Diese Arbeit beschäftigt sich mit den eigendeterminierten Entwicklungszielen von Entwicklungsländern und legt dabei einen besonderen Fokus auf den Inselstaat Tonga als ein Fallbeispiel für diese Untersuchung. Dabei soll untersucht werden, auf welche theoretischen Grundlagen diese eigendeterminierten Ziele basieren und ob ihre geplante Umsetzung (falls erläutert) jenen Theorien entspricht. Relevanz erlangt dieses Thema der eigendeterminierten Entwicklungsziele in der Untersuchung des Scheiterns oder Gelingens von Entwicklungszielen, Theorien und vor allem staatlichen Programme zur Erreichung jener Ziele. Die Arbeit soll ihren Beitrag dazu leisten, die Fehler oder Erfolge derartiger Programme in den selbst gesetzten Zielen zu erspähen oder unrealistische selbst gesetzte Entwicklungsziele vorzeitig zu erkennen. Dafür ist es wichtig, dass die theoretischen Konzeptionen auf denen die Entwicklungsziele gegründet werden, erkannt werden. Nur anhand der grundlegenden Theorien, können wir ein mögliches Scheitern, beispielsweise durch den Nutzen von in der Vergangenheit bereits gescheiterten theoretischen Konzeptionen oder per se unpassenden theoretischen Konzeptionen (etc.) frühzeitig erkennen. Die Forschungsfrage der Arbeit heißt also wie folgt: Auf welche theoretischen Konzeptionen der Internationalen Beziehungen bzw. der Entwicklungspolitik stützen sich, die eigendeterminierten Entwicklungsziele des Inselstaates Tonga?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Erläuterung der Forschungsfrage und des damit verbundenen Forschungszieles
1.2 Aufbau und Vorgehensweise dieser Untersuchung
2.0 Entwicklungspolitik und ihre Theorien
2.1 Bezüge zur Forschungsfrage
2.2 Entwicklungspolitik allgemein
2.2.1 „Die Modernisierungstheorie“
2.2.2 „Dependenztheoretische Alternative“
2.2.3 „Pro-poor-Growth“
2.2.4 „Inclusive Growth“ („Inklusives Wachstum“)
2.3 Hypothesen
3.0 Analyse
3.1 Beschreibung des Analysenobjektes
3.2 Bestandsaufnahme von Tongas entwicklungspolitischen Zustands
3.3 Überprüfung der Hypothesen
3.4 Beantwortung der Forschungsfrage
4. Ausblick auf die Zukunft Tongas
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der eigendeterminierten Entwicklungsziele des Inselstaates Tonga, um zu eruieren, ob diese auf klassischen westlichen Modellen basieren oder alternative Ansätze verfolgen. Das zentrale Forschungsziel ist die Identifikation der theoretischen Konzeptionen hinter den staatlichen Plänen, um deren potenzielle Erfolgsaussichten und die zugrunde liegende entwicklungspolitische Logik besser bewerten zu können.
- Analyse des "Tonga Strategic Development Framework" (TSDFII)
- Überprüfung der Relevanz der Modernisierungstheorie für den Inselstaat
- Untersuchung von Ansätzen zur Armutsreduzierung und Inklusion
- Bewertung der dependenztheoretischen Einflüsse auf die nationale Strategie
- Synthese der theoretischen Konzeptionen "Pro-poor-Growth" und "Inclusive Growth"
Auszug aus dem Buch
3.1 Beschreibung des Analysenobjektes
Die Grundlage dieser Untersuchung bildet ein staatlicher Entwicklungsplan für Tonga. Das „Tonga Strategic Development Framework“ (kurz: TSDF) wurde im Jahr 2015 von dem Finanzministerium des Inselstaates Tonga, sowie dem Nationalen Planungsamt erstellt. Der vollständige Titel des Dokuments lautet: „Tonga Strategic Development Framework 2015-2025 – A more progressive Tonga: Enhancing our Inheritance”. Das Dokument enthält die Entwicklungsziele des Staates für den Zeitraum 2015 bis 2025. Das Dokument umfasst 96 Seiten Text und 86 Seiten Anhang. Das Dokument wurde mit Hilfe der „Asian Development Bank“ und anderen nicht näher genannten technischen Institutionen entwickelt. Bei dem TSDF handelt es sich um die zweite Version. Es gab bereits ein TSDFI, welches der direkte Vorläufer des hier thematisierten TSDFII darstellt. Dieser Entwicklungsplan wurde in Kooperation mit den Vertretern aller Wirtschaftssektoren, der Kirchen, der Nichtregierungsorganisationen und der privatwirtschaftlichen Akteuren erarbeitet (vergleiche TSDFII, Seite 11 bis 12, Preface).
Im Folgenden soll der Inhalt des Dokumentes kurz textlich erläutert werden. Dazu wird ein Schaubild aus dem TSDFII schriftlich zusammengefasst, weil dieses die Inhalte anschaulich zusammenfasst (aus Platzgründen wird an dieser Stelle auf die Abbildung eins im Anhang dieser Untersuchung verwiesen).
Die Figur eins zeigt sehr anschaulich, wie das Dokument TSDFII aufgebaut ist und was inhaltlich angestrebt ist. Das Schaubild ist beschriftet mit dem Titel: „Die Vision des tongaischen Strategiekonzeptes“. An oberster Stelle in der Abbildung steht der Satz: „Gott und Tonga sind mein Erbe“, welches ein Zitat des tongaischen Königs darstellt. Das oberste Ziel des TSDFII ist ein „fortschreitendes Tonga, das höhere Lebensqualitäten für alle fördert“. Dieses Ziel soll mit Hilfe eines inklusiveren und nachhaltigeren Wachstums und Entwicklung erreicht werde. Diese wiederrum soll auf der Grundlage von sieben Unterzielen erreicht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Forschungsinteresse an den eigendeterminierten Entwicklungszielen Tongas und legt die Forschungsfrage sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung dar.
2.0 Entwicklungspolitik und ihre Theorien: In diesem Kapitel werden zentrale entwicklungspolitische Theorien wie die Modernisierungstheorie, Dependenztheorie sowie Pro-poor- und Inclusive Growth erläutert und in Hypothesen überführt.
3.0 Analyse: Das Kernstück der Arbeit bildet die detaillierte Untersuchung des tongaischen Entwicklungsplans, die Überprüfung der aufgestellten Hypothesen sowie die Beantwortung der Forschungsfrage anhand der Analyseergebnisse.
4. Ausblick auf die Zukunft Tongas: Dieses abschließende Kapitel reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse und wagt eine Prognose zur Zukunftsfähigkeit der Entwicklungsstrategie Tongas im Kontext globaler Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Tonga, TSDFII, Entwicklungspolitik, Modernisierungstheorie, Dependenztheorie, Pro-poor-Growth, Inclusive Growth, Armutsreduzierung, Inselstaat, Entwicklungsziele, Strukturpolitik, Nachhaltigkeit, Wirtschaftswachstum, Governance, Pazifikregion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen hinter den eigendeterminierten Entwicklungszielen des Inselstaates Tonga, wie sie im aktuellen Strategieplan TSDFII niedergelegt sind.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Im Fokus stehen die entwicklungspolitische Ausrichtung Tongas, die Strategien zur Armutsreduzierung sowie die theoretische Verortung dieser Maßnahmen innerhalb der Internationalen Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet: „Auf welche theoretischen Konzeptionen der Internationalen Beziehungen bzw. der Entwicklungspolitik stützen sich, die eigendeterminierten Entwicklungsziele des Inselstaates Tonga?“
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Beantwortung verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Analyse der offiziellen Regierungsdokumente (TSDFII), wobei theoriegeleitete Hypothesen formuliert und anschließend am empirischen Material überprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, eine Bestandsaufnahme der sozioökonomischen Lage Tongas sowie die explizite Überprüfung von Hypothesen zu Modernisierungs- und Armutsreduzierungsansätzen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Modernisierungstheorie, Dependenztheorie, Inklusives Wachstum, Armutsreduzierung und die spezifischen Rahmenbedingungen eines kleinen Inselstaates.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Modernisierungstheorie und Dependenztheorie eine Rolle?
Diese Theorien dienen als Analyseraster, um zu verstehen, ob Tonga seinen Entwicklungspfad westlichen Idealtypen angleicht oder externe Strukturprobleme als Ursache für Unterentwicklung anerkennt.
Welche Rolle spielen "Inclusive Growth" und "Pro-poor-Growth" für Tonga?
Diese Theorien erklären die beobachteten Strategien zur Armutsreduzierung, die durch Bildung und Gesundheitsversorgung ohne direkte Umverteilungsmechanismen angestrebt werden.
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- Jonas Afair (Author), 2016, Eigendeterminierte Entwicklungsziele von Entwicklungsländern im Fokus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/356145