Diese Facharbeit beschäftigt sich mit der Eurokrise in Irland. Es wird auf den Ausbruch und die Rahmenbedingungen der Krise sowie das Krisenmanagement und die Folgen der Krise eingegangen. Die Arbeit beleuchtet differenziert die Situation während der Eurokrise.
Was ist passiert, haben wir und vor allem die Krisenstaaten die Krise überwunden? Wie haben sie das geschafft? Oder sind die Probleme noch da? Diesen Fragen will ich in meiner Seminararbeit speziell am Beispiel des Krisenlands Irland nachgehen. Dazu werde ich versuchen, die Problematik und das Thema darzustellen, um zu verstehen was überhaupt in der Krise passierte von der alle reden, wie sie ausgelöst wurde und was man tun kann, um sie zu bewältigen. Antrieb dabei ist für mich, die Komplexität der einzelnen Abläufe und die Zusammenhänge des Themas, die für Laien nur schwer nachvollziehbar sind, zu verstehen. Da die Wirtschaft jeden von uns betrifft, habe ich diese Thema gewählt, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Irlands Wirtschaftsverlauf im Überblick
2.1. Historischer Wirtschaftsverlauf bis zur Eurokrise 2007/8
2.2. Auswirkungen des EU-Beitritts
2.3. Vorteile der Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen
2.4. Expansion der Baubranche - der Immobilienboom
3. Irland in der Eurokrise
3.1. Grundstein der Krise
3.2. Auswirkungen der Krise
4. Irischer Frühling – Wie schaffte es Irland aus der Eurokrise?
4.1. Irlands Krisenreformen
4.2. Der EU-Rettungsschirm über Irland
4.3. Vergleich mit anderen Krisenstaaten
5. Fazit: Die Krisenbewältigung und Lösungen im Überblick
5.1. Probleme und Folgen der Krisenbewältigung
5.2. Ist die Krise überwunden ?
5.3. Wirtschaftliche Zukunft: Ausblick und Verbesserungsvorschläge
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Verlauf Irlands vor und während der Eurokrise ab 2007, analysiert die Ursachen für den abrupten Einbruch des „Wirtschaftstraums“ und bewertet die darauf folgenden Krisenbewältigungsmaßnahmen sowie deren Auswirkungen auf die Bevölkerung und das Land.
- Historische Entwicklung Irlands bis zum Immobilienboom
- Ursachen und Auswirkungen der Eurokrise auf den irischen Bankensektor
- Wirksamkeit der staatlichen Krisenreformen und der EU-Finanzhilfen
- Soziale und wirtschaftliche Folgen der Austeritätspolitik für die Bevölkerung
- Vergleich der irischen Krisenbewältigung mit anderen europäischen Krisenstaaten
Auszug aus dem Buch
3.1. Grundstein der Krise
Nach den viele Erfolgen und dem extremen Wirtschaftswachstum, wurde Irland 2007/8 aus seinem „Wirtschaftstraum“ gerissen. Der rasche Aufstieg fand ein abruptes Ende. Die Ursachen dieses Sturzes lagen bereits Jahre zurück. Denn zu den im vorigen Kapitel genannten Vorteilen aus EU-Beitritt, Direktinvestitionen und dem Immobilienboom, kamen auch Nachteile bzw. es entstanden Probleme, die sich jetzt zeigten. Das erste hatte mit den Direktinvestitionen zu tun und führte zu einem „aufgepumpten“ BIP. Diese Erscheinung wurde maßgeblich durch die ausländischen Direktinvestitionen verursacht. Sie waren zwar fundamental wichtig für die Wirtschaft des Landes, aber sie hatten auch ihre Nachteile. Die Regierung lockte mit der niedrigen Unternehmenssteuer und Subventionen die Firmen ins Land um die Wirtschaft anzukurbeln. Doch konnten sich die Firmen „Schlupflöcher“ im irischen Steuerrecht zu Nutze machen, wie zum Beispiel „Double Irish With a Dutch Sandwich“G. Dieses Modell nutz ganz legal Wege, Tochterunternehmen zu gründen oder die Gewinne durch andere Länder zu schleusen (hier die Niederlande =Dutch) um den schon niedrigen Unternehmenssteuersatz auf fast Null zu drücken.
Dieses legale Mittel des Gewinntransfers ließ das Land selbst nicht vom Gewinn profitieren. Da nur Löhne und die geringen Mengen an Steuern dem Land zu Gute kamen, war die Verteilung des Wohlstandes im Land ungleich in der Hand der Firmen. Problem: Der erwirtschafte Gewinn der nicht im Land blieb, erschien trotzdem im BIP des Landes. Da die Gewinntransfers an die ausländischen Investoren jährlich rund 14% des BIP betrugen sind die Ausmaße enorm. D.h. das Land wirkte wirtschaftlich stark, das BIP wurde künstlich „aufgepumpt“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Ausbruch der Eurokrise 2007/8 und erläutert das Ziel der Seminararbeit, die komplexen Zusammenhänge des irischen Krisenverlaufs sowie deren Bewältigung verständlich darzulegen.
2. Irlands Wirtschaftsverlauf im Überblick: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Aufstieg Irlands vom „Armenhaus Europas“ zum „Celtic Tiger“ unter Berücksichtigung von EU-Beitritt, Investitionen und Immobilienboom nach.
3. Irland in der Eurokrise: Der Fokus liegt hier auf den Ursachen des Zusammenbruchs, insbesondere der Immobilienblase und den massiven Problemen des überproportional gewachsenen Bankensektors.
4. Irischer Frühling – Wie schaffte es Irland aus der Eurokrise ?: Es werden die staatlichen Krisenreformen, die Rolle des EU-Rettungsschirms und der Vergleich zu anderen Krisenstaaten wie Griechenland analysiert.
5. Fazit: Die Krisenbewältigung und Lösungen im Überblick: Das Fazit bewertet die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der harten Sparmaßnahmen und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen für Irlands Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Irland, Eurokrise, Celtic Tiger, Immobilienblase, Bankensektor, EU-Rettungsschirm, Austeritätspolitik, Wirtschaftswachstum, BIP, Krisenbewältigung, Staatsverschuldung, Unternehmenssteuer, Finanzkrise, Standortvorteile, Sparmaßnahmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung Irlands im Kontext der Eurokrise: vom massiven wirtschaftlichen Aufschwung bis hin zum schmerzhaften Einbruch und dem anschließenden Weg der Krisenbewältigung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernpunkten gehören der Immobilienboom, die Rolle ausländischer Direktinvestitionen, die Fehlentwicklungen im Bankensektor und die soziale Belastung durch Austeritätspolitik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuklären, wie Irland in die Krise geriet, wie der Rettungsprozess ablief und ob die Krise tatsächlich als nachhaltig überwunden betrachtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine strukturierte Analyse aktueller Zeitungsartikel, Reportagen und Statistiken, um die komplexen wirtschaftlichen Abläufe für Laien nachvollziehbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Wirtschaftsverlaufs, die Analyse der Krisenursachen und eine detaillierte Betrachtung der Reformschritte sowie des Vergleichs mit anderen Krisenstaaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Irland, Eurokrise, Immobilienblase, Austeritätspolitik, Bankensektor und Staatsverschuldung.
Warum war der irische Bankensektor für die Krise so entscheidend?
Der Sektor war aufgrund einer spekulativen Immobilienfinanzierung überproportional gewachsen und durch mangelnde Bonitätsprüfung sowie hohe Abhängigkeit vom internationalen Kapitalmarkt extrem krisenanfällig geworden.
Welche langfristigen Probleme sieht der Autor in der irischen Wirtschaftspolitik?
Kritisiert wird insbesondere das Festhalten an einer sehr niedrigen Körperschaftssteuer sowie die soziale Ungleichheit, die durch die harten Sparmaßnahmen und die einseitige Rettung des Finanzsektors entstanden ist.
- Arbeit zitieren
- Marcel Weber (Autor:in), 2016, "Irischer Frühling". Irlands Weg aus der Eurokrise, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/356500