In den folgenden Abschnitten wird zunächst eine kurze inhaltliche Zusammenfassung des Films „Moonrise Kingdom“ geliefert, gefolgt von einer komprimierten Zusammenfassung des zugehörigen Vorspanns und weiteren Hintergrundinformationen zu eben jenem. Im Anschluss wird die, in Film und Vorspann genutzte, Typografie analysiert und sowohl mit dem Plot, als auch mit der stilistischen Handschrift des amerikanischen Filmemachers Wes Anderson in Zusammenhang gesetzt.
Inhaltsverzeichnis
Abstract
Einleitung
Moonrise Kingdom
Vorspann
Welcome to New Penzance Island
Schnitt & Stil
Schrift im Film
Die Schriftart
Position der Schrift
Schriftfarben
Fazit
Literatur- und Filmverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die Funktion und Gestaltung des Vorspanns von Wes Andersons Film „Moonrise Kingdom“. Dabei wird analysiert, wie die spezifische Typografie, die Platzierung der Credits und die Farbgestaltung dazu beitragen, die Atmosphäre des Films zu etablieren und die künstlerische Handschrift des Regisseurs zu unterstreichen.
- Analyse der narrativen Bedeutung des Vorspanns als „Ouverture“ des Films.
- Untersuchung der typografischen Gestaltung durch Jessica Hische (Schriftart „Tilda“).
- Untersuchung der strategischen Platzierung von Credits im Bildraum.
- Interpretation der symbolischen Farbwahl (Gelb) und deren Bedeutung im Kontext der Mise-en-Scène.
Auszug aus dem Buch
Die Schriftart
Die elegante Schriftart von Jessica Hische, die von der Typografin auf den Namen „Tilda“ getauft wurde, zeichnet sich besonders durch auffällige Kurven und Schrägen aus, welche rechtsgerichtet sind, was mit der primär vorherrschenden, westlichen Schreibrichtung von links nach rechts zusammenhängt. Tatsächlich ist „Moonrise Kingdom“ der erste Film von Wes Anderson, in dem er nicht die Schriftart Futura nutzt, welche eine gleichmäßige Strichstärke aufweist und keine Serifen beinhaltet (Vgl. Booth; Web). Hisches verspielte Schrift und die Positionierung der Credits im Vorspann verrät dem Betrachter bereits früh im Film einiges über das thematische Setting und die Bildsprache von „Moonrise Kingdom“.
Bei der auffälligen Schrägstellung der Schriftart handelt es sich um eine Besonderheit. In der kontemporären Typografie ist es üblich, erst einen nicht-schräggestellten Schriftschnitt zu entwickeln und diesen dann um weitere Schnitte, wie zum Beispiel einen schräggestellten, zu erweitern. „Tilda“ ist jedoch nur in zwei Schnitten verfügbar, „Petite“ und „Grande“. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Schriftart auf den Film zugeschnitten wurde und mit Normen kommerzieller Schriftarten bricht. Die Schriftart beinhaltet zudem eine Funktion, die Verbindungen zwischen Buchstaben, die häufig in einer bestimmten Reihenfolge verwendet werden, sogenannte Ligaturen, ermöglicht. Wie sich unschwer erkennen lässt, wurde diese Funktion für die Credits und den Titel des Films genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Abstract: Kurze inhaltliche Zusammenfassung von Film und Vorspann sowie Erläuterung des analytischen Vorgehens.
Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Filmvorspännen und die spezifische Herangehensweise von Wes Anderson.
Moonrise Kingdom: Zusammenfassung der Handlung des Films und seiner zentralen Charaktere.
Vorspann: Theoretische Einordnung der Geschichte und Funktion von Vorspännen sowie Beschreibung des konkreten Vorspanns von „Moonrise Kingdom“.
Schrift im Film: Analyse des Verhältnisses von Bild und Schrift sowie der spezifischen Gestaltung der Schriftart, ihrer Platzierung und der eingesetzten Farben.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der typografischen Gestaltung in Andersons ästhetische Handschrift.
Literatur- und Filmverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Filme.
Schlüsselwörter
Wes Anderson, Moonrise Kingdom, Vorspann, Typografie, Jessica Hische, Tilda, Credits, Mise-en-Scène, Filmgestaltung, Farbe Gelb, Independent-Kino, Ligaturen, Titelsequenz, Semiotik, Gestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Vorspann des Films „Moonrise Kingdom“ von Wes Anderson, insbesondere unter dem Aspekt der typografischen Gestaltung und deren Bedeutung für das filmische Gesamtwerk.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Funktion von Vorspännen, die Gestaltung von Schrift im Bild, die Wirkung von Typografie sowie die spezifische Farbästhetik von Wes Anderson.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch grafische Elemente wie Schriftart, Platzierung und Farbe bereits in den ersten Minuten eines Films eine spezifische Atmosphäre und die Handschrift des Regisseurs vermittelt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine medienwissenschaftliche Filmanalyse, ergänzt durch typografische Untersuchungen und den Vergleich mit theoretischen Diskursen zum Verhältnis von Bild und Schrift.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Vorstellung des Films, eine historische Einordnung des Vorspanns sowie eine detaillierte Analyse der Schriftart „Tilda“, der Anordnung der Credits und der dominierenden Farbgebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Wes Anderson, Typografie, Credits, Tilda, Mise-en-Scène und Filmvorspann.
Warum spielt die Schriftart „Tilda“ eine so wichtige Rolle in der Analyse?
„Tilda“ wurde von Jessica Hische exklusiv für den Film entworfen und bricht mit der von Anderson sonst verwendeten Schriftart Futura, was sie zu einem zentralen Indikator für die visuelle Gestaltung des Films macht.
Was sagt die Farbe Gelb über den Film aus?
Gelb fungiert bei Wes Anderson als wiederkehrendes Markenzeichen, das hier eine nostalgische, herbstliche Stimmung erzeugt und Assoziationen zu Kindheit und Abenteuer weckt.
Welche Bedeutung hat das Gemälde am Anfang des Vorspanns?
Das Gemälde des Hauses der Familie dient als „Establishing Shot“, der den Betrachter in das Setting einführt und eine Verbindung zur narrativen Struktur des Films herstellt.
- Arbeit zitieren
- Hendrik Wonsak (Autor:in), 2016, Was der Vorspann von "Moonrise Kingdom" über die Atmosphäre des Films und die künstlerische Handschrift des Filmemachers verrät, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/353948