In dieser Arbeit wird untersucht, welche Faktoren dazu beigetragen haben, dass das Europäische Währungssystem eine schwere Währungskrise erlitt. Dazu wurden drei Hypothesen aufgestellt. Alle drei Hypothesen konnten im Verlauf der Seminararbeit bestätigt werden.
Als erstes wird auf das Thema der Wechselkurse eingegangen und die verschiedenen Wechselkurstheorien erläutert. Zudem wird fundiert auf die Wechselkursregime Bezug genommen. Im zweiten Teil der Arbeit wird das Europäische Währungssystem genauer vorgestellt und spezifische Informationen zur Gründung, den Mitgliedern und den Zielen dieses Systems geliefert. Im dritten Teil steht die Krise des EWS im Fokus. Es wird aufgezeigt, wie das Ganze begonnen hat, welche Faktoren dafür verantwortlich waren und was die Auswirkungen der Krise waren. In einem Fazit werden die relevanten Punkte der Arbeit festgehalten und die Hypothesen mittels Begründung bestätigt.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Wechselkurs
2.1) Wechselkurstheorien
2.1.1) Kaufkraftparitätentheorie
2.1.2) Zinsparitätentheorie
2.2) Wechselkursregime
2.2.1) Flexible Wechselkurse
2.2.2) Fixe Wechselkurse
3) Hypothesen
4) Europäisches Währungssystem
4.1) Gründung des EWS
4.2 Mitglieder des Systems
4.3) Zielsetzung
5) Krise des Europäischen Währungssystem
5.1) Beginn der Krise
5.2) Auslöser der Krise
5.3) Auswirkungen der Krise
6) Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die wesentlichen Einflussfaktoren, die zur schweren Währungskrise des Europäischen Währungssystems (EWS) in den Jahren 1992 und 1993 führten. Im Zentrum steht dabei die Prüfung dreier Hypothesen, die den Zusammenhang zwischen der deutschen Wiedervereinigung, der restriktiven Geldpolitik der Bundesbank, der allgemeinen Rezession und den spekulativen Angriffen auf Währungen analysieren.
- Grundlagen von Wechselkurstheorien und Wechselkursregimen
- Strukturelle Analyse und Zielsetzung des Europäischen Währungssystems
- Kausaler Zusammenhang zwischen deutscher Wiedervereinigung und EWS-Krise
- Rolle von Spekulationen und deren Auswirkungen auf Währungsstabilität
- Langfristige Folgen der Krise für die europäische Integration
Auszug aus dem Buch
5.2) Auslöser der Krise
Wie im Kapitel 5.1 gesehen, war die Situation kurz vor der Europäischen Währungskrise schon etwas angespannt durch die Rezession und den Aufwertungsdruck auf die D-Mark durch die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland und die dadurch notwendige restriktive Geldpolitik der Bundesbank.
Es sind vier Faktoren zu erwähnen, welche zur EWS-Krise geführt haben: Zum ersten die Rezession, welche vorherrschend war. Zum zweiten die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Der dritte Faktor ist die restriktive Geldpolitik der Bundesbank und zuletzt spielten auch die Glaubwürdigkeit und die Erwartungen der Anleger eine grosse Rolle. Wie im Kapitel 5.1 schon aufgezeigt, gerieten viele europäische Staaten, kurz vor der Währungskrise, in eine Rezession, mit Ausnahme von Deutschland. Die vorherrschende Situation in Europa war somit durch die hervorgerufene Rezession einiger Länder ziemlich schwierig.
Faktor 2 und 3, also die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland sowie die restriktive Geldpolitik der Bundesbank, verflossen ineinander und werden somit zusammen behandelt. Denn die Lage der Staaten, welche sich in einer Rezession befanden, wurde durch die geldpolitische Ausrichtung der Deutschen Bundesbank nicht verbessert. Im Gegenteil, denn die Bundesbank trieb durch ihre restriktive Geldpolitik die Zinsen in historische Höhen, um die eigens verschuldete Inflation zu bekämpfen. Durch diese hohen Zinsen erhöhte sich der Druck auf die D-Mark noch mehr. Um dem Abwertungsdruck auf die eigene Währung stand zu halten, mussten die Partnerstaaten im EWS intervenieren und am Devisenmarkt D-Mark aus ihren eigenen Devisenreserven verkaufen. Jedoch hatte das restriktive Effekte auf die eigene inländische Geldmenge.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Wechselkursstabilität ein und stellt den Aufbau der Arbeit zur Analyse der EWS-Krise vor.
2) Wechselkurs: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Wechselkurstheorien wie die Kaufkraftparität und Zinsparität sowie die Funktionsweise flexibler und fixierender Wechselkursregime.
3) Hypothesen: Hier werden die drei zentralen Vermutungen der Arbeit bezüglich des Einflusses der Wiedervereinigung, der Aufwertung der D-Mark und der Rolle von Spekulationen auf dem Devisenmarkt aufgestellt.
4) Europäisches Währungssystem: Dieses Kapitel beschreibt die Gründung, die Zusammensetzung der Mitgliedstaaten und die übergeordneten Ziele des EWS zur Schaffung monetärer Stabilität in Europa.
5) Krise des Europäischen Währungssystem: Hier werden der Beginn, die spezifischen Auslöser (insbesondere die Geldpolitik der Bundesbank) und die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Krise 1992/1993 detailliert untersucht.
6) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die aufgestellten Hypothesen und reflektiert die Bedeutung der Krise für die spätere Währungsunion.
Schlüsselwörter
Europäisches Währungssystem, EWS-Krise, Wechselkurs, D-Mark, Bundesbank, Wiedervereinigung, Zinsparität, Kaufkraftparität, Devisenmarkt, Spekulation, Währungsunion, Rezession, Geldpolitik, Fixe Wechselkurse, Europäische Gemeinschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Auswirkungen der Währungskrise des Europäischen Währungssystems (EWS) in den Jahren 1992/1993.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Wechselkursmechanismen, die Ziele des EWS sowie die ökonomischen Schocks, die durch die deutsche Wiedervereinigung und die europäische Rezession ausgelöst wurden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, welche Faktoren zur Krise führten, und dabei drei Hypothesen zu verifizieren, die unter anderem den Einfluss der deutschen Geldpolitik auf das System beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Wechselkursmodellen und einer Untersuchung der historischen ökonomischen Ereignisse im Kontext der 1990er Jahre.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die Wechselkurstheorien, die Struktur des EWS und die detaillierte Analyse der Auslöser sowie der Folgen der Währungskrise ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind EWS-Krise, Wechselkurs, Bundesbank, Wiedervereinigung, Zinsparität und Währungsunion.
Welche Rolle spielte die Deutsche Bundesbank bei der Krise?
Die Bundesbank betrieb zur Inflationsbekämpfung nach der Wiedervereinigung eine restriktive Hochzinspolitik, was den Druck auf andere europäische Währungen im EWS massiv erhöhte.
Warum kam es zum "Black Wednesday"?
Aufgrund des Abwertungsdrucks und der Unfähigkeit einiger Länder, ihre Wechselkurse an die D-Mark zu koppeln, spekulierten Marktteilnehmer erfolgreich gegen Währungen wie das Britische Pfund.
Was war die Konsequenz der Krise für das EWS?
Die Krise führte dazu, dass die Schwankungsbreiten der Wechselkurse von 2,25 Prozent auf 15 Prozent ausgeweitet wurden, um das System zu stabilisieren.
Wurde die Idee der europäischen Integration durch die Krise gestoppt?
Nein, trotz des Vertrauensverlusts in das EWS wurde der Prozess zur Währungsunion fortgesetzt und mündete später in die Europäische Union und die Einführung des Euro.
- Arbeit zitieren
- Jan Imhof (Autor:in), 2014, Der Zusammenbruch des europäischen Währungssystems 1992/1993. Ursachen und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/353525