Im ersten Teil dieser Arbeit werde ich meine Tätigkeit als Trauma- und Gestaltungstherapeutin sowie mein Praxisspektrum vorstellen. Des Weiteren werde ich mich mit den Theorien betreffend Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und mit den Behandlungsmöglichkeiten mithilfe von Gestaltung beschäftigen.
Im zweiten Teil der Arbeit wird die Behandlungsfrequenz einer 30-jährigen Klientin beschrieben, die unter komplexen PTBS nach sexuellem Missbrauch leidet und in meiner Praxis mit Gestaltungstherapie sowie EMDR behandelt worden ist. Der letzte Teil der Arbeit fasst meine Erkenntnisse zusammen und reflektiert klinische Implikationen und Behandlungserfolge der Gestaltungstherapie in der Behandlung der o. g. Klientin.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
1 THEORETISCHE ERKLÄRUNGEN
1.1 Praxisspektrum
1.2 Psychotrauma
1.3 Ursachen einer Traumafolgestörung
1.4 Erleben traumatischer Ereignisse und natürliche Traumaverarbeitung
1.5 Lang- und Kurzzeitfolgen
1.6 Arten von Traumafolgestörungen
1.7 Posttraumatische Belastungsstörung und ihre Behandlungsmöglichkeiten
2 DIE BEHANDLUNGSFREQUENZ
2.1 Die Ausgangssituation und die 1. Sitzung
2.2 Die 2. Sitzung
2.2.1 Die Rahmenbedingungen
2.2.2 Das Gespräch
2.2.3 Exkurs: Das Toleranzfenster
2.3 Der Gestaltungsprozess
2.4 Abschluss der 2. Sitzung
3 FAZIT
3.1 Klinische Indikationen der Kunst- und Gestaltungstherapie in der Traumatherapie
3.2 Reflexion der Tätigkeit als Kunst- und Gestaltungstherapeutin
3.3 Meine Rolle als Therapeutin in Gestaltungsprozessen
3.4 Eigener Lernprozess
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die therapeutische Wirksamkeit von Gestaltungstherapie in der Behandlung von Patientinnen mit komplexer posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) zu untersuchen, wobei der Fokus auf der Stabilisierung und der Aktivierung von Ressourcen durch nonverbale, bildnerische Prozesse liegt.
- Grundlagen der Traumatherapie und psychotraumatologische Theorien
- Methodik der klinischen Kunst- und Gestaltungstherapie
- Bedeutung des Toleranzfensters und bipolares Arbeiten
- Praktische Fallbeschreibung einer 30-jährigen Klientin mit komplexer PTBS
- Integration von EMDR und Gestaltungsprozessen
Auszug aus dem Buch
2.3 Der Gestaltungsprozess
Auch für das Arbeiten mit Gestaltungs-/Kunsttherapie gelten die Grundlagen der Vier-Phasen-Traumatherapie (Plassmann 2007). Hier geht es in der Phase der Stabilisierung darum, zentrale Negativmuster, die zur Aufrechterhaltung der Traumasymptomatik beitragen, zu erkennen und zu verändern. Die Prozessbeobachtungen aus den Gestaltungsabläufen sind dafür wertvoll und lassen die o. g. Muster erkennen.
Ich habe die Klientin nach ihren Erfahrungen mit Gestaltung gefragt. Marie hat im stationären Kontext (Reha-Maßnahmen vor ca. einem Jahr) die Angebote der Kunsttherapie kennengelernt und konnte bereits positive Erfahrungen in diesem Bereich sammeln. Im stationären Kontext hat sie in der Gruppe gestaltet und anschließend die Gestaltung im Einzelgespräch mit der Therapeutin besprochen. Sie hat fast ausschließlich mit Ton gearbeitet, was ihr, wie sie sagte, das Gefühl, „was in der Hand zu haben und die Kontrolle zu behalten“, gegeben habe. Traumatische Bilder traten laut Marie in der Gestaltung nicht zutage.
Die therapeutischen Maßnahmen konzertierten sich auf die Angst- und Panikattacken, die in den Arbeiten mit Ton auftauchten und mit der Therapeutin besprochen wurden. Marie hatte das Gefühl, dass das Arbeiten mit Ton und die Darstellung der Angst ihr eine gewisse Handhabbarkeit der Attacken ermöglichten.
Während die Klientin über die Vergangenheit und den Klinikaufenthalt berichtete, wirkte sie auf mich sehr ruhig. Ihr Blick war mehr nach innen als nach außen gerichtet, sie sprach leise und ich hatte das Gefühl, dass sie nicht explizit im Kontakt zum Hier und Jetzt steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 THEORETISCHE ERKLÄRUNGEN: Dieses Kapitel legt die fachlichen Grundlagen dar, indem es das Praxisspektrum der Autorin definiert und zentrale Konzepte wie Psychotrauma, Ursachen von Traumafolgestörungen sowie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten erläutert.
2 DIE BEHANDLUNGSFREQUENZ: Hier wird der therapeutische Prozess mit einer 30-jährigen Klientin detailliert beschrieben, beginnend bei der Anamnese und der ersten Sitzung bis hin zu spezifischen gestaltungstherapeutischen Interventionen unter Berücksichtigung des Toleranzfensters.
3 FAZIT: Das letzte Kapitel fasst die klinischen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Rolle der Therapeutin und zieht Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit von Kunst- und Gestaltungstherapie in der Traumatherapie.
Schlüsselwörter
Gestaltungstherapie, Kunsttherapie, Traumatherapie, PTBS, Stabilisierung, Ressourcenaktivierung, Dissoziation, EMDR, bipolares Arbeiten, Toleranzfenster, Traumafolgestörung, psychische Stabilität, Prozessorientierung, Angstbewältigung, Traumamaterial
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von klinischer Kunst- und Gestaltungstherapie zur Behandlung von Menschen mit komplexer posttraumatischer Belastungsstörung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Stabilisierung traumatisierter Klienten, der Mobilisierung von Selbstheilungskräften und der Nutzung von bildnerischem Gestalten als nonverbales therapeutisches Mittel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Darstellung, wie durch gestaltungstherapeutische Interventionen belastende Traumasymptome reguliert und Ressourcen zur psychischen Stabilität aktiviert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf dem integrativen Behandlungskonzept der klinischen Kunst- und Gestaltungstherapie, ergänzt durch EMDR-Elemente und die Prinzipien der Vier-Phasen-Traumatherapie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird der konkrete Behandlungsverlauf einer Klientin (Marie) dokumentiert, inklusive der diagnostischen Einordnung, der methodischen Umsetzung im Atelier und der Reflexion der therapeutischen Interaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gestaltungstherapie, Traumatherapie, PTBS, Ressourcenaktivierung, Dissoziation und das Toleranzfenster.
Wie geht die Therapeutin mit dem „Toleranzfenster“ der Klientin um?
Sie nutzt die SUD-Skala, um die Belastung zu messen, und führt Stabilisierungsinterventionen durch, wenn die Klientin außerhalb des Toleranzfensters agiert.
Warum wird das bipolare Arbeiten in der Gestaltung betont?
Es dient dazu, Belastungs- und Ressourcenmaterial getrennt zu halten, um Retraumatisierungen zu vermeiden und eine kontrollierte Distanzierung zum Traumamaterial zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Ewa Budna (Autor:in), 2017, Kreativität und Struktur. Gestaltungstherapie in der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/355464