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Die "global care chain" und ihre Auswirkungen auf transnationale Familien

Titel: Die "global care chain" und ihre Auswirkungen auf transnationale Familien

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als "global care chain" bezeichnet man in der Soziologie eine den Globus umspannende Umverteilung von bezahlten oder unbezahlten Betreuungsaufgaben innerhalb bestimmter Bevölkerungsgruppen. In diesen "global care chains" übernehmen Arbeitsmigrantinnen Betreuungs-, Haushalts, oder Pflegeaufgaben im Zielland, während ihre eigenen Kinder im Heimatland bleiben und dort von anderen Familienangehörigen oder Angestellten versorgt werden.

Typischerweise werden Studien zu globalen Fürsorgeketten von westlichen Wissenschaftlern durchgeführt, welche sich vor allem mit den Lebenssituationen in den Zielländern der Migrantinnen beschäftigen. Die Familien und Kinder in den Herkunftsländern werden in den Forschungen nur äußerst nachlässig behandelt. Deshalb ist es ein Ziel dieser Arbeit, die Perspektive auf genau jene Menschen zu werfen, die von der konventionellen Forschung bislang kaum beachtet wurden.

Im Fokus der Untersuchungen stehen dabei die Kinder dieser sogenannten transnationalen Familien. Denn während ältere Forschungen beinahe ausschließlich von negativen Auswirkungen auf Kinder mit migrierten Müttern berichten, zeigen neuere Erkenntnisse, dass dieses einseitige Bild revidiert werden muss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der global care chain

3. Stand der Forschung

4. Ursachen der global care chain

5. Auswirkungen der global care chain

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der global care chain und analysiert deren Auswirkungen auf transnationale Familien, wobei ein besonderer Fokus auf die Kinder in den Herkunftsländern gelegt wird, um ein differenziertes Bild jenseits rein negativer Narrative zu zeichnen.

  • Strukturelle Analyse von globalen Fürsorgeketten und deren Entstehung.
  • Untersuchung von Push- und Pull-Faktoren ökonomisch motivierter Migration.
  • Diskussion der Rollenverteilung von Reproduktionsarbeit zwischen den Geschlechtern.
  • Analyse der sozialen und pädagogischen Auswirkungen auf Kinder in Herkunftsländern.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den psychologischen Folgen der elterlichen Trennung.

Auszug aus dem Buch

2. Beschreibung der global care chain

In global care chains entstehen weltweite Verbindungen von bezahlter oder unbezahlter Betreuungsarbeit. Es bilden sich komplexe Netzwerke, in denen verschiedene Arten der Betreuung miteinander verbunden werden (vgl. Vinz 2004: 19). Die US-amerikanische Soziologin Arlie Russell Hochschild beschreibt global care chains aus der Perspektive von in Industrieländern arbeitenden Frauen, die auch „domestic worker“ genannt werden:

„Eine Frau kümmert sich zu Hause um die Kinder der Migrantin, eine zweite kümmert sich um die Kinder derjenigen, die auf die Kinder der Migrantin aufpasst, und eine dritte, die ausgewanderte Mutter selbst, kümmert sich um die Kinder von Berufstätigen in der Ersten Welt. Ärmere Frauen ziehen die Kinder wohlhabenderer Frauen auf, während noch ärmere - oder ältere oder vom Land kommende - deren Kinder aufziehen.“ (Vinz 2004: 19).

In einer typischen globalen Fürsorgekette stellt eine wohlhabende Familie aus einem Industriestaat eine Migrantin aus einem Entwicklungsland ein:

„An older daughter from a poor family in a third world country cares for her siblings (the first link in the chain) while her mother works as a nanny caring for the children of a nanny migrating to a first world country (the second link) who, in turn, cares for the child of a family in a rich country (the final link).” (Hochschild 2001: 1)

In dieser care chain findet die Kinderbetreuung in zwei Fällen durch eine andere Person als die eigene Mutter statt. Komplexere Verbindungen können ländliche und städtische Räume in einem Staat miteinander verbinden oder sich über mehrere Länder erstrecken. Solche Ketten bestehen üblicherweise aus drei Verbindungen. Die erste Verbindung ist die Tochter im Entwicklungsland, die die Arbeit ihrer Mutter übernimmt. Diese Mutter, die nun im Haushalt einer Familie in einem Entwicklungsland arbeitet, deren Mutter in ein Industrieland migriert, stellt die zweite Verbindung der Kette dar. Die dritte Verbindung der Kette ist die Mutter dieser reicheren Familie in einem Entwicklungsland, die die Betreuungsaufgaben einer Mutter in einem Industriestaat übernimmt. Immer, wenn eine Mutter Arbeit aufnimmt und eine andere Frau als Betreuerin für ihre Kinder einstellt, erweitert sich die care chain (vgl. Hochschild 2001: 2).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept der global care chain ein, umreißt die Relevanz des Themas in der Soziologie und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf Kinder in transnationalen Familien.

2. Beschreibung der global care chain: Das Kapitel erläutert die Funktionsweise globaler Fürsorgeketten und veranschaulicht anhand theoretischer Modelle die komplexen internationalen Netzwerke der Betreuungsarbeit.

3. Stand der Forschung: Hier wird ein historischer Abriss der Forschung zu global care chains gegeben und die interdisziplinäre Diskussion zwischen Ökonomie, Gender Studies und Migrationssoziologie beleuchtet.

4. Ursachen der global care chain: Das Kapitel analysiert die Push- und Pull-Faktoren der Migration, wobei insbesondere die erhöhte Nachfrage nach Betreuungsdienstleistungen in Industrienationen im Vordergrund steht.

5. Auswirkungen der global care chain: Hier werden die Konsequenzen für transnationale Familien untersucht, wobei positive Effekte wie finanzielle Unterstützung gegen negative psychologische Folgen der Trennung abgewogen werden.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass global care chains zwar den wirtschaftlichen Aufstieg ermöglichen können, aber gleichzeitig neue soziale Ungleichheiten schaffen.

Schlüsselwörter

Global care chain, transnationale Familien, Reproduktionsarbeit, Arbeitsmigration, Fürsorgeketten, Push-Pull-Modell, Geschlechterrollen, Emotionale Arbeit, Soziale Ungleichheit, Migrationssoziologie, Globalisierung, Kinderbetreuung, Care-Arbeit, Haushaltshilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem soziologischen Konzept der "global care chain" (globale Fürsorgekette) und untersucht, wie bezahlte Betreuungsarbeit global neu verteilt wird und welche Auswirkungen dies auf die betroffenen transnationalen Familien hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die ökonomischen Ursachen von Arbeitsmigration, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung bei der sogenannten Reproduktionsarbeit sowie die differenzierte Betrachtung der Auswirkungen auf Kinder in den Herkunftsländern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Perspektive auf die Kinder transnationaler Familien zu lenken und aufzuzeigen, dass neben den bekannten negativen Folgen der elterlichen Trennung auch beachtliche positive Aspekte wie bessere Ausbildungschancen existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und vergleichenden Auswertung bestehender Studien, wie etwa der "Hearts Apart"-Studie, um ein umfassendes Bild der globalen Fürsorgeketten zu zeichnen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Beschreibung der Ketten, den aktuellen Forschungsstand, die ökonomischen Migrationsursachen und eine detaillierte Analyse der positiven wie negativen Auswirkungen für die Kinder in den Herkunftsländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie "Global care chain", "Transnationale Familien", "Reproduktionsarbeit", "Migrationssoziologie" und "Soziale Ungleichheit" definieren.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Vaters in den untersuchten Care-Ketten?

Der Autor stellt fest, dass Väter in den Herkunftsländern oft nicht in der Lage oder gewillt sind, die Betreuungsarbeit der migrierten Mutter eigenverantwortlich zu übernehmen, und die Aufgaben stattdessen zumeist an weibliche Verwandte delegieren.

Warum ist das "Doing Gender"-Konzept für die Analyse wichtig?

Das Konzept erklärt, warum traditionelle Geschlechterrollen so resistent gegen Veränderungen sind: Hausarbeit gilt als identitätsstiftend, weshalb bei einer Migration die Betreuungsarbeit einfach auf eine andere Frau übertragen wird, anstatt die Geschlechterrollen zwischen Männern und Frauen aufzubrechen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die "global care chain" und ihre Auswirkungen auf transnationale Familien
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V356299
ISBN (eBook)
9783668424661
ISBN (Buch)
9783668424678
Sprache
Deutsch
Schlagworte
global care chain nanny care chain globale betreuungskette
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Die "global care chain" und ihre Auswirkungen auf transnationale Familien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/356299
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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