In der vorliegenden Facharbeit werde ich unter folgendem Schwerpunkt arbeiten: „Die Wewelsburg als Beispiel für die Rolle des Mittelalters in der SS-Ideologie“.
Dazu habe ich drei große Themenbereiche erstellt: Zuerst werde ich kurz das Dritte Reich und die SS-Ideologie betrachten, dabei wird mein Augenmerk auf Heinrich Himmler „dem Reichsführer SS als Architekt und Bauherr“ liegen. Des Weiteren werde ich die SS als 'zukünftige Elite des Deutschen Reiches' betrachten, sowie zum Abschluss die Bedeutung der germanischen Mythologie und die Lehre vom heiligen Gral für die SS untersuchen.
Im zweiten Teil der Arbeit wird das Augenmerk auf die Wewelsburg selbst gerichtet: Hierfür werde ich eine kurze Zeitleiste unter dem Titel „Die Wewelsburg im historischen Wandel“ erstellen, die wichtige Eckdaten der Wewelsburg enthält. Danach wird die Wewelsburg speziell in der NS-Diktatur betrachtet, hierfür habe ich zwei Unterthemen erstellt, zum einen wird der Nordturm mit dem Obergruppenführersaal und der Gruft untersucht und zum anderen wird sich mit der gigantischen Übersteigerung des Bauprojektes und der heiligen Lanze auseinander gesetzt.
Im dritten Teil der Facharbeit werden beide zuvor einzeln geführten Stränge zusammengeführt um zwei mögliche Deutungen vorzunehmen. Ein Thema wird: Der Nordturm als „Tafelrunde“ der SS sein und die andere Deutung wird sich mit Oswald Pohl in Ritterrüstung, ein Gemälde welches um 1940 entstand, beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die NS – Diktatur und die SS – Ideologie
2.1 Heinrich Himmler, Reichsführer SS –„ Architekt und Bauherr“ in der NS – Zeit
2.2 Die SS als zukünftige Elite des Deutschen Reiches
2.3 Die Bedeutung der germanischen Mythologie für den Nationalsozialismus sowie die Lehre vom Heiligen Gral
3. Die Wewelsburg
3.1 Die Wewelsburg im historischen Wandel
3.2 Die Wewelsburg in der NS – Diktatur
3.2.1 Der Nordturm
3.2.2 Die gigantische Übersteigerung des Bauprojektes
4. Die Rolle der Germanen in der SS – Ideologie
4.1 Die SS als Ritterschaft am Beispiel Oswald Pohl
4.2 Der Nordturm als „Tafelrunde“ der NS – Zeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht am Beispiel der Wewelsburg, wie die Nationalsozialisten das Mittelalter und germanische Mythen instrumentalisierten, um die SS ideologisch als zukünftige Elite zu legitimieren und ein sakrales Zentrum für ihr Weltbild zu schaffen.
- Die SS-Ideologie unter Heinrich Himmler
- Die historische und symbolische Bedeutung der Wewelsburg
- Germanische Mythologie als Fundament der NS-Weltanschauung
- Die Interpretation der SS als moderne Ritterschaft
- Architektonische Symbolik und ihre Deutung als „Zentrum der Welt“
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Der Nordturm – Obergruppenführersaal und „Gruft“
Die von Himmler geplanten Umbauten betrafen vor allem das Dorf selbst. Die letzten Umbaupläne von 1944 sahen vor, das Dorf umzusiedeln und eine riesige Burganlage zu errichten. Die Wewelsburg selbst sollte in ihrer Form nicht verändert werden, Himmler sah hier nur die Veränderung des Nordturms vor.
Durch den Brand von 1815 war der Nordturm bis auf die Grundmauern ausgebrannt und bis 1932 nicht wieder aufgebaut und restauriert worden. Erst 1932 wurden auf Befehl des Mindener Regierungspräsidenten Sicherungsarbeiten durchgeführt. Der Turm wurde aber nur verstärkt und nicht komplett restauriert, sodass er nur in Form von Grundmauern stand. Nach der Übernahme der SS begann man 1939 mit dem Neuaufbau des Turms, dazu mussten die Häftlinge des KZs Niederhagen den Felsboden im Turm um ca. fünf Meter abtragen, um danach eine Verschalung für einen Betonguss zu errichten. Dieser Guss hatte die Form einer Kuppelhalle, welche circa neun Meter hoch ist, die Betonwände wurden mit Sandsteinen verkleidet.
In der Mitte des Bodens ist eine Wanne eingelassen, in deren Mitte eine minimale Vertiefung zu finden ist. Metallrohre im Boden weisen auf eine Art von „ewiger Flamme“ hin, die möglicherweise in der Vertiefung brennen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des lokalhistorischen Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Wewelsburg und der SS-Ideologie.
2. Die NS – Diktatur und die SS – Ideologie: Analyse von Himmlers Rolle sowie der mythologischen und rassistischen Grundlagen des SS-Weltbildes.
3. Die Wewelsburg: Historischer Überblick über die Entwicklung der Burg und die konkreten Umbaupläne während der NS-Zeit.
4. Die Rolle der Germanen in der SS – Ideologie: Untersuchung der symbolischen Deutung von Ritterschaft und Tafelrunde im Kontext der SS-Ideologie.
5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Forschungsergebnisse und die Schwierigkeiten bei der belegbaren Deutung der mystisch-ideologischen Pläne.
Schlüsselwörter
Wewelsburg, Heinrich Himmler, SS-Ideologie, Nationalsozialismus, Germanische Mythologie, Nordturm, Obergruppenführersaal, Ahnenerbe, Rittertum, Oswald Pohl, Schwarze Sonne, Heilige Lanze, Kultstätte, Drittes Reich, Mittelalter-Rezeption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ideologische Instrumentalisierung des Mittelalters durch die SS am konkreten Beispiel der Wewelsburg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle Heinrich Himmlers, der germanischen Mythologie und den baulichen Veränderungen der Wewelsburg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Verbindung zwischen SS-Ideologie, der mystifizierten Geschichte und der baulichen Gestaltung der Wewelsburg als „Zentrum der Welt“ zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine historische Analyse auf Basis von Fachliteratur, Quellen und eine ikonographische Bildanalyse von Motiven wie dem Gemälde Oswald Pohls.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der SS-Ideologie, eine historische Chronik der Wewelsburg sowie eine Deutung der architektonischen Symbolik des Nordturms.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind SS-Ideologie, Wewelsburg, Heinrich Himmler, germanische Mythologie und nationalsozialistische Kultstätten.
Welche Bedeutung hatte der „Obergruppenführersaal“ in der Wewelsburg?
Es wird vermutet, dass dieser Raum als exklusiver Treffpunkt oder kultische Stätte für die SS-Führungselite dienen sollte, wobei die genaue Funktion nicht durch Pläne belegt ist.
Warum wird das Gemälde von Oswald Pohl in der Arbeit analysiert?
Das Gemälde dient als zentrales Beispiel dafür, wie hochrangige SS-Funktionäre sich selbst als moderne Ritter in einer historischen Kontinuität stilisieren wollten.
- Quote paper
- Felix Tiemann (Author), 2014, Die Wewelsbrug als Beispiel für die Rolle des Mittelalters in der SS-Ideologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/351610