NGOs nehmen Positionen von unterschiedlichen Frühwarnsystemen in der Zivilgesellschaft ein. Durch ihr Handeln versuchen sie die Politik, unternehmerische Entscheidungen sowie das Verhalten von Bürgern und Konsumenten nachhaltig zu beeinflussen. NGOs besitzen ein sehr vielfältiges Tätigkeitsfeld und eines der wichtigsten Mittel, die ihnen zu Verfügung stehen um ihr Tun zu propagieren, ist dabei Öffentlichkeitsarbeit.
Auf Öffentlichkeitsarbeit würde heutzutage keine NGO mehr verzichten. Zu Wichtig ist der Nutzen, der aus der Zusammenarbeit mit den Medien resultiert. Der primäre Zweck der Öffentlichkeitsarbeit ist es eine Art Verbindung zu der Gesellschaft aufzubauen.
Von der Seite der Medien aus betrachtet ist es ebenfalls von Vorteil Beziehungen zu NGOs aufrechtzuerhalten, da sich die Berichterstattung zu den Anliegen der NGOs sich von „den 15-Minuten-Berühmtheiten, die in den kommerziellen Medien dominieren“ grundsätzlich unterscheiden und i.d.R. auf Fakten und Tatsachen basieren. Die Einschränkung der Medienberichterstattung in Ländern ohne Pressefreiheit oder über öffentlichkeitsscheue bzw. geheime Institutionen ist ein weiterer Aspekt, der den Nutzen von NGOs für die Medien aufzeigt. In solchen Ländern greifen Journalisten auf internationale und unabhängige Organisationen zurück um bestimmte Informationen öffentlich zu machen. Wie NGOs Öffentlichkeitsarbeit betreiben und in welcher Wechselbeziehung sie zu den Medien stehen, soll in der nachfolgenden Arbeit näher erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 NGOs – allgemeine Erläuterung
2.1 Merkmale von NGOs
2.2 Wesentlicher Grundsatz von NGOs
3 Medien allgemein
3.1 Traditionelle Medien
3.2 Moderne Medien
4 Strukturen der Zusammenarbeit
4.1 Verhältnis der NGOs zu den Medien
4.2 Verhältnis der Medien zu den NGOs
5 Mediale Mittel der NGOs zur Aufmerkeitsgenerierung
5.1 Aktion
5.2 Schock
5.3 Very Important Persons
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexe Dynamik der Öffentlichkeitsarbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und deren wechselseitige Abhängigkeit von traditionellen sowie modernen Medien zur Durchsetzung gesellschaftspolitischer Ziele.
- Charakterisierung von NGOs und deren grundlegende Arbeitsweisen
- Gegenüberstellung von traditionellen Massenmedien und digitalen Kommunikationswegen
- Analyse der strategischen Zusammenarbeit zwischen NGO-Kommunikation und Medienhäusern
- Untersuchung von Aufmerksamkeitstechniken wie Aktionen, Schock-Strategien und Prominenteneinbindung
- Einschätzung der künftigen Entwicklung durch die Digitalisierung und Unabhängigkeitsbestrebungen der NGOs
Auszug aus dem Buch
5.1 AKTION
Eine Gruppe von NGOs beschränken sich in ihrem Handeln nicht nur bloß darin die Öffentlichkeit von allem Übel zu informieren, sondern einigen lassen ihren Worten auch Taten folgen. Aufmerksamkeit durch Konfrontation /Aktion ist als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit schon lange ein Teil der PR einiger NGOs. Vor allem in den 80er Jahren führte z.B. Greenpeace Aktionen durch, durch die eindrucksvoll ein klarer Standpunkt vermittelt wurde. Wie kaum eine andere Organisation, schaffte es Greenpeace symbolträchtige Bilder zu inszenieren. Aktivisten kreuzten im Namen von Greenpeace in kleinen Schlauchbooten vor Atomfrachtern um illegale Versenkungen von radioaktiven Abfall zu verhindern oder fuhren in die Schusslinien der Harpunen von Walfängerschiffen. Solche radikalen Aktionen bedeutet ein enormes mediales Interesse, das wissen auch die Organisationen. Aus diesem Grund muss eine Trennung vorgenommen werden, zwischen NGOs die solche Aktionen durchführen um ein möglichst große mediale Aufmerksamkeit zu erzielen sowie öffentlichen Druck aufzubauen und NGOs, für die solche radikalere Aktionen bloß ein Mittel zum Zweck darstellen. Selbstverständlich sind Hintergedanken bei solchen Aktionen nie auszuschließen.
Ungeachtet dessen bauen Aktion lastige Kampagnen immer auf denselben Grundprinzipen. Der erklärte Feind wird in den Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit gestellt und es wird versucht, im Fall Greenpeace, umweltzerstörende Handlungen, unter persönlichem Risiko der Aktivisten, zu bekämpfen, „(…) bis das Interesse der Öffentlichkeit und der damit verbundene Druck auf die verantwortlichen einsetzt.“ Forderungen werden bewusst publik gemacht. Diese Forderungen sind meist absolut und werden von den NGOs kompromisslos verfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für NGOs ein und beschreibt deren Rolle als Bindeglied zwischen Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.
2 NGOs – allgemeine Erläuterung: Hier werden die definitorischen Merkmale von Nichtregierungsorganisationen sowie deren essenzielle Glaubwürdigkeit als wichtigste Ressource dargelegt.
3 Medien allgemein: Das Kapitel differenziert zwischen traditionellen Medien und modernen digitalen Kommunikationskanälen und beleuchtet deren Rolle als Informationsvermittler.
4 Strukturen der Zusammenarbeit: Es wird analysiert, in welcher Wechselwirkung NGOs und Medien stehen und wie der Wettbewerb um mediale Aufmerksamkeit die Kommunikation prägt.
5 Mediale Mittel der NGOs zur Aufmerkeitsgenerierung: Dieser Abschnitt erläutert spezifische PR-Methoden wie spektakuläre Aktionen, schockierende Kampagnen und den Einsatz von prominenten Unterstützern.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass NGOs ihre Kommunikationsarbeit professionalisiert haben, sich jedoch zunehmend durch eigene digitale Kanäle von der Abhängigkeit der klassischen Massenmedien lösen.
Schlüsselwörter
Nichtregierungsorganisationen, NGOs, Öffentlichkeitsarbeit, Medienarbeit, Medienabhängigkeit, Kommunikation, Kampagnenstrategie, Greenpeace, PETA, Aufmerksamkeit, Glaubwürdigkeit, Digitalisierung, Soziale Medien, Journalismus, Interessenvertretung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Öffentlichkeitsarbeit von NGOs und wie diese Organisationen die Medien nutzen, um ihre gesellschaftspolitischen Anliegen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Charakteristika von NGOs, die Unterscheidung zwischen traditionellen und modernen Medien sowie die verschiedenen Strategien der Aufmerksamkeitsgenerierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wechselseitigen Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen NGOs und Medien in der modernen Kommunikationslandschaft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien zur Medienwirksamkeit und NGO-PR.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Strukturen der Zusammenarbeit, den verschiedenen PR-Strategien und den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Kampagnenformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie NGOs, Öffentlichkeitsarbeit, Medienabhängigkeit, Kampagnenstrategien und soziale Medien charakterisiert.
Welche Rolle spielen "Very Important Persons" bei der Arbeit von NGOs?
Prominente werden genutzt, um die mediale Aufmerksamkeit zu erhöhen und die Reichweite von Kampagnen durch deren Fangemeinschaften zu vergrößern.
Warum ist die Medienabhängigkeit für viele NGOs riskant?
NGOs sind auf die Berichterstattung angewiesen; eine zu starke Ausrichtung an Medientrends kann dazu führen, dass sie ihren ursprünglichen Standpunkt verlieren oder ihre Glaubwürdigkeit riskieren.
- Quote paper
- Dominik Bohlmann (Author), 2015, Öffenlichkeitsarbeit von Nichtregierungsorganisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/345186