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Moralität in Anna Seghers' "Das siebte Kreuz"

Title: Moralität in Anna Seghers' "Das siebte Kreuz"

Term Paper , 2013 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Neben Millionen von Juden gehörten auch politische Gegner zu den Opfern des Hitlerregimes zwischen 1933 und 1945. Die Flucht eines solchen politischen Gegners wird in Anna Seghers' "Roman Das siebte Kreuz" geschildert. Während und nach dieser Zeit stand für viele fest, dass das deutsche Volk die Schuld an den Verbrechen trage, die geschehen waren. Doch gab es auch prominente Gegner, die dieser Auffassung etwas entgegensetzen wollten.

In diesem Zusammenhang konstatiert Gunther Nickel in einem Aufsatz zu den deutschlandpolitischen Konzepten Carl Zuckmayers und Anna Seghers': ,,Denn Zuckmayer hob mehr oder weniger darauf ab, dass sich Das siebte Kreuz als ein belletristisches Plädoyer gegen die Kollektivschuldthese und für eine gerechte, differenzierte Beurteilung des deutschen Volkes lesen lasse."

Inwieweit es sich um eine ,,gerechte und differenzierte Beurteilung" handeln könnte, wird deutlich an den Figuren, die im Mittelpunkt der Handlung stehen, ebenso wie an denen, die nur eine marginale Rolle spielen, was die Häufigkeit ihrer Erwähnung betrifft. So erscheinen sie dem Leser gar nicht so sehr eingebunden in einen Polizeistaatsapparat als Mittäter hinsichtlich der Verbrechen des NS-Regimes, vielmehr werden sie als Menschen dargestellt, die sich fürchten vor den Konsequenzen, die ihre Handlungen möglicherweise haben könnten – nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Familienangehörigen -, sollte die SA erfahren, dass sie einem Gegner des politischen Systems bei seiner Flucht helfen, die versuchen, unter schwierigen Bedingungen ein halbwegs anständiges Leben zu führen, denen aber auch bewusst wird, dass es etwas gibt, dass sie nicht aufgeben dürfen, und das sie schließlich dazu verleitet, ihren Beitrag zu leisten und Georg Heisler, dem KZ-Flüchtling bei seinem Kampf ums Überleben zu unterstützen. So lauten die letzten Zeilen des Romans: ,,Wir fühlten alle, wie tief und furchtbar die äußeren Mächte in den Menschen hineingreifen können, bis in sein Innerstes, aber wir fühlten auch, dass es im Innersten etwas gab, was unangreifbar war und unverletzbar."

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Fritz Helwig

2.2 Dr. Löwenstein

2.3 Franz Marnet und Elli Mettenheimer

2.4 Paul Röder

2.5 Dr. Kreß

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Handlungsmotive der Figuren, die den entflohenen KZ-Häftling Georg Heisler in Anna Seghers’ Roman „Das siebte Kreuz“ unterstützen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Verhalten dieser Akteure als moralisches Handeln nach dem Begriffsverständnis von Immanuel Kant gewertet werden kann oder ob andere Beweggründe wie Freundschaft, persönliche Betroffenheit oder politisches Bewusstsein dominieren.

  • Analyse von Hilfsmotiven im Kontext der NS-Zeit
  • Untersuchung des Kantischen Moralitätsbegriffs im literarischen Diskurs
  • Differenzierung zwischen egoistischen Interessen und altruistischer Solidarität
  • Die Rolle von Menschlichkeit und Integrität unter einem totalitären System
  • Bewertung der Entwicklung einzelner Romanfiguren während des Fluchtgeschehens

Auszug aus dem Buch

2.4 Paul Röder

Eine der letzten Stationen der Flucht Heislers stellt die Wohnung der Röders dar. Paul Röder, der, wie Walter Hinck bemerkt ,,der Goebbelsschen Propaganda auf den Leim gekrochen [ist]" erwähnt Heisler gegenüber zunächst die Vorteile, die das NS-Regime ihm als Oberhaupt einer kinderreichen Familie gewährt, nachdem er diesem scheinbar zufällig auf der Straße begegnete.

,,Paul sagte mit lachenden Augen: ,Liesel hat einen statlichen Glückwunsch von der Direktion bekommen.' - ,Habe ich bekommen, ja, ich!' - ,Soll man dich vielleicht für die große Leistung beglückwünschen?' - ,Spaß beiseit Georg, all die Vergünstigungen und die Zulagen, sieben Pfennig pro Stunde, das spürst du. [...]'"

Paul Röder und seine Frau Liesel freuen sich ganz offensichtlich über die finanziellen Privilegien, die ihnen das Hitlerregime zuteil werden lässt. Beide Figuren wirken auf den Leser zunächst so, als seien sie eingebunden in das politische System der Nationalsozialisten, als würden sie die Vorteile, die sich ihnen bieten für sich in Anspruch nehmen und sich vor möglichen moralischen Konsequenzen verschließen, eben einfach wegschauen. Diese Darstellung scheint zunächst im Sinne einer Kollektivschuldthese zu stehen, derzufolge sich die Deutschen mitschuldig an den Verbrechen der Nazis machten, indem sie sich nicht mit den Konsequenzen ihrer Handlungen auseinandersetzten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Flucht im Roman „Das siebte Kreuz“ und Darstellung des theoretischen Rahmens basierend auf Kants Moralitätsbegriff.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der Handlungsmotive ausgewählter Figuren, die an Georg Heislers Flucht beteiligt sind, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Lebensumstände.

2.1 Fritz Helwig: Untersuchung der Wandlung des Gärtnerlehrlings von einer anfänglich egoistischen Haltung hin zur aktiven Unterstützung des Flüchtigen.

2.2 Dr. Löwenstein: Analyse der medizinischen Hilfeleistung des Arztes, der trotz drohender Gefahr seinem beruflichen Ethos folgt.

2.3 Franz Marnet und Elli Mettenheimer: Betrachtung der Rolle von Freundschaft und Gerechtigkeitsempfinden als Motivgeber für die Fluchthilfe.

2.4 Paul Röder: Diskussion über den pragmatischen Arbeiter, der trotz staatlicher Privilegien aus einem persönlichen „Gebot der Freundeshilfe“ handelt.

2.5 Dr. Kreß: Erörterung der Motivation des Chemikers, dessen Handeln als bewusste antifaschistische Entscheidung interpretiert werden kann.

3. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse, die belegen, dass die Hilfeleistungen weniger aus einem Kantischen Moralitätsverständnis als vielmehr aus Menschlichkeit und politischem Widerstand erwachsen.

Schlüsselwörter

Anna Seghers, Das siebte Kreuz, Handlungsmotive, Moralität, Immanuel Kant, NS-Regime, Fluchthilfe, Menschlichkeit, Widerstand, Solidarität, Georg Heisler, Kollektivschuld, Ethik, Antifaschismus, Romananalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum verschiedene Figuren im Roman „Das siebte Kreuz“ dem flüchtigen Georg Heisler helfen, obwohl sie dadurch ihr eigenes Leben gefährden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen moralisches Handeln unter totalitärer Herrschaft, die psychologische Entwicklung von Romanfiguren und die Bedeutung von Menschlichkeit gegenüber politischen Zwängen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Handlungen der Helfer mit dem Moralitätsbegriff von Immanuel Kant abzugleichen und zu prüfen, ob die Figuren aus reiner Moral oder aus anderen persönlichen und politischen Antrieben handeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die zentrale Textstellen des Romans mit philosophischen Definitionen von Moralität verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden fünf spezifische Akteure (Fritz Helwig, Dr. Löwenstein, Franz Marnet, Elli Mettenheimer, Paul Röder und Dr. Kreß) detailliert porträtiert und ihre Beweggründe einzeln analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Fluchthilfe, Moralität, Menschlichkeit und antifaschistischer Widerstand kennzeichnen.

Wie unterscheidet sich die Motivation von Dr. Kreß von der des Gärtners Fritz Helwig?

Während bei Helwig eher ein spontanes Mitgefühl und eine persönliche Entwicklung zu erkennen sind, scheint Dr. Kreß aus einer bewussten, politisch begründeten Überzeugung zu handeln.

Welche Rolle spielt die „Kollektivschuldthese“ in der Argumentation?

Die Autorin der Arbeit nutzt die These, um aufzuzeigen, dass die Romanfiguren anfangs als exemplarische „Mittäter“ erscheinen, sich dann aber durch ihr Handeln von diesem Schwarz-Weiß-Bild emanzipieren.

Warum wird gerade der Kantische Moralitätsbegriff als Analysewerkzeug gewählt?

Er dient als strenger Maßstab, um zu verdeutlichen, dass die Hilfe der Figuren nicht als „moralische Pflicht“ im philosophischen Sinne, sondern aus tief verwurzelter zwischenmenschlicher Solidarität geschieht.

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Details

Title
Moralität in Anna Seghers' "Das siebte Kreuz"
College
University of Wuppertal
Course
Anna Seghers
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2013
Pages
12
Catalog Number
V346471
ISBN (eBook)
9783668359178
ISBN (Book)
9783668359185
Language
German
Tags
Anna Seghers Das siebte Kreuz Exilliteratur Holocaust NS-Regime Moralität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2013, Moralität in Anna Seghers' "Das siebte Kreuz", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/346471
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