Aufgrund der divergenten Bewertungen des Freiwilligendienstes soll in der vorliegenden Hausarbeit die Wirksamkeit des Ziels des interkulturellen Lernens untersucht werden.
Um eine Verständnisgrundlage zu schaffen, sollen zunächst wichtige Begriffe geklärt werden, bevor das Modell der Entwicklung interkultureller Sensibilität erläutert wird. Das Modell dient als Basis zur Untersuchung der Entwicklung interkultureller Sensibilität von Freiwilligen anhand der Bericht, zu Beginn und nach Abschluss des Freiwilligendienstes. Es folgt eine Zusammenfassung mit abschließender Reflexion in welcher die Auswertung der Analyse und die Beurteilung der Eignung des verwendeten Modells erfolgen. Das Ende der Hausarbeit bildet ein weiterführender Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
3. Modell der interkulturellen Sensibilität nach M. Bennett
4. Untersuchung der Freiwilligenberichte anhand des Modells zur Messung der interkulturellen Sensibilität
4. 1 Untersuchung des Anfangs – und Abschlussberichts eines weltwärts – Freiwilligen (I)
4.1.1 Anfangsbericht
4.1.2 Abschlussbericht
4. 2 Untersuchung des Anfangs – und Abschlussberichts eines weltwärts – Freiwilligen (II)
4.2.1 Anfangsbericht
4.2.2 Abschlussbericht
5. Zusammenfassung und abschließende Reflexion
5.1 Auswertung der Analyse – Sind entsprechende Lernfortschritte im Erwerb interkultureller Sensibilität über den Verlauf des Freiwilligendienstes zu erkennen?
5.2 Eignung des Modells für die Untersuchung der Freiwilligenberichte
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit interkulturellen Lernens im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts, indem sie die Entwicklung der interkulturellen Sensibilität bei Freiwilligen anhand des Modells von M. Bennett analysiert.
- Analyse des Development Model of Intercultural Sensitivity (DMIS) nach M. Bennett
- Untersuchung von Anfangs- und Abschlussberichten zur Feststellung von Lernfortschritten
- Kritische Reflexion über die Eignung des Modells für die Analyse von Freiwilligenberichten
- Diskussion über Stereotypisierung, Vorurteile und die Gefahr einseitiger Erzählungen (Single Story)
- Reflexion des persönlichen Lernprozesses und des interkulturellen Austauschs
Auszug aus dem Buch
3. Modell der interkulturellen Sensibilität nach M. Bennett
Das Development Model of Intercultural Sensivity (DMIS) wurde entwickelt, um die unterschied liche Verarbeitung der interkulturellen Interaktion von Schülern und Studenten einzuordnen und zu erklären (vgl. Bennett & Bennet, 2004, S. 152). Das DMIS bezieht sich somit speziell auf die persönliche Entwicklung der interkulturellen Sensibilität. Die Auseinandersetzung mit kultu reller Verschiedenheit ist dabei maßgebend für die Entwicklung einer differenzierten Weltsicht (vgl. Bennett, 2004, S. 62). Bennett entwickelte dafür sechs Stufen, welche sich hauptsächlich auf die Entwicklung kognitiver Strukturen bezieht und weniger auf Einstellungen und Verhalten. Je fortgeschrittener die Persönlichkeitsentwicklung, desto eher ist ein differenzierter Umgang mit kulturellen Unterschieden möglich (vgl. Bennett & Bennett, 2004, S. 152).
Die Persönlich keitsentwicklung vollzieht sich von einem anfänglich ethnozentrischen Weltbild, welchem die ersten drei Entwicklungsstufen Verleugnung, Abwehr und Minimierung zugeordnet werden, hin zu einem ethnorelativen Weltbild, welchem die letzten drei Entwicklungsstufen Akzeptanz, Adaption sowie Integration zugehören. Unter einer ethnozentrischen Weltsicht versteht Ben nett, dass die eigenen kulturellen Standards als zentral gelten und die eigenen Werte und Nor men universelle Gültigkeit besitzen. Dementsprechend werden kulturbedingte Unterschiede verleugnet, herabgebrochen oder abgewertet. Beim Übergang zu einer ethnorelativen Weltsicht wird die eigene Kultur nicht mehr universell in den Mittelpunkt gestellt, sondern es werden die verschiedenen kulturellen Kontexte berücksichtigt sowie kulturelle Unterschiede erkannt und respektiert: Sie werden als gleichberechtigte Realitäten wahrgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Freiwilligendienst weltwärts und die Forschungsfrage zur Wirksamkeit interkulturellen Lernens.
2. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Begriffe Kultur und interkulturelle Kompetenz als Grundlage für die Untersuchung.
3. Modell der interkulturellen Sensibilität nach M. Bennett: Detaillierte Darstellung des DMIS-Modells mit seinen sechs Entwicklungsstufen von Ethnozentrismus zu Ethnorelativismus.
4. Untersuchung der Freiwilligenberichte anhand des Modells zur Messung der interkulturellen Sensibilität: Anwendung des Modells auf vier Berichte von zwei Freiwilligen, unterteilt in Anfangs- und Abschlussberichte.
4. 1 Untersuchung des Anfangs – und Abschlussberichts eines weltwärts – Freiwilligen (I): Analyse der Stufenentwicklung beim ersten Freiwilligen anhand von Belegen aus dessen Berichten.
4. 2 Untersuchung des Anfangs – und Abschlussberichts eines weltwärts – Freiwilligen (II): Analyse der Stufenentwicklung beim zweiten Freiwilligen anhand von Belegen aus dessen Berichten.
5. Zusammenfassung und abschließende Reflexion: Fazit über die Wirksamkeit des interkulturellen Lernens und Diskussion zur methodischen Eignung des Modells.
6. Ausblick: Kritische Reflexion über die Gefahren von Stereotypisierung und die Bedeutung vielfältiger Perspektiven beim interkulturellen Austausch.
Schlüsselwörter
weltwärts, Interkulturelles Lernen, Interkulturelle Sensibilität, M. Bennett, DMIS, Freiwilligendienst, Tansania, Ethnozentrismus, Ethnorelativismus, Kultur, Interkulturelle Kompetenz, Reflexion, Stereotypisierung, Globale Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die interkulturelle Sensibilität von Freiwilligen während eines einjährigen Auslandsaufenthalts im Rahmen des Programms weltwärts verändert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Konzepte von Kultur und interkultureller Kompetenz sowie deren theoretische Einordnung in das Development Model of Intercultural Sensitivity (DMIS) nach M. Bennett.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob sich Lernfortschritte im Bereich der interkulturellen Sensibilität durch den Freiwilligendienst nachweisen lassen und wie sich die Weltsicht der Freiwilligen entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse von Anfangs- und Abschlussberichten zweier Freiwilliger, die anhand des DMIS-Modells auf ihre Entwicklungsstufen hin untersucht wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in das Modell von Bennett und die anschließende empirische Analyse der Freiwilligenberichte, wobei jede Aussage einer der sechs Entwicklungsstufen zugeordnet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind weltwärts, interkulturelles Lernen, interkulturelle Sensibilität, das DMIS-Modell nach Bennett, Ethnorelativismus sowie die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Kultur.
Warum wird im Ausblick Bezug auf Chimamanda Adichie genommen?
Dies dient der kritischen Reflexion über die Gefahr einseitiger Geschichten ("Single Story") und Stereotype, die in Erfahrungsberichten entstehen können, wenn nur Ausschnitte komplexer Realitäten dargestellt werden.
Wie bewertet die Autorin die Eignung des Modells?
Sie schätzt das Modell als hilfreich für eine erste Einordnung ein, merkt aber an, dass es komplexe Entwicklungsprozesse stark vereinfacht und eine eindeutige Kategorisierung von Textstellen in der Praxis oft schwierig ist.
- Quote paper
- Neema Li (Author), 2015, Interkulturelles Lernen. Eine kritische Untersuchung des Interkulturellen Lernens im Rahmen des Freiwilligendienstes "weltwärts", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/352731