Die hier erarbeitete Sportstunde richtet sich an eine neunte Klasse am bayerischen Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgangsstufe sind meist zwischen 14 und 16 Jahren alt und befinden sich im Übergang von der Entwicklungsphase der Pubeszenz in die der Adoleszenz, richtet man sich nach der Entwicklungspsychologie von Berk (2011) oder auch (Meinel & Schnabel, 2007). Zu Beginn der Adoleszenz sind vor Allem die männlichen Schüler mitten in der Phase der Pubertät, in der „eine Vielzahl biologischer Entwicklungen, die zu einem ausgewachsenen Körper und zur Geschlechtsreife führen“, stattfinden (Berk, 2011). Anders als bei den weiblichen Mitschülerinnen, bei welchen die Pubertät in der Regel ein bis zwei Jahre früher eintritt und damit auch schon früher endet. Diese biologischen Entwicklungen werden im Folgenden in körperliche, kognitive und soziale Aspekte unterteilt, die bei der Konzeption der Stunde berücksichtig werden müssen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
1.1. Das Basketballspiel
1.2. Der Rebound
1.2.1. Technikmerkmale und Bewegungsbeschreibung
1.2.2. Besonderheit Defensivrebound
1.2.3. Defensivrebound bei einem Freiwurf
2. Bedingungsanalyse
2.1. Entwicklungsstand der Adressaten
2.2. Legitimation des Themas und Lehrplanbezug
2.3. Rahmenbedingungen
3. Didaktische Reduktion
3.1. Pädagogische Perspektiven
3.1.1. Begründung der Auswahl der Perspektiven
3.1.2. Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern
3.1.3. Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen
3.2. Verknüpfung der Perspektiven mit dem sportlichen Handlungsfeld
3.3. Disziplinspezifisches Vermittlungskonzept
3.3.1. Einführung in das Stundenthema
3.3.2. Aufwärmspiel Freiwurfkönig
3.3.3. Stationsbetrieb
3.3.4. Die Spiele „Act fast“ und das Abschlussspiel
3.3.5. Fazit
4. Konkretisierung der Ziele und Sequenzplanung
4.1. Begründung der Wahl der Ziele
4.2. Darstellung der Sequenzplanung
5. Tabellarischer Stundenentwurf
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit thematisiert die methodische Erarbeitung des Defensivrebounds im Basketballunterricht einer neunten Klasse. Ziel ist es, durch ein induktives Vermittlungskonzept technische Grundlagen wie Ausboxen und Ballkontrolle spielerisch zu etablieren und dabei gleichzeitig taktische Entscheidungsfindungen sowie soziale Kompetenzen der Schüler zu fördern.
- Analyse der technischen Phasen des Defensivrebounds
- Entwicklung sportmotorischer Fähigkeiten im Adoleszenzalter
- Implementierung eines mehrperspektivischen Sportunterrichts nach Dietrich Kurz
- Konzeption induktiver Vermittlungswege durch Stationsbetrieb
- Verknüpfung von technischem Können mit taktischer Spielpraxis
Auszug aus dem Buch
1.2.1. Technikmerkmale und Bewegungsbeschreibung
„He who controlleth the backboard, controlleth the game.“ – Adolph Rupp
Der technisch saubere Rebound, also dem Sichern des Balles nach einem Fehlwurf, ist in verschiedene Phasen aufzugliedern, die nacheinander ablaufen. Im Folgenden wird zunächst die Bewegungsbeschreibung ohne gegnerische Bedrängnis aufgeführt und anschließend durch das Verhalten des Verteidigers in einer spielnahen eins-gegen-eins-Situation vervollständigt.
Der Rebound beginnt mit der Vorbereitungsphase, also einem beidbeinigen Spreizbuckelsprung aus dem Beistellschritt, bei dem beide Arme gleichzeitig als Schwungarme verwendet werden. Der Absprungpunkt soll so gewählt, werden, dass der Ball leicht vor der vertikalen Körperachse gefangen werden kann. Die Hauptphase beginnt mit der Flugphase, also dem leichten spreizen der Beine und krümmen des Rückens in der Luft. Dadurch nimmt der Spieler eine stabile Position ein und ist durch physische Angriffe des Gegners gesichert. Das Ziel ist es jetzt, denn Ball am höchsten Punkt mit beiden Händen fest zu greifen und ihn anschließend in der Luft so schnell wie möglich in Richtung Brust zu führen, wodurch das mögliche Herausschlagen durch Gegenspieler verhindert wird. Hiermit endet die Hauptphase und es folgt die Endphase, die sich durch die Landung in die Tuck-Stellung auszeichnet. Diese Grundstellung ist durch eine aufrechte Kopf- und Oberkörperhaltung, gebeugte Knie und eine schulterbreite, parallele Fußstellung charakterisiert. Der Ball ist dabei jederzeit durch waagrechte Ellenbogen geschützt (Schröder, 1996). Bei diesem Bewegungsablauf sind lediglich Basisfähigkeiten, wie Ballberechnung, Springen und Fangen von Nöten, weshalb hier auch im Kinder- und Jugendbereich wenig Fehler bei der Ausführung an sich auftreten. Anders ist das bei der speziellen Form, dem Defensivrebound.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Hintergründe des Basketballs und definiert die technischen sowie taktischen Anforderungen des Defensivrebounds.
2. Bedingungsanalyse: Hier wird der Entwicklungsstand der Zielgruppe (neunte Klasse) kognitiv und motorisch eingeordnet und die Relevanz des Themas im Rahmen des bayerischen Lehrplans begründet.
3. Didaktische Reduktion: Das Kapitel beschreibt die methodische Gestaltung der Unterrichtseinheit basierend auf dem Konzept der Mehrperspektivität und stellt das induktive Vermittlungskonzept vor.
4. Konkretisierung der Ziele und Sequenzplanung: Die Lernziele werden präzisiert und die Einbettung der Unterrichtsstunde in eine übergeordnete Sequenzplanung aufgezeigt.
5. Tabellarischer Stundenentwurf: Dieser Teil bietet eine detaillierte, zeitliche und organisatorische Planung der konkreten Sportstunde inklusive der Übungsphasen.
Schlüsselwörter
Basketball, Defensivrebound, Sportunterricht, Bewegungsbeschreibung, Stationsbetrieb, Mehrperspektivität, Techniktraining, Taktik, Pubertät, Adoleszenz, Ausboxen, Sportpädagogik, Unterrichtsentwurf, Lernaufgabe, Körperbeherrschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Konzeption und praktischen Planung einer Sportstunde zum Thema Defensivrebound im Basketball für eine neunte Klasse am Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die biomechanische Bewegungsanalyse des Rebounds, die entwicklungspsychologischen Besonderheiten von Jugendlichen in der Pubertät sowie die didaktische Umsetzung mittels induktiver Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Vermittlung des technischen Bewegungsablaufs beim Defensivrebound inklusive des "Ausboxens", um den Schülern eine erfolgreiche Balleroberung in einer spielnahen Situation zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein mehrperspektivischer Ansatz nach Dietrich Kurz verfolgt, der das induktive Lernen und das „Lernen mit allen Sinnen“ in den Mittelpunkt stellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Sachanalyse des Sports, die Bedingungsanalyse der Schülerschaft, die didaktische Reduktion der Inhalte sowie die konkrete Sequenz- und Stundenplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Defensivrebound, Mehrperspektivität, induktive Vermittlung, Sportpädagogik und Adoleszenz charakterisiert.
Warum ist das Ausboxen ein so zentraler Bestandteil des Rebounds?
Das Ausboxen ist essenziell, da es den direkten physischen Schutz des Ballbesitzes sicherstellt, indem der Gegner durch Körpereinsatz daran gehindert wird, eine rebound-günstige Position einzunehmen.
Welche Rolle spielt die Heterogenität in der Klasse für die Unterrichtsgestaltung?
Aufgrund der großen physischen Unterschiede in der neunten Jahrgangsstufe ermöglicht das induktive Konzept jedem Schüler, die für den eigenen Körperbau geeignetste Technik zur Ballverteidigung individuell zu finden.
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- Marius Heß (Author), 2016, Einführung des Defensivrebounds im Basketball (Sport, 9. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/354902