Eine Sachanalyse zu einer fiktiven Bildungsinteraktion mit Kindern im Kindergarten zum Thema Toleranz, Normalität und Wahrnehmung. Es werden fachwissenschaftlich zunächst wichtige Begriffe geklärt. Im Anschluss wird methodisch-didaktisch beschrieben, wie man diese Themen mit Kindern im Kindergarten dieses Thema gemeinsam erarbeiten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema und übergeordnete Zielsetzung
3. Sachanalyse
fachwissenschaftliche Analyse
methodisch-didaktische Analyse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Verständnis von Kindern für die Gleichwertigkeit unterschiedlicher Perspektiven zu fördern, indem die Frage nach der Normalität und der individuellen Wahrnehmung im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft untersucht wird.
- Förderung der Toleranz durch Perspektivwechsel
- Einfluss von Kultur und Gesellschaft auf Normalitätsvorstellungen
- Die Rolle der optischen Wahrnehmung bei der Konstruktion von Normalität
- Methodische Umsetzung der Bildungsinteraktion im pädagogischen Alltag
- Praktische Anwendung durch das Bilderbuch "Kopf hoch, Fledermaus"
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Der Begriff Toleranz lässt sich ableiten vom lateinischen tolerare und bedeutet so viel wie ertragen bzw. erdulden. Es gibt viele Definitionen für den Begriff Toleranz. Die UNESCO hat ihn in ihrer Erklärung von Prinzipien der Toleranz im Artikel 1 wie folgt beschrieben: „Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens.“
Den Perspektivwechsel, den die Kinder während der Bildungsinteraktion durchführen sollen, dient als Grundprinzip interkulturellen Lernens. Während der Bildungsinteraktion verwende ich jedoch das Synonym Blickwinkel oder Standpunkt und erkläre den Kindern, dass diese Wörter alle dieselbe Bedeutung haben.
Dieser Wechsel der Sichtweise wird einigen Kindern nicht leicht fallen. Der Biologe und Entwicklungspsychologe Jean Piaget spricht in diesem Zusammenhang vom Egozentrismus des Kindes. Demnach sind Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren nicht in der Lage, sich in eine andere Perspektive hineinversetzen zu können. Die Überwindung des Egozentrismus wird nach Piaget nur möglich durch Erfahrung und Speicherung unterschiedlicher Ansichten sowie durch sozialen (Meinungs-)Austausch sowie durch Widerspruch und Konflikt der Ansichten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema und übergeordnete Zielsetzung: Einleitung in die Thematik der Toleranz und Vorstellung der pädagogischen Zielsetzung anhand des Bilderbuches "Kopf hoch, Fledermaus".
3. Sachanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Toleranzbegriff, der kindlichen Entwicklung nach Piaget sowie der philosophischen Einordnung von Normalität.
methodisch-didaktische Analyse: Beschreibung der praktischen Durchführung der Bildungsinteraktion, inklusive methodischer Kniffe zur Förderung der Perspektivübernahme bei Kindern.
Schlüsselwörter
Toleranz, Normalität, Perspektivwechsel, Bildungsinteraktion, Interkulturelles Lernen, Wahrnehmung, Standpunkt, Egozentrismus, Jean Piaget, Diversität, Pädagogik, Bilderbuch, Gesellschaft, Inklusion, Exklusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die pädagogische Vermittlung des Toleranzbegriffs und der Perspektivübernahme im Kindesalter unter Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Toleranz, die Theorie der kindlichen Wahrnehmung, den Einfluss von kulturellen Prägungen auf Normalitätsvorstellungen sowie die pädagogische Gestaltung von Lernprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Bildungsinteraktion?
Das primäre Ziel ist es, das Verständnis der Kinder für die Gleichwertigkeit unterschiedlicher Perspektiven zu schärfen und sie für die Subjektivität von "Normalität" zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur theoretischen Fundierung verwendet?
Es wird auf die Entwicklungspsychologie nach Jean Piaget sowie auf soziologische Theorien zu Normalität und Abweichung (Inklusion/Exklusion) zurückgegriffen.
Was wird im methodisch-didaktischen Teil behandelt?
Dieser Teil beschreibt konkret die Durchführung der Bildungsinteraktion im Morgenkreis und den Einsatz des Mediums Bilderbuch, um Kindern einen Perspektivwechsel praktisch erfahrbar zu machen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Toleranz, Perspektivwechsel, Normalität, Wahrnehmung und interkulturelles Lernen.
Warum spielt das Bilderbuch "Kopf hoch, Fledermaus" eine zentrale Rolle?
Das Buch dient als anschauliches Medium, um Kindern zu zeigen, dass die Perspektive auf die Welt stark vom eigenen Standpunkt abhängt, da die Fledermaus die Welt kopfüber wahrnimmt.
Welche Bedeutung hat der Egozentrismus in diesem Kontext?
Nach Piaget stellt der Egozentrismus bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren eine Hürde dar, die erst durch sozialen Austausch und Erfahrung überwunden werden muss, um Empathie und Perspektivübernahme zu ermöglichen.
Wie werden die Kinder zur aktiven Teilnahme animiert?
Durch gezielte Impulse, wie das Betrachten von Bildern aus verschiedenen Abständen oder körperliche Übungen zur veränderten Raumwahrnehmung, werden die Kinder aktiv in den Lernprozess eingebunden.
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- Toni Barth (Author), 2016, Sachanalyse zu einer Bildungsinteraktion im Kindergarten im Fach Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/355215