In der bildungstheoretischen und kritisch konstruktiven Didaktik nach Klafki ist der Begriff „Bildung“ zentral. „Bildung“ wird als Fähigkeit zur Selbstbestimmung verstanden. Die Ergänzung „kritisch“ besagt, dass das einzelne Subjekt zur Selbstbestimmung befähigt werden soll. Klafki ist der Praxisbezug wichtig. Die Lernenden sollen sich als Handelnde erleben und eine allgemeine Bildung für alle soll möglich sein. Dies besagt das Wort „Konstruktiv“.
Die Lernenden sollen an Beispielen praktisch üben, also Selbsttätig werden und dabei ist die Selbst- und Mitbestimmungsfähigkeit jedes einzelnen gefragt. Hierbei werden einzelne Themen in Zusammenhänge gestellt und fächerübergreifend unterrichtet. Es sollen Herausforderungen wie beispielsweise der Umgang mit Fremden oder soziale Ungleichheit mit einbezogen werden. Klafki hat die bildungstheoretische Didaktik in den 1980er Jahren erweitert zur kritisch-konstruktiven Didaktik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einsendeaufgabe 1
2. Einsendeaufgabe 2
3. Einsendeaufgabe 3
4. Einsendeaufgabe 4
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit didaktischen und methodischen Fragestellungen der Erwachsenenbildung auseinander, insbesondere mit der Planung von Seminaren unter Anwendung bildungstheoretischer Didaktik sowie der Gestaltung von Lernprozessen und Moderationssituationen.
- Didaktische Seminarplanung nach Klafki
- Personenzentrierte Gesprächsführung
- Umgang mit Störungen und Gruppendynamik
- Vergleich von Frontalunterricht und Kleingruppenarbeit
- Methoden und Instrumente der Moderation
Auszug aus dem Buch
Einsendeaufgabe 2
Stellen Sie sich vor, ein Teilnehmer macht durch ständige Wortbeiträge und lange Monologe immer wieder auf sich aufmerksam. Welche Möglichkeiten sehen Sie, auf diesen Teilnehmer zu reagieren?
Wenn ein Teilnehmer durch ständige Wortbeiträge und lange Monologe immer wieder auf sich aufmerksam macht, so werde ich erst mal versuchen zu erspüren, ob das Verhalten solches Ausmaß hat, dass ich mich oder ein Teil der Gruppe gestört fühle. Wenn dies nicht der Fall ist, so werde ich es nicht ansprechen oder erst dann, wenn die Gruppenbalance nicht mehr stimmt. Wenn ja, dann werde ich als Lehrperson dieses Verhalten ansprechen. In welcher Form, sprich in der Gruppe oder in einer Zwischenpause mit nur der einzelnen Person, mache ich von der Situation abhängig und von meinen bisherigen Beobachtungen der Gruppendynamik. Ich gehe jetzt davon aus, dass es sowohl einen Teil der Gruppe als auch mich persönlich stört. Klaus Antons hat negative Rollen beschrieben. Unter anderem auch die Rolle des Rivalisierenden. Dies kann auf diesen Teilnehmer zutreffen. Er definiert: „(…) Rivalisieren=Mit anderen um die produktivsten oder besten Ideen zanken, ständig am meisten sprechen, die größte Rolle spielen, die Führung an sich reißen (…).“ (von Felden, 2014, S. 111f. zitiert nach Antons, 2000) Ebenso kann es auch der Versuch des Teilnehmers sein, mehr Beachtung zu erhalten. Es wird also ein Bedürfnis des Teilnehmers nicht erfüllt. Ebenso kann es sein, dass er fachliche Überlegenheit signalisieren möchte oder der Symptomträger eines Konfliktes in der Gruppe ist. Ich muss also auch mein Verhalten als Lehrperson reflektieren um feststellen zu können, ob es vielleicht an mir und meinem Handeln liegt oder welche weiteren Gründe dieses Verhalten haben kann. Denn dies hat Auswirkungen darauf, wer wann wie sein Verhalten ändern soll/kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einsendeaufgabe 1: Dieses Kapitel erläutert die Planung eines Seminars unter Einbeziehung der bildungstheoretischen Didaktik nach Klafki und der fünf Grundfragen zur didaktischen Gestaltung.
2. Einsendeaufgabe 2: Hier wird analysiert, wie eine Lehrperson auf störendes Verhalten durch Vielredner reagieren kann und welche methodischen Möglichkeiten zur Steuerung der Gruppendynamik bestehen.
3. Einsendeaufgabe 3: Dieser Abschnitt bietet eine vergleichende Betrachtung der Vor- und Nachteile von Frontalunterricht und Kleingruppenarbeit als unterschiedliche Vermittlungsformen.
4. Einsendeaufgabe 4: Das Kapitel stellt eine strukturierte Checkliste für Moderationen vor, die von der Anfangsphase bis zum Abschluss reicht, ergänzt durch weiterführende Methoden.
Schlüsselwörter
Didaktik, Methodik, Erwachsenenbildung, Seminarplanung, Bildungsbegriff, Gruppendynamik, Moderation, Frontalunterricht, Kleingruppenarbeit, Personenzentrierte Gesprächsführung, Lernbegleiter, Reflexionsfähigkeit, Klafki, Rogers, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt grundlegende Aspekte der Didaktik und Methodik in der Erwachsenenbildung anhand praktischer Beispiele und didaktischer Konzepte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Seminarplanung, der Gestaltung von Lernprozessen, der Moderation und dem Umgang mit gruppendynamischen Herausforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Anwendung theoretischer didaktischer Prinzipien auf konkrete Lehrsituationen und die Reflexion über das eigene Handeln als Lehrperson.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Anwendung fachdidaktischer Theorien, wie der bildungstheoretischen Didaktik nach Klafki, sowie auf der Auseinandersetzung mit einschlägiger Literatur zur Erwachsenenbildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst konkrete Einsendeaufgaben zur Seminarplanung, Strategien bei Gruppenstörungen, Vergleiche von Unterrichtsmethoden und eine Checkliste für die Moderation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Didaktik, Methodik, Seminarplanung, Gruppenarbeit, Moderation und personenzentrierte Gesprächsführung.
Wie geht die Autorin mit dem Störfaktor „Vielredner“ um?
Es werden verschiedene Strategien aufgezeigt, darunter Ich-Botschaften, das Vereinbaren von Gesprächsregeln oder die gezielte Nutzung von Kleingruppenarbeit zur Aktivierung anderer Teilnehmer.
Was versteht die Autorin unter „Kür-Leistungen“ bei einer Moderation?
Damit sind weiterführende und methodisch anspruchsvolle Ansätze wie die Zukunftswerkstatt, Mind Mapping oder das World Cafe gemeint, die über die Standardmoderation hinausgehen.
- Arbeit zitieren
- Martina Kellner-Fichtl (Autor:in), 2015, Didaktik, Methodik und Medien in der Erwachsenenbildung. Didaktisches Handeln und Design, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/345201