Die Informationsbedürfnisse von Investoren und anderen Stakeholdern gegenüber der externen Berichterstattung von Unternehmen haben sich insbesondere durch die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten für den Unternehmenserfolg verändert. Die traditionelle Finanzberichterstattung wird zunehmend um neue Instrumente der Berichterstattung mit qualitativen und zukunftsorientierten Informationen über die Geschäftsentwicklung ergänzt. Durch die parallel existierenden und von zunehmender Komplexität gekennzeichneten Instrumente der Berichterstattung besteht jedoch das Risiko, die Informationsansprüche der Adressaten nicht mehr adäquat erfüllen zu können. Ein in der Literatur zunehmend diskutierter und in der Praxis bereits erprobter Lösungsansatz stellt das Integrated Reporting (IR) dar. Ziel des IR ist die ganzheitliche, zukunftsorientierte und adressatengerechte Darstellung der internen und externen Einflüsse auf die Wertschöpfung eines Unternehmens. Hierfür wird in Deutschland eine Weiterentwicklung des Lageberichts zu einem Integrierten Bericht diskutiert. Fraglich ist, ob das IR auf Grundlage seiner grundsätzlichen und inhaltlichen Fundierung über eine hinreichende Integrationsfähigkeit in den Konzernlagebericht nach DRS 20 verfügt.
Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Analyse der Umsetzungsperspektive eines Integrierten Berichts im Rahmen der Konzernlageberichterstattung unter Berücksichtigung der Komptabilität der Grundsätze und Prinzipien sowie der Inhaltselemente der Rechnungslegung nach DRS 20 und dem Rahmenwerk des IIRC. In Kapitel 2 werden hierfür die relevanten Definitionen sowie Grundsätze und Inhalte der Konzernberichterstattung erläutert. In Kapitel 3 erfolgt eine Darstellung der Fundierung des IR sowie der Berichtsprinzipien und Inhalte des Rahmenwerks. Kapitel 4 befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung der Umsetzungsperspektive eines Integrierten Berichts und geht insbesondere auf das Thema der Integrationsfähigkeit des IR ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Lageberichterstattung
2.1 Definitionen und Publizitätspflichten
2.2 Grundsätze und Berichtsinhalte des DRS 20
3. Grundlagen des Integrated Reporting
3.1 Fundierung und Entwicklungsstand
3.2 Prinzipien und Berichtsinhalte des Rahmenwerks
4. Umsetzungsperspektive des Integrierten Berichts im Lagebericht
4.1 Implementierung des Integrierten Berichts
4.2 Integrationsfähigkeit des Integrierten Berichts
4.2.1 Vereinbarkeit der Prinzipien und Grundsätze
4.2.2 Vereinbarkeit der Berichtsinhalte
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Analyse der Umsetzungsperspektive eines Integrierten Berichts (Integrated Reporting, IR) im Rahmen der Konzernlageberichterstattung unter Berücksichtigung der Kompatibilität mit den Grundsätzen und Prinzipien nach DRS 20 sowie dem Rahmenwerk des IIRC.
- Konzernlageberichterstattung gemäß DRS 20 in Deutschland
- Grundlagen und Rahmenwerk des Integrated Reporting (IIRC)
- Möglichkeiten zur Implementierung des IR in den Lagebericht
- Analyse der Integrationsfähigkeit hinsichtlich Prinzipien und Berichtsinhalten
Auszug aus dem Buch
4.2 Integrationsfähigkeit des Integrierten Berichts
Die freiwillige Aufstellung des Integrierten Berichts trifft im deutschen Rechtsraum auf bestehende Publizitätspflichten, die eine Analyse der Vereinbarkeit der implizierten Berichtsformate erfordert. Fraglich ist, inwieweit die Konzerngesellschaften bereits durch die Aufstellung der Pflichtpublikation nach DRS 20 die Vorschriften des Rahmenwerks des IIRC erfüllen. Eine große Schnittmenge an grundlegenden Gemeinsamkeiten bezüglich Adressaten- und Erstellerkreis würde in diesem Sinne eine Weiterentwicklung des Konzernlageberichts zu einem Integrierten Bericht begünstigen.
Das Rahmenkonzept des IIRC sieht in dem Erstellerkreis privatwirtschaftliche Unternehmen als primäre Zielgruppe. Diese konzeptionelle Ausrichtung deckt sich mit dem Status quo in der integrierten Berichtspraxis, die in Deutschland insbesondere von großen Kapitalgesellschaften geprägt wird. Der Größe, Rechtsform und dem angewandten Rechnungslegungssystem wird im Rahmenkonzept keine wesentliche Relevanz beigemessen. Anders verhält es sich mit dem Konzernlagebericht nach DRS 20. Primäre Anwender des DRS 20 sind Mutterunternehmen, die einen Konzernlagebericht gemäß § 315 HGB aufzustellen haben oder freiwillig aufstellen. Eine Konkretisierung des Erstellerkreises erfolgt damit im Sinne der Rechtsform, die sich bedingt durch die Aufstellungspflicht zum Lagebericht insbesondere an mittelgroße und große Kapitalgesellschaften richtet. Damit liegt eine deutliche Überschneidung der angesprochenen Zielgruppe nach dem Rahmenwerk und DRS 20 in Form der in dieser Arbeit behandelten kapitalmarktorientierten Mutterunternehmen vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die veränderten Informationsbedürfnisse von Stakeholdern und führt das Konzept des Integrated Reporting als Lösungsansatz für eine ganzheitliche Berichterstattung ein.
2. Grundlagen der Lageberichterstattung: Dieses Kapitel definiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Publizitätspflichten für kapitalmarktorientierte Konzerne in Deutschland sowie die spezifischen Grundsätze des DRS 20.
3. Grundlagen des Integrated Reporting: Hier werden die Entstehungsgeschichte des IIRC, das Ziel des Rahmenkonzepts sowie die zentralen Prinzipien und Inhaltselemente des Integrated Reporting dargestellt.
4. Umsetzungsperspektive des Integrierten Berichts im Lagebericht: Dieses Hauptkapitel analysiert kritisch die Implementierungsmöglichkeiten des IR in den deutschen Lagebericht und prüft die Vereinbarkeit der Prinzipien, Grundsätze und Berichtsinhalte beider Regelwerke.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer weiteren Präzisierung der Standards durch das IIRC und das DRSC.
Schlüsselwörter
Integrated Reporting, IIRC, Konzernlagebericht, DRS 20, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Wertschöpfung, Finanzberichterstattung, Stakeholder, Kapitalmarktorientierung, Publizitätspflichten, Rahmenkonzept, Integrierte Berichterstattung, Unternehmensführung, Geschäftsmodell, Wesentlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Konzept des Integrated Reporting (IR) in die deutsche Konzernlageberichterstattung integriert werden kann, ohne dabei bestehende Standards zu verletzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die deutsche Konzernlageberichterstattung nach DRS 20 sowie das internationale Rahmenkonzept des IIRC für das Integrated Reporting.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Analyse der Umsetzungsperspektive und der Integrationsfähigkeit des IR in den bestehenden Konzernlagebericht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die sich auf Literaturrecherchen und den Vergleich normativer Anforderungen des DRS 20 mit den Prinzipien des IIRC-Rahmenwerks stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Implementierung des IR, der Übereinstimmung von Adressatenkreisen sowie dem Vergleich von Prinzipien, Grundsätzen und Berichtsinhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Integrated Reporting, DRS 20, Konzernlagebericht, Nachhaltigkeit und Stakeholder-Kommunikation.
Warum wird der Lagebericht als adäquates Instrument für das IR betrachtet?
Der Lagebericht bietet bereits eine vorhandene Struktur, eine gesetzliche Verpflichtung zur Prüfung und eine hohe Informationssicherheit für die Adressaten.
Welche Herausforderungen bei der Umsetzung werden genannt?
Eine zentrale Herausforderung ist die mögliche Überfrachtung des Lageberichts mit Informationen sowie die Gefahr mangelnder Vergleichbarkeit aufgrund der flexiblen Ausgestaltung des IIRC-Rahmenwerks.
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- Anonym (Author), 2016, Integrated Reporting. Ein Konzept für die Unternehmensberichterstattung der Zukunft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/352348