„Ein Märchen aus der neuen Zeit“, das verkündet der Untertitel des 1814 veröffentlichten Märchens Der goldne Topf von E.T.A Hoffmann. Auf mehrere Arten ist dieses Märchen lesbar. Man ist sich nicht sicher, ob sich die Hauptpersonen wirklich in einer wunderbaren Welt befinden oder ob alles nur Einbildung ist. Sicher ist nur, die Geschichte spielt in Dresden - und wie viel Wunderbares kann einem da schon wiederfahren?
In dieser Arbeit soll geklärt werden, wie man mit dem Werk umgehen soll, was erforderlich ist, um zu verstehen, wie er sich zur Romantik stellt und welche Motive er verwendet, um dem Leser seine Sicht deutlich zu machen. Zunächst wird das Werk selbst betrachtet, eine kurze Inhaltsübersicht gibt einen Einblick in das Geschehen, außerdem werden die wichtigsten Personen und ihre Funktion im Märchen genannt und der Aufbau wird analysiert.
In einer weiteren Untersuchung soll, auch anhand von anderen Texten, das Problem Poesie und Mythos betrachtet werden. Hierzu wird Friedrich Schlegels Rede über die Poesie gegenübergestellt. Die Untersuchung soll Aufschluss darüber geben, inwiefern das Thema Mythos als Problem der Sprache, der Poesie und vorallem der Bürgerlichkeit angesehen werden kann und ob die Mythologie in der Gesellschaft überhaupt eine Chance hat zu existieren. Schlegel verlangt nach Poesie und Mythologie, sieht hier aber keine Vereinbarkeit mit dem bürgerlichen Leben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Autor
3. Werk
3.1 Inhaltsübersicht
3.2 Personen
3.3 Aufbau
4. Interpretation
5. Mythos, Poesie und Bürgerlichkeit
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Kunstmärchen „Der goldne Topf“ von E.T.A. Hoffmann im Hinblick auf die Integration mythischer Elemente und die Spannung zwischen Poesie und bürgerlichem Alltag, wobei insbesondere die Entwicklung des Protagonisten Anselmus analysiert wird.
- Analyse des Werksaufbaus und der Vigilien-Struktur
- Charakterisierung der Hauptfiguren und ihrer Bedeutung
- Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Phantasie und Realität
- Vergleich von Hoffmanns Poetik mit Schlegels „Rede über die Mythologie“
- Biographische Bezüge im Kontext des deutschen Idealismus
Auszug aus dem Buch
3.1 Inhaltsübersicht
Die erste Vigilie beginnt mit der Vorstellung des tollpatschigen Studenten Anselmus, der vor dem Schwarzen Tor in Dresden in den Äpfel- und Kuchenkorb eines alten Marktweibes stolpert. Sie wirft ihm merkwürdige Dinge nach: „Ja renne - renne nur zu, Satanskind - ins Kristall bald dein Fall - ins Kristall!“ (S.5) Daraufhin zieht er sich unter einen Holunderbaum nahe der Elbe zurück um Pfeife zu rauchen. Dort passiert etwas Sonderbares: er hört liebliches Geklingel und Geflüster und sieht im Baum drei grüngoldene Schlangen. Eine davon fesselt ihn mit ihrem hypnotischen Blick.
Der Blick der Schlange hat Anselmus so getroffen, dass er in der zweiten Vigilie für verrückt oder auch betrunken gehalten wird, weil er sich immer wieder seltsam verhält indem er sich in Wachträumen verliert. Überall meint er die Schlange zu sehen oder zu hören. Auch seinem Freund, dem Konrektor Paulmann entgeht das nicht, der ihn in Begleitung seiner beiden Töchter und dem Registrator Heerbrand am Ufer trifft und in sein Haus einläd.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Werks „Der goldne Topf“ sowie Erläuterung der Zielsetzung und methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. Autor: Darstellung des Lebens und Wirkens von E.T.A. Hoffmann, inklusive biographischer Einflüsse auf seine schriftstellerische Arbeit.
3. Werk: Umfassende Analyse des Inhalts, der Charaktere sowie der strukturellen Besonderheiten der Vigilien.
4. Interpretation: Tiefenpsychologische und literarische Deutung des Märchens unter Berücksichtigung von Symbolik und Sinneswahrnehmungen.
5. Mythos, Poesie und Bürgerlichkeit: Gegenüberstellung von Hoffmanns Werk mit Friedrich Schlegels Forderungen nach einer neuen Mythologie im Kontext des Idealismus.
6. Schlussbemerkung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion über die Aktualität des Märchens.
Schlüsselwörter
E.T.A. Hoffmann, Der goldne Topf, Romantik, Mythos, Poesie, Bürgerlichkeit, Anselmus, Serpentina, Archivarius Lindhorst, Phantasie, Idealismus, Vigilien, Literaturwissenschaft, Kunstmärchen, Mythologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Kunstmärchen „Der goldne Topf“ von E.T.A. Hoffmann und beleuchtet das komplexe Verhältnis zwischen Poesie, Mythos und der bürgerlichen Lebenswelt des 19. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die symbolische Bedeutung der Märchenfiguren, die psychologische Entwicklung des Protagonisten Anselmus und die theoretische Auseinandersetzung mit der Romantik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoffmann durch die Verwendung mythischer Bilder und Phantasie den Konflikt eines Künstlers mit einer spießbürgerlichen Gesellschaft darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es erfolgt eine textnahe Analyse des Märchens, ergänzt durch einen komparatistischen Ansatz, bei dem das Werk mit Friedrich Schlegels „Rede über die Mythologie“ verglichen wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Inhaltsübersicht, eine Charakterisierung der handelnden Personen, eine Interpretation der Symbolik sowie eine philosophische Einordnung in den deutschen Idealismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Romantik, Mythos, Poesie, Idealismus und Künstlerproblematik charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Rolle von Veronika zu der von Serpentina?
Veronika verkörpert das bürgerliche Idyll und den Versuch, Anselmus in die konventionelle Welt zurückzuholen, während Serpentina als Symbol der poetischen Welt und Erlösung fungiert.
Welche Bedeutung hat das „Schwarze Tor“ am Anfang des Märchens?
Das Tor dient als atmosphärischer Einstieg in eine düstere, phantastische Stimmung, wobei der historische Kontext des Dresdner Stadtbildes eine Rolle spielt.
Warum verwendet Hoffmann den Begriff „Vigilien“ anstelle von Kapiteln?
Dies ist eine bewusste Anlehnung an zeitgenössische literarische Traditionen, insbesondere an Jean Paul, um die Traum- und Nachtwachen-Atmosphäre des Werks zu unterstreichen.
Wie deutet die Arbeit das Ende von Anselmus?
Das Ende wird sowohl als glückliche Erlösung in der Poesie (Atlantis) als auch als mögliche tragische Konsequenz einer psychischen Flucht vor der Realität interpretiert.
- Arbeit zitieren
- Laura Hennige (Autor:in), 2013, Mythos, Poesie und Bürgerlichkeit in E.T.A Hofmanns "Der goldne Topf", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/356448