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Mantelkaufbestimmungen und Verlustverwertung

Auswirkungen der Mantelkaufregelung im KStG auf die Kaufpreisfindung

Title: Mantelkaufbestimmungen und Verlustverwertung

Seminar Paper , 2017 , 45 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Alexander Moßhammer (Author)

Business economics - Accounting and Taxes

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Summary Excerpt Details

Die Mantelkaufbestimmungen gem. § 8 Abs. 4 Z. 2 KStG wurden vom Gesetzgeber aufgrund des VwGH Urteils 84/13/0251 vom 04. Juni 1981 eingeführt. Dieses Urteil besagt, dass der Verlustvortrag als höchstpersönliches Recht der verlustvortragenden Person anzusehen ist und daher auch trotz Untergang der wirtschaftlichen und organisatorischen Identität der Gesellschaft im Zuge eines entgeltlichen und vollständigen Gesellschafterwechsels bestehen bleibt. Dieses Urteil impliziert folglich, dass der steuerliche Verlustvortrag aufgrund seines Steuereinsparungspotentials für den Käufer als selbständiges Wirtschaftsgut betrachtet und auch entgeltlich gehandelt werden kann, sofern er nicht z.B. aufgrund des einschlägig Werdens der Mantelkaufbestimmungen seinen Charakter als Wirtschaftsgut verliert. Der Gesetzgeber ist jedoch bestrebt einen solchen ausschließlich auf die Verlustausgleichs- und damit verbundenen Steuereinsparungsmöglichkeiten ausgelegten Handel zu unterbinden. Aus diesem Grund führt der Gesetzgeber mit dem Körperschaftsteuergesetz 1988 die sogenannten Mantelkaufbestimmungen ein, welche versuchen, den Handel mit wirtschaftlich inaktiven aber steuerrechtlich verlustvortragenden Unternehmen, sogenannten Mantelgesellschaften, zu unterbinden.

Gelingt es dem Erwerber eines verlustvortragenden Unternehmens nun die Mantelkaufbestimmungen nicht auszulösen, so können die bestehenden Verluste mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden, was zu cashwirksamen Steuerersparnissen führt.

Diese Arbeit zielt nun darauf ab, zu beurteilen, welche Auswirkungen die Mantelkaufregelung gem. § 8 Abs. 4 Z. 2 KStG auf die Kaufpreisfindung beim Erwerb verlustvor-tragender inländischen Körperschaften in Österreich unter sicherer Erwartung zukünftiger Ergebnisse hat und welche Einflussfaktoren diesen Effekt auf den Kaufpreis beeinflussen. Nicht adressiert werden hierbei die Auswirkungen auf Umgründungen i.S.d. UmgrStG sowie die Auswirkungen unter Unsicherheit.

Um dies zu erläutern werden zunächst die normativen Grundlagen der Mantelkaufregelung beleuchtet. Im Anschluss daran wird ein geeignetes Modell zur Bewertung von Verlustvorträgen unter Sicherheit vorgestellt sowie auf die Schwierigkeiten unter Unsicherheit eingegangen. Darauf aufbauend werden anhand der Simulation eines Partialmodells die Auswirkungen der Mantelkaufbestimmungen auf die Kaufpreisfindung erläutert und darauf einwirkende Einflussfaktoren aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mantelkaufbestimmungen

2.1. Tatbestandsmerkmale

2.2. Sukzessive Erfüllung der Tatbestandsmerkmale im Zeitablauf

2.3. Auflösung stiller Reserven

2.4. Escape-Klausel

2.5. Mantelkauf bei Gruppenbesteuerung

2.6. Mittelbarer Gesellschafterwechsel

2.7. Siebentelabschreibung & Schwebeverluste (Wartetastenverluste)

2.8. Mindestbesteuerung und Verlustverrechnungsgrenze

3. Bewertung von Verlustvorträgen

3.1. Bewertung unter Sicherheit

3.2. Besonderheiten bei Bewertung unter Unsicherheit

4. Simulation

4.1. Unterschied zwischen Vorliegen eines steuerrechtlichen Verlustvortrags und dessen Wegfall durch Mantelkauf (Grundüberlegung)

4.2. Unterschiede in der Rendite der Wiederveranlagungsform

4.3. Steuersatz und anzuwendender Diskontierungszinssatz

4.4. Zeitpunkt der Verlustverwertungsmöglichkeit (Verwertungszeitpunkt, Höhe des steuerlichen Verlustvortrags & Höhe zukünftiger Gewinne)

4.5. Verschuldungsgrad (Leverage)

4.6. Unternehmensrechtliche Verlustvorträge & Ausschüttungspolitik

4.7. Steuerrechtliche AfA & unternehmensrechtliche Abschreibung

5. Ergebnisse & Diskussion

6. Conclusio

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der österreichischen Mantelkaufregelung gemäß § 8 Abs. 4 Z. 2 KStG auf die Kaufpreisfindung bei verlustvortragenden Körperschaften. Das zentrale Forschungsziel ist die Identifikation und Analyse der Einflussfaktoren, die den Wert eines steuerlichen Verlustvortrags bestimmen, wenn dieser durch ein Unterlassen des Mantelkaufs für den Erwerber nutzbar bleibt.

  • Analyse der gesetzlichen Tatbestandsmerkmale des Mantelkaufs
  • Modellbasierte Bewertung von Verlustvorträgen unter Annahme von Sicherheit
  • Simulation des Einflusses verschiedener Parameter (Renditen, Steuersatz, Leverage) auf den zusätzlichen Kaufpreis
  • Untersuchung von Wechselwirkungen durch unternehmensrechtliche Verlustvorträge und Abschreibungen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die Mantelkaufbestimmungen gem. § 8 Abs. 4 Z. 2 KStG wurden vom Gesetzgeber aufgrund des VwGH-Urteils 84/13/0251 vom 04. Juni 2981 eingeführt. Dieses Urteil besagt, dass der Verlustvortrag als höchstpersönliches Recht der verlustvortragenden Person anzusehen ist und daher auch trotz Untergang der wirtschaftlichen und organisatorischen Identität der Gesellschaft im Zuge eines entgeltlichen und vollständigen Gesellschafterwechsels bestehen bleibt.

Dieses Urteil impliziert folglich, dass der steuerliche Verlustvortrag aufgrund seines Steuereinsparungspotentials für den Käufer als selbständiges Wirtschaftsgut betrachtet und auch entgeltlich gehandelt werden kann, sofern er nicht zB aufgrund des einschlägig Werdens der Mantelkaufbestimmungen seinen Charakter als Wirtschaftsgut verliert. Der Gesetzgeber ist jedoch bestrebt einen solchen ausschließlich auf die Verlustausgleichs- und damit verbundenen Steuereinsparungsmöglichkeiten ausgelegten Handel zu unterbinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die gesetzliche Regelung des Mantelkaufs und deren Entstehungsgeschichte basierend auf der höchstgerichtlichen Rechtsprechung.

2. Mantelkaufbestimmungen: Detaillierte Darstellung der Tatbestandsmerkmale sowie möglicher Ausnahmetatbestände wie die Escape-Klausel und Konstellationen bei der Gruppenbesteuerung.

3. Bewertung von Verlustvorträgen: Theoretische Herleitung einer Bewertungsmethode für Verlustvorträge und Diskussion der Bewertungsherausforderungen unter Unsicherheit.

4. Simulation: Quantitative Analyse der Auswirkungen der Mantelkaufbestimmungen anhand eines Partialmodells unter Variation verschiedener Einflussfaktoren.

5. Ergebnisse & Diskussion: Zusammenfassende Auswertung der Simulationsergebnisse und Darstellung der Abhängigkeit des Kaufpreises von unternehmensindividuellen Parametern.

6. Conclusio: Abschließende Würdigung des Einflusses der Mantelkaufbestimmungen und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Mantelkauf, Verlustvortrag, Körperschaftsteuergesetz, Unternehmenskauf, Kaufpreisfindung, Steuerersparnis, Partialmodell, Steuerplanung, Barwertmodell, Gruppenbesteuerung, Eigenkapital, Fremdkapital, Leverage, Abschreibung, Unternehmensbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die steuerlichen Mantelkaufbestimmungen in Österreich den Wert von Verlustvorträgen und damit den Kaufpreis bei Unternehmenstransaktionen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Der Fokus liegt auf den Tatbestandsmerkmalen des Mantelkaufs, der finanziellen Bewertung von steuerlichen Verlustvorträgen und der Simulation verschiedener Einflussfaktoren auf den Kaufpreis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu beurteilen, wie sich die Vermeidung des Mantelkaufs auf den Kaufpreis auswirkt und welche betriebswirtschaftlichen Parameter diesen Effekt modifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es wird ein finanzmathematisches Barwertmodell nach Drukarczyk verwendet, um in einer Simulationsstudie (Partialmodell) die monetären Auswirkungen auf den Kaufpreis zu illustrieren.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine normativ-theoretische Auseinandersetzung mit den Rechtsbestimmungen und eine umfangreiche simulationsbasierte Auswertung von Einflussfaktoren wie Renditen, Steuersätzen, Verschuldungsgraden und Ausschüttungspolitiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Mantelkauf, Verlustvortrag, Steuerplanung, Unternehmenskauf, Kaufpreisfindung und Körperschaftsteuer sind die zentralen Begriffe.

Welche Rolle spielt die Escape-Klausel bei der Bewertung?

Die Escape-Klausel dient als Ausnahmetatbestand, der es ermöglicht, trotz eines Gesellschafterwechsels die Verlustverrechnungsmöglichkeiten zu erhalten, sofern die Absicht der Sanierung und Arbeitsplatzsicherung vorliegt.

Wie beeinflusst der Verschuldungsgrad (Leverage) den Wert des Verlustvortrags?

Ein höherer Verschuldungsgrad reduziert tendenziell den zusätzlichen Kaufpreis ohne Mantelkauf, da höhere Fremdkapitalkosten die Bemessungsgrundlage und damit die steuerliche Entlastungswirkung beeinflussen.

Warum wird im Modell zwischen bilanzieller und Cash-Flow orientierter Betrachtung unterschieden?

Diese Unterscheidung ist notwendig, da unternehmensrechtliche Abschreibungen bilanziell den Gewinn schmälern, jedoch keine Cash-Outflows darstellen, was ihre steuerliche Bedeutung und Wirkung auf den Kaufpreis differenziert.

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Details

Title
Mantelkaufbestimmungen und Verlustverwertung
Subtitle
Auswirkungen der Mantelkaufregelung im KStG auf die Kaufpreisfindung
College
University of Innsbruck  (Institut für Rechnungswesen, Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung)
Course
Seminar: Spezifische Themen der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre
Grade
1,00
Author
Alexander Moßhammer (Author)
Publication Year
2017
Pages
45
Catalog Number
V354825
ISBN (eBook)
9783668409903
ISBN (Book)
9783668409910
Language
German
Tags
Mantelkauf Körperschaftsteuer KStG Sonderausgaben Verlustverwertung Verlustverrechnung Kaufpreis Kaufpreisfindung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Moßhammer (Author), 2017, Mantelkaufbestimmungen und Verlustverwertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/354825
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