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Radikaler Pietismus. Der wahre Christ in der Kirchengeschichtsschreibung am Beispiel Gottfried Arnolds

Title: Radikaler Pietismus. Der wahre Christ in der Kirchengeschichtsschreibung am Beispiel Gottfried Arnolds

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Henriette Gehse (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History

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Der radikale Pietismus hat durch seine ungeheure schriftstellerische Produktivität bleibenden Einfluss auf die deutsche Literatur hinterlassen. Darüberhinaus handelt es sich um eine für die damalige Zeit sehr extravagante Lebensform. Von Mystik, Schwärmern und Enthusiasten beeinflusst waren die radikalen Pietisten trotz ihrer großen Frömmigkeit nonkonforme Rebellen in ihrer damaligen Gesellschaft. Es gab kommunenartige Rotten, Sexualmagie und viele starke Frauengestalten in dieser für damalige Verhältnisse sehr gut vernetzen Gruppierung, die als Ausgestoßene ein Leben auf der Flucht in die jeweils tolerantesten Fürstentümer des damaligen Deutschland führten. Dennoch sahen sie sich als die wahren Christen an, die eine tiefe Frömmigkeit in ihrem Alltag lebten. Ihr Glaube war geprägt von der Naherwartung der Wiederkunft Christ, was zu völlig anderen Idealen führte, als es der Gesellschaftsnorm entsprach, wie zum Beispiel der Ehelosikeit.

Ein herausragender Vertreter ist Gottfried Arnold. In seinem literarischen Hauptwerk, der Unparteiischen Kirchen- und Ketzerhistorie, wandte er Ideen der Aufklärung auf die Kirchengeschichtsschreibung an und beeinflusste damit diese sowie die weltliche Geschichtsschreibung nachhaltig.

Darüber hinaus sollen wesentliche Aspekte des sogenannten wahren Christentums, wie es Arnold verstand herausgearbeitet werden. Konkret lautet die Fragestellung an die Quelle also: Wie charakterisiert der radikale Pietist Gottfried Arnold den wahren christlichen Glauben und welchen Nutzen weist er der Kirchengeschichte in diesem Zusammenhang zu?

Nach einer vorangestellten Zusammenfassung der historischen Ausgangslage, in welcher das Milieu, in dem die Quelle entstanden ist, analysiert wird, folgt die Quellenkritik, gegliedert nach äußeren und inneren Faktoren. Schließlich folgt eine Interpretation der Quelle auf die oben genannte Fragestellung hin. In einem abschließenden Fazit wird das Wichtigste nochmal kurz zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Kontext

3 Quelleninterpretation

3.1 Quellenkritik

3.1.1 Äußere Quellenkritik

3.1.2 Innere Quellenkritik

4 Interpretation

5 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Paragraphen vier bis sieben des ersten Bandes der Unparteiischen Kirchen- und Ketzerhistorie, wie Gottfried Arnold den wahren christlichen Glauben charakterisiert und welchen Zweck er der Kirchengeschichtsschreibung in diesem Kontext zuschreibt.

  • Analyse des Verständnisses von "wahrem Christentum" bei Gottfried Arnold.
  • Untersuchung der kirchenkritischen und gesellschaftskritischen Aspekte im Werk.
  • Bedeutung der Kirchengeschichte als Mittel zur Orientierung durch biographische Exempel.
  • Einordnung von Arnolds Historiographie in den Kontext der beginnenden Aufklärung.

Auszug aus dem Buch

Paragraph sechs beginnt ebenfalls mit einem Bild. ARNOLD vergleicht die Entwicklung des Christentums hier mit einem "baum des irrthums"113. Die Wurzel des Baumes sind die Eigenliebe und der Hochmut. Die Äste und Zweige wiederum repräsentieren alle möglichen christlichen Glaubensrichtungen und Gruppierungen. Die Früchte des Baumes sind Spaltungen, Ketzereien und Sekten. Das bedeutet, das alles was der Arroganz von Menschen entstammt, nicht zum Guten gedeihen kann. Es erinnert stark an das Bild aus der Bibel Mt 7,16-20, in dem sinngemäß gesagt wird, dass ein schlechter Baum keine guten Früchte bringen und man einen Baum an seinen Früchten erkennen kann.114 Das Bild endet mit der Aufforderung, den schlechten Baum abzuschlagen. Bezogen auf die Kirche hieße das, sie müsse als Institution bekämpft und möglichst zerstört werden. Darin kommt die ganze Radikalität ARNOLDS und seiner Kirchenkritik zum Ausdruck.

Es bedeutet aber auch, dass es zwischen den unterschiedlichen Konfessionen keinen qualitativen Unterschied gibt. Sie alle entspringen derselben minderwertigen Wurzel und sind damit alle schlecht. Hier kommt also auch noch einmal ARNOLDS Verständnis von Unparteilichkeit zum Ausdruck. Die Möglichkeit, mit Lk 13,6-9, wo ebenfalls die Metapher des Baumes verwendet wird, dafür zu argumentieren, dass durch rechtes Düngen, also durch Bemühen um die Kirche, möglicherweise doch noch gute Früchte entstehen könnten, sieht ARNOLD augenscheinlich nicht.

Im nächsten Satz konkretisiert er die noch einmal mit Verweis auf die "offenbarlich großen und gantz verwerfflichen grossen Kirchgemeinden, deren greuel auch ein vernünftig kluger sehen kan"115. Darunter sind die katholische und die protestantischen Kirchen zu verstehen. Die Kritik entzündet sich dabei besonders an Hierarchie, Kindertaufe, Beamtentum, Institution und Dogmenzwang.116 Dann verurteilt er aber auch die kleinen Gruppierungen und Sekten, die "unter einigem schein der wahrheit oder gottseligkeit"117 ebenfalls Hochmut und Arroganz frönen. Indem sie sich für ihr Dogma (welches auch immer) stark machen, verwerfen sie die geforderte Unparteilichkeit und machen sich der gleichen Sünde schuldig.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung des Pietismus als Geistesbewegung ein und stellt die Fragestellung zur Rolle Gottfried Arnolds sowie seines Werkes dar.

2 Historischer Kontext: Hier wird der zeitgeschichtliche Hintergrund des ausgehenden 17. Jahrhunderts beleuchtet, insbesondere die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges und die Entstehung des Pietismus.

3 Quelleninterpretation: Dieses Kapitel widmet sich der methodischen Analyse der Primärquelle durch äußere und innere Quellenkritik.

4 Interpretation: Hier wird der Text der Quelle detailliert auf die Forschungsfrage hin untersucht, wobei insbesondere Arnolds Kirchen- und Gesellschaftskritik sowie seine Auffassung des wahren Glaubens analysiert werden.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Arnolds Werk als wichtigen, individualisierenden Impuls für die Geschichtsschreibung im Übergang zur Aufklärung ein.

Schlüsselwörter

Gottfried Arnold, Radikaler Pietismus, Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie, Kirchengeschichte, Wahres Christentum, Herzensfrömmigkeit, Kirchenkritik, Aufklärung, Historische Methode, Geistkirche, Separatismus, Subjektivität, Spiritualismus, Dogmenzwang, Unparteilichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Kirchengeschichtsschreibung des radikalen Pietisten Gottfried Arnold und dessen Verständnis vom "wahren Christentum".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kritik an institutionellen Kirchen, die Bedeutung individueller Frömmigkeit sowie der Einfluss aufklärerischer Ideen auf Arnolds Historiographie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet: Wie charakterisiert Gottfried Arnold den wahren christlichen Glauben und welchen Nutzen weist er der Kirchengeschichte in diesem Zusammenhang zu?

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Methode, bei der äußere und innere Faktoren des Textes analysiert werden, um die Intention des Autors Gottfried Arnold zu ergründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Kontextualisierung, eine methodische Quellenkritik und eine tiefgehende Interpretation der ausgewählten Textabschnitte aus dem Hauptwerk Arnolds.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Radikaler Pietismus, Unparteilichkeit, Herzensfrömmigkeit und die Kritik am Dogmenzwang der Großkirchen.

Warum spielt der Begriff "Unparteilichkeit" bei Arnold eine so zentrale Rolle?

Der Begriff ist der Schlüssel zum Verständnis von Arnolds Werk; er bezeichnet nicht historische Objektivität im modernen Sinne, sondern einen geistigen Standort außerhalb der etablierten Konfessionskirchen.

Wie bewertet Arnold das Verhältnis von Kirche und individuellem Glauben?

Arnold sieht die institutionalisierte Kirche kritisch als fehlerhaftes Menschenwerk und setzt ihr das Ideal einer reinen "Geistkirche" entgegen, die auf persönlichem Erleben und Herzensfrömmigkeit basiert.

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Details

Title
Radikaler Pietismus. Der wahre Christ in der Kirchengeschichtsschreibung am Beispiel Gottfried Arnolds
College
University of Cologne  (evangelische Theologie)
Course
Hauptseminar Pietismus
Grade
1,3
Author
Henriette Gehse (Author)
Publication Year
2016
Pages
21
Catalog Number
V351602
ISBN (eBook)
9783668392618
ISBN (Book)
9783668392625
Language
German
Tags
Pietismus Kirchengeschichte Gottfried Arnold Radikaler Pietismus Wahrer Christ Kirchengeschichtsschreibung Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie Naherwartung Chiliasmus Frömmigkeitserneuerung Schwärmer Täufer Herzensfrömmigkeit Mystik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Henriette Gehse (Author), 2016, Radikaler Pietismus. Der wahre Christ in der Kirchengeschichtsschreibung am Beispiel Gottfried Arnolds, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/351602
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