Die Qualität der Betreuung, Erziehung, Bildung und Förderung im Bildungswesen wird vom Gesetzgeber durch die Einforderung geeigneter Maßnahmen zu sichern versucht. Zu diesen Maßnahmen gehören die Entwicklung und der Einsatz einer pädagogischen Konzeption, sowie der Einsatz von Instrumenten und Verfahren zur Evaluation der Arbeit. Das zeigt ein breites Aufgabenspektrum der pädagogischen Fachkräfte. Es reicht von der regelmäßigen Beobachtung und Dokumentation über die gezielte Bildungs- und Entwicklungsförderung, die Gestaltung der Austauschbeziehungen zu Erziehungsberechtigten, Institutionen der Familienbildung und des Fachdienstes bis hin zur kontinuierlichen Qualitätssicherung und -entwicklung.
In der Diskussion um die Qualitätsverbesserung in den Bildungseinrichtungen wird ein zunehmendes Interesse an den prozessualen Faktoren der pädagogischen Interaktion konstatiert. Studienergebnisse belegen, dass „die Interaktions- und Prozessqualität den Erfolg des pädagogischen Handelns im Wesentlichen moderieren“.
In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich zwei Beobachtunginstrumente zur pädagogischen Interaktion vorstellen und deren Einsatzmöglichkeiten im schulischen Bereich untersuchen. Erstes Instrument ist das Dortmunder Ratingskala zur Erfassung Sprachförderrelevanter Interaktionen (DO-RESI) von L. Fried und E. Briedigkeit. DO-RESI ist derzeit das einzige Instrument auf dem deutschen Markt, dass sich auf spezifisch sprachförderrelevante Interaktionen fokussiert. Das zweite Instrument ist die „Caregiver Interaction Scale“ (CIS) von J. Arnett. CIS nimmt vor allem die Erwachsenen-Kind-Interaktion in den Blick.
Um die Frage „Welche Chancen bieten die Instrumente CIS und DORESI für die Qualitätsentwicklung im schulischen Bereich?“ gründlich anzugehen, werde ich zuerst die Vorhaben und die Einsätze der Qualitätssicherung im Elementarbereich und in den Schulen beschreiben. Da die beiden Instrumente auf Beobachtung von Erwachsene- Kind- Interaktionen basieren, möchte ich diskutieren, warum Interaktion als Unterstützung von Bildungs- und Lernprozessen eine bedeutende Rolle spielt. Danach werde ich den theoretischen Hintergrund und Aufbau jedes Instruments darstellen und meine Erprobungen zum Einsatz von DO-RESI und CIS in der Schule beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Qualitätssicherung im Bildungswesen
2.1 Qualitätssicherung im Elementarbereich
2.2 Qualitätssicherungen in Schulen
3. Interaktion als Unterstützung von Bildungs- und Lernprozessen
4. Instrumente zur Erfassung pädagogischer Interaktion
4.1 Dortmunder Ratingskala zur Erfassung Sprachförderrelevanter Interaktionen (DO-RESI)
4.1.1 Theoretischer Hintergrund und Aufbau des Instruments
4.1.2 Erprobung und Ergebnisse
4.2 Die Caregiver Interaction Scale (CIS)
4.2.1 Theoretischer Hintergrund und Aufbau des Instruments
4.2.2 Erprobung und Ergebnisse
5. Fazit
6. Literaturliste
Auswertung Nr.1. DO-RESI
Auswertung Nr.2. DO-RESI
Auswertung Nr.1. CIS
Auswertung Nr.2. CIS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Einsatzmöglichkeiten zweier Beobachtungsinstrumente, DO-RESI und CIS, zur Qualitätsentwicklung im schulischen Kontext. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese ursprünglich für den Elementarbereich konzipierten Verfahren dazu beitragen können, pädagogische Interaktionsprozesse im Schulalltag gezielt zu reflektieren und zu verbessern.
- Qualitätssicherung und -management in Bildungseinrichtungen
- Interaktion als zentrales Element der Lehr-Lern-Prozesse
- Vorstellung und Analyse des Instruments DO-RESI (Dortmunder Ratingskala)
- Anwendung und Bewertung der Caregiver Interaction Scale (CIS)
- Praktische Erprobung und Transfer der Methoden in den Schulunterricht
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Theoretischer Hintergrund und Aufbau des Instruments
Die Sprachentwicklung eines Kindes wird deutlich von den Kontexten geprägt, in denen sie sich vollzieht. Dabei spielen vielfältige Faktoren eine Rolle, so beeinflusst z.B. die Art des verbalen Inputs durch die pädagogische Fachkraft den Wortschatzerwerb. Besonders wichtig sind Klarheit ihres Sprachmodells, Häufigkeit und Vielfalt ihrer semantischen und syntaktischen Strukturen. Die Sprachentwicklung eines Kindes hängt auch davon ab, welche Möglichkeiten es hat, Sprache zu hören und zu äußern. Auch Reaktionen auf die Sprachäußerungen des Kindes spielen dabei eine wichtige Rolle, so sollte eine pädagogische Kraft wertschätzend und interessiert antworten. Diese Einflussfaktoren sollen bewusst sein und benutzt werden um systematisch potentiell sprachentwicklungsfördernde Kontexte zu bereiten.
„Das bedeutet, sich nicht nur auf die bewährten Förderformate […] zu beschränken, sondern sich darum zu bemühen, das eigene Förderrepertoire mit Hilfe von genauer Beobachtung immer weiter auszubauen“ (Metschies u.a., 2010, S. 13).
Fried und Briedigkeit (2008) verdichten die Erkenntnisse internationaler wissenschaftlicher Studien zu konkreten Könnensmerkmalen gelingender Sprachförderung und entwickelten die „Dortmunder Ratingskala zur Erfassung sprachförderrelevanter Interaktionen“ (DO-RESI). Mit Hilfe dieses Instruments lässt sich die Qualität der Sprachförderprozesse der PädagogInnen im Dialog mit Kindern konkret erfassen und in Form einer Beobachtungsskala festhalten. Dabei ist DO-RESI so angelegt, dass die pädagogischen Fachkräfte sich von Kolleginnen und Kollegen beobachten lassen können. DO-RESI ist als ein Beobachtungsinstrument zur Selbst- und Teamqualifizierung von Erzieherinnen, Fachberatungen und Ausbilder gedacht. Mit seiner Hilfe kann das Handeln der pädagogischen Fachkraft im Alltag „präziser und differenzierter wahrgenommen und deshalb rationaler reflektiert werden, mit dem Ziel nach Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich des beobachteten Interaktionsverhaltens zu suchen“ (Metschies u.a., 2010, S. 245).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz der pädagogischen Interaktionsqualität für den Bildungserfolg und definiert das Ziel der Arbeit, DO-RESI und CIS auf ihre Anwendbarkeit in Schulen zu prüfen.
2. Qualitätssicherung im Bildungswesen: Dieses Kapitel erläutert den Qualitätsbegriff, dessen Dimensionen im Elementarbereich sowie die aktuelle Entwicklung hin zur Kompetenzorientierung in Schulen.
3. Interaktion als Unterstützung von Bildungs- und Lernprozessen: Hier wird die Bedeutung von Interaktion als sozialkonstruktivistisches Element hervorgehoben, das Lernprozesse durch die Beziehung zwischen Pädagogen und Lernenden maßgeblich steuert.
4. Instrumente zur Erfassung pädagogischer Interaktion: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert die theoretischen Grundlagen, den Aufbau sowie die praktische Erprobung der Instrumente DO-RESI und CIS.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Übertragbarkeit der Instrumente, wobei die CIS als gut geeignet, DO-RESI hingegen als anpassungsbedürftig für den schulischen Kontext bewertet wird.
6. Literaturliste: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Pädagogische Interaktion, DO-RESI, Caregiver Interaction Scale, Sprachförderung, Prozessqualität, Unterrichtsbeobachtung, Kompetenzorientierung, Lehrer-Schüler-Interaktion, Elementarbereich, Schulentwicklung, Selbstreflexion, Erzieherverhalten, Bildungsstandards, Diagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Erfassung und Reflexion der pädagogischen Interaktionsqualität durch den Einsatz wissenschaftlicher Beobachtungsinstrumente.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Qualitätsentwicklung in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie die Analyse von Interaktionsprozessen als Grundlage für gelingendes Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Beobachtungsinstrumente DO-RESI und CIS, die ursprünglich für Kindergärten entwickelt wurden, für eine Qualitätssteigerung im Schulalltag genutzt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie die praktische Erprobung der Instrumente in verschiedenen Unterrichtssituationen, gefolgt von einer tabellarischen Auswertung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung von DO-RESI und CIS, ihrer theoretischen Fundierung sowie den persönlichen Erfahrungen der Autorin bei der Anwendung dieser Skalen im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Qualitätssicherung, pädagogische Interaktion, DO-RESI, CIS, Sprachförderung und Prozessqualität sind die prägenden Begriffe.
Warum wird DO-RESI im schulischen Kontext als problematisch angesehen?
Das Instrument ist spezifisch auf den Elementarbereich zugeschnitten; laut Autorin erfordert es für Schulen deutliche inhaltliche Anpassungen bei den Items und den bewerteten Kontexten.
Inwiefern hat die praktische Anwendung bei der Autorin zu Erkenntnissen geführt?
Die Anwendung der Instrumente ermöglichte eine selbstkritische Reflexion des eigenen Unterrichtsverhaltens und half, spezifische Stärken und Schwächen, etwa im Bereich der sprachlich-kognitiven Herausforderung, aufzudecken.
- Arbeit zitieren
- I. Seel (Autor:in), 2016, Welche Chancen bieten die Instrumente CIS und DORESI für die Qualitätsentwicklung im schulischen Bereich?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/346790