Disney Realverfilmung.
- Die Untersuchung der "Disneysierung" klassischer Stoffe und deren Auswirkungen auf Symbolik und Aussagekraft.
- Die Darstellung didaktisch-methodischer Ansätze für die Behandlung von Märchen im Primarstufenunterricht.
Auszug aus dem Buch
5.3 Die Handlung - größte Unterschiede
Die Aschenputtel-Version der Gebrüder Grimm und die Verfilmung von Walt Disney beruhen zwar auf dem gleichen Ursprung, trotzdem weisen sie große Unterschiede auf. Da Märchen sehr kurz und abstrakt sind, werden in Adaptionen die Figuren ausgeschmückt und Nebenhandlungen dazu geschrieben. Dadurch sind sie weniger eindimensional und flächenhaft. Die Gefühlswelt der Figuren wird offensichtlicher, die Musik beeinflusst die Atmosphäre. Der Film ist aber weniger symbolhaltig. So fehlt beispielweise das Aussortieren der Linsen und das Zerschlagen des Taubenhauses. Der Prozess des Aussortierens steht in den Kinder- und Hausmärchen eigentlich für ein Bewusstwerden des eigenen Lebens. Gutes gilt es zu bewahren, Unbrauchbares wird entfernt. Das Taubenhaus symbolisiert die Ablösung vom Vater und des Elternhauses. Das Handlungs- und Personengerüst wurde somit nicht vollständig übernommen. Die Rolle des Prinzen wird hervorgehoben. Für die klassische Walt Disney Lovestory muss der Prinz aktiver sein und um seine Braut kämpfen. Sowohl Cinderella als auch der Prinz sind in der Neuauflage weniger passiv, als in der Comicverfilmung von 1950. Beide zeigen deutlich mehr Persönlichkeit, flirten miteinander. Hier mussten die Drehbuchschreiber sich auch einer veränderten Gesellschaft anpassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung und Umstrittenheit von Märchen in der Kindererziehung sowie die Zielsetzung der Arbeit, didaktische Möglichkeiten und Disney-Adaptionen zu untersuchen.
2. Das Märchen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Märchens, unterscheidet zwischen Volks- und Kunstmärchen und erläutert deren klassische Merkmale.
3. Didaktisches Potenzial von Märchen und ihre Kritik: Der Abschnitt diskutiert die Ambivalenz von Märchen, insbesondere bezüglich dargestellter Gewalt, und deren Wert für die kindliche psychische Entwicklung.
4. Märchen der Gebrüder Grimm: Hier werden das Leben der Brüder Grimm, die Herkunft des Aschenputtel-Stoffes sowie dessen Handlung und die persönliche Begründung der Themenwahl dargelegt.
5. Adaption Walt Disney: Das Kapitel analysiert die Disney-typische Adaption von Märchenstoffen am Beispiel von Cinderella, wobei insbesondere Unterschiede in Handlung und Symbolik aufgezeigt werden.
6. Umsetzung im Unterricht: Dieser Teil beschreibt eine praktische Unterrichtsreihe für die Grundschule, die darauf abzielt, die Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen zu können.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Märchen trotz der Popularität von Film-Adaptionen in ihrer ursprünglichen Form wertvolle und unverzichtbare pädagogische Impulse bieten.
Schlüsselwörter
Aschenputtel, Cinderella, Märchen, Gebrüder Grimm, Walt Disney, Didaktik, Pädagogik, Literaturunterricht, Medienadaption, Symbolik, Kindheit, Geschwisterrivalität, Individuationsprozess, Filmanalyse, Unterrichtsreihe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der didaktischen und pädagogischen Möglichkeiten von Märchen sowie dem medienvergleichenden Kontrast zwischen den klassischen Märchen der Brüder Grimm und deren Adaption durch Walt Disney.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung, der Analyse des Aschenputtel-Stoffs und der didaktischen Umsetzung im Grundschulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle des Märchens beim Erwachsenwerden zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, wie sich die didaktische Aussagekraft in der filmischen Transformation bei Disney verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die literaturwissenschaftliche Aspekte (Grimm) mit medienanalytischen Ansätzen (Disney-Filme) und pädagogischen Konzepten für den Literaturunterricht verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Märchenmerkmale, die Historie der Grimms, die spezifischen Unterschiede in den Cinderella-Adaptionen (wie das Vaterdilemma oder die Rolle der Fee) sowie ein konkretes Unterrichtskonzept.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aschenputtel, Märchenpädagogik, Disneysierung, Literaturunterricht, literarisches Lernen und mediale Adaption.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Vaters in der Disney-Verfilmung von der Grimmschen Vorlage?
Während der Vater in den Märchen der Brüder Grimm kaum eine Rolle spielt und das Aschenputtel im Stich lässt, wird er bei Disney als liebevoller Mensch gezeigt, dessen Tod erst die eigentliche Notlage der Hauptfigur ermöglicht.
Warum spielt das Thema der "guten Fee" bei der Analyse eine Rolle?
Die gute Fee dient im Film als Ersatz für das in der Disney-Version fehlende magische Haselreis und die Vögel, die in der Grimmschen Vorlage symbolisch die Verbindung zur Mutter und zum Himmel repräsentieren.
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- Anonym (Autor:in), 2016, Aschenputtel oder Cinderella? Die didaktischen und pädagogischen Möglichkeiten von Märchen. Ein Vergleich mit Walt Disney, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/356571