Ziel dieser Seminararbeit soll sein, anhand des aktuellen Forschungsstandes und des selbst erhobenen Datenmaterials in Form des Fragebogens, eine Antwort auf die Frage ob man sich dem alltäglichen Gebrauch von Anglizismen überhaupt noch bewusst ist, zu finden.
Was überhaupt unter dem Begriff „Anglizismus“ zu verstehen ist und in welchen Formen sich englische Entlehnungen in der deutschen Sprache äußern können, soll im zweiten Kapitel dieser Seminararbeit erläutert werden. Dies stellt, zusammen mit einem kurzen Umriss der Entlehnungsgründe im dritten Kapitel, die Grundlage für die darauf folgenden Abschnitte dar, anhand derer eine Beantwortung der zentralen Fragestellung erarbeitet werden soll. Hierzu dient im fünften Kapitel die Bezugnahme auf eine im Rahmen des Seminars erarbeitete Umfrage, deren Ziel eine Bestandsaufnahme über den persönlichen Wissensstand und der Haltung gegenüber Anglizismen darstellt.
Nach dem morgendlichen Joggen beim Frühstückstoast schon mal die Mails checken, im Job die To-do-Liste abarbeiten und danach beim Shoppen endlich etwas relaxen, weil es Sinn macht, die Work-Life-Balance aufrecht zu erhalten. Anglizismen begegnen uns in der heutigen Zeit fast überall und haben sich mitunter so stark in den Alltag eingeschlichen, dass viele sie kaum noch als ursprünglich fremdsprachlich wahrnehmen. Wir benutzen sie, bewusst oder unbewusst, fast täglich in unseren Unterhaltungen, stoßen auf sie in Zeitungen, auf Plakaten, in Schaufenstern, im Fernsehen oder auf unseren mobilen Geräten. Insbesondere die Werbebranche kommt ohne die Verwendung von Anglizismen heute nicht mehr aus. Die einen betrachten englischsprachiges Lehngut als eine bereichernde Entwicklung der deutschen Sprache, insofern es zu Facettenreichtum, Ausdrucksstärke und Flexibilität im Sprachgebrauch beiträgt. Andere hingegen sehen es als den Anfang vom Ende unserer Muttersprache und versuchen, gegen die Zunahme englischer Wörter anzukämpfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anglizismen in der deutschen Sprache
2.1 Definition „Anglizismus“
2.2 Klassifikation der Anglizismen
2.2.1 Äußeres Lehngut
2.2.2 Inneres Lehngut
3. Entlehnungsgründe
4. Begünstigungen eines unbewussten Anglizismengebrauchs
5. Aktuelles Meinungsbild: Umfrage zum Thema Anglizismen
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Analyse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Wahrnehmung des Gebrauchs englischer Entlehnungen in der heutigen deutschen Alltagssprache mit dem Ziel zu klären, ob sich Sprecher dieser Verwendung im täglichen Sprachgebrauch überhaupt noch bewusst sind.
- Definition und Klassifizierung von Anglizismen
- Ursachen und Gründe für den Sprachwandel durch Entlehnungen
- Rolle der Medien und Werbebranche als Sprachbeeinflusser
- Analyse des unbewussten Gebrauchs durch empirische Umfragedaten
Auszug aus dem Buch
4. Begünstigungen eines unbewussten Anglizismengebrauchs
Wie zuvor beschrieben, zeichnet sich die englische Sprache unter anderem durch Kürze und Präzision aus, des Weiteren ist sie dank ihrer relativ unkomplizierten Grammatik, da die meisten indogermanischen Kategorien wie Kasus, Genus und komplexe Konjugationen abgebaut, sowie die Anrede auf eine einzige (you) reduziert wurde, leicht zu erlernen. Doch der Ruf einer leichten Sprache kann auch zu einem leichtfertigen Umgang mit ihr verführen.
Schon die Klassifikation der Anglizismen lässt erkennen, dass Entlehnungen aus der englischen Sprache in Form inneren Lehnguts für den Durchschnittssprecher nicht mehr offenkundig als solche identifizierbar sind. Nur Wörter, deren englischer Ursprung anhand von Schreibung oder Lautung zumindest rudimentär noch festzustellen ist, können auch als ‚fremd‘ auffallen (Zabel, 2001, 59). So verhält es sich beispielsweise bei den Verben streiken oder starten, die phonologisch wie auch morphologisch nicht mehr offensichtlich von eigensprachlichen Wörtern zu unterscheiden sind (Eisenberg, 2013, 70).
Ferner schleichen sich aufgrund der Nähe der beiden indogermanischen Sprachen nicht nur gut erkennbare Anglizismen in die deutsche Sprache ein. Teilweise kommt es auch zu Übernahmen ganzer Redewendungen: Der frühe Vogel fängt den Wurm hat sich längst als Sprichwort im Deutschen eingebürgert, wenngleich es sich um eine Wort-für-Wort Übersetzung des englischen Idioms the early bird catches the worm handelt, während die sinngemäße Entsprechung Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, die schon als Norm im „Sachsenspiegel“, eines der ältesten Rechtsbücher des deutschen Mittelalters, festgehalten ist, an Präsenz verliert (Wetzler 2006, 45).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Allgegenwart von Anglizismen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des bewussten bzw. unbewussten Sprachgebrauchs.
2. Anglizismen in der deutschen Sprache: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Anglizismus und gliedert ihn nach linguistischen Kriterien in äußeres und inneres Lehngut.
3. Entlehnungsgründe: Hier werden die Ursachen für den Sprachwandel, insbesondere den Einfluss der Medien und die pragmatischen Vorteile des Englischen, erörtert.
4. Begünstigungen eines unbewussten Anglizismengebrauchs: Dieses Kapitel beleuchtet, warum englische Entlehnungen für Sprecher oft unsichtbar werden und sich schleichend im Sprachgebrauch festsetzen.
5. Aktuelles Meinungsbild: Umfrage zum Thema Anglizismen: Das Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und die Analyse einer empirischen Umfrage zur Verwendung von Anglizismen.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Anglizismen integraler Bestandteil der Sprache sind und ihr Gebrauch oft unbewusst erfolgt, was zu einer differenzierten Bewertung führt.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Sprachwandel, Fremdwörter, Lehnbedeutung, Lehnbildung, Sprachökonomie, Medienbeeinflussung, Werbesprache, Empirische Untersuchung, Alltagsdeutsch, Sprachbewusstsein, Entlehnung, Soziolinguistik, Globalisierung, Sprachkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration englischer Begriffe in die deutsche Sprache und untersucht, inwieweit dieser Prozess heute unbewusst abläuft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die linguistische Klassifikation von Anglizismen, die Gründe für ihre Übernahme sowie die empirische Analyse des Sprachverhaltens der Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, mittels aktueller Forschungsliteratur und einer eigenen Umfrage zu klären, ob der Gebrauch von Anglizismen im Alltag noch bewusst wahrgenommen wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer quantitativen, online-gestützten Befragung von 134 Personen verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition und Klassifizierung, eine Erörterung der Entlehnungsgründe sowie eine Auswertung des eigenen Datenmaterials.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Anglizismen, Sprachwandel, unbewusster Sprachgebrauch, Werbesprache und empirische Bestandsaufnahme definieren.
Warum spielt die Werbebranche für das Thema eine so große Rolle?
Die Werbebranche nutzt Anglizismen gezielt zur Aufmerksamkeitserregung und Imagebildung, was die Verbreitung neuer englischer Begriffe im Alltag massiv beschleunigt.
Was hat die Umfrage bezüglich der Wörter "sorry" und "cool" ergeben?
Die Umfrage zeigte, dass viele Befragte ihre Verwendung von Anglizismen unterschätzen, da sie Begriffe wie "sorry" oder "cool" trotz ihrer eindeutigen englischen Herkunft nicht mehr als Fremdwörter identifizieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Das Phänomen Anglisierung. Der Gebrauch von Anglizismen in der deutschen Alltagssprache, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/354407