Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Nebeneinander der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung und der Frage, ob ein fairer Wettbewerb oder eine Risikoselektion stattfindet. Unter Heranziehung geeigneter Literatur und statistischer Daten werden wesentliche Unterschiede der beiden Versicherungsformen dargestellt.
Es werden Fragen nach Wahlmöglichkeiten auf dem segmentierten Versicherungsmarkt, der Bedeutung der Familienversicherung in diesem Kontext und nach den Gestaltungsmöglichkeiten zur Leistungs- und Ausgabensteuerung beantwortet. Weiterhin wird untersucht, ob das Einkommen oder die Morbidität Selektionskriterien sind. Anschließend findet sich die Beurteilung der Versicherten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Im Ausblick werden verschiedene Ansätze aufgezeigt, gleichzeitig wird die derzeitige Tendenz festgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen GKV und PKV
2.1 Allgemeine Leistungen
2.2 Ambulante Leistungen
2.3 Stationäre Leistungen
2.4 Sonstige Leistungen
3 Wahlmöglichkeiten für Versicherte
3.1 Grundlegende Wahlmöglichkeiten
3.2 Eingeschränkte Wahlmöglichkeiten
4 Gestaltungsmöglichkeiten zur Leistungs- und Ausgabensteuerung
4.1 Möglichkeiten der GKV
4.2 Möglichkeiten der PKV
5 Selektionskriterien
5.1 Einkommen
5.2 Morbidität
6 Beurteilungen von GKV und PKV durch Versicherte
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Nebeneinander der gesetzlichen (GKV) und privaten Krankenversicherung (PKV) mit dem Ziel zu klären, ob ein fairer Wettbewerb zwischen den Systemen besteht oder ob Risikoselektion stattfindet. Hierzu werden die strukturellen Unterschiede, die Möglichkeiten zur Leistungssteuerung und die Einflussfaktoren auf die Versichertenwahl analysiert.
- Vergleich der Leistungsprinzipien (Solidaritäts- vs. Äquivalenzprinzip)
- Analyse der Wahlmöglichkeiten für Versicherte im segmentierten Markt
- Untersuchung von Gestaltungsmöglichkeiten zur Ausgabensteuerung
- Bewertung von Selektionskriterien wie Einkommen und Morbidität
- Betrachtung der subjektiven Beurteilung der Systeme durch die Versicherten
Auszug aus dem Buch
2.1 Allgemeine Leistungen
Die GKV bietet einen umfassenden Schutz im Krankheitsfall. Es gilt das Bedarfsdeckungsprinzip. Aus Sicht der Versicherten besteht ein gesetzlicher Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen. Bei der Leistungserbringung müssen der aktuelle medizinische Stand, sowie Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden. Versicherte der GKV können private Zusatzversicherungen für einzelne Leistungsarten abschließen. Dazu zählen beispielsweise die Wahlleistungen „Unterkunft“ (Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer) und „Arzt“ (Chefarztbehandlung). Die Hauptversicherungsart der PKV ist allerdings die Krankheitsvollversicherung, welche anstatt der GKV und nicht als Ergänzung genutzt wird. Nur bestimmte Personengruppen wie Selbständige, Freiberufler und Personen mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze können sich privat versichern. Auch die Versicherung von Beamten, als beihilfeberechtigte Personen, zählen zu den Krankheitsvollversicherungen. Ende 2013 hatten 10,84% der Bevölkerung eine private Vollversicherung. Der Anteil an den gesamten Beitragseinnahmen betrug 71,66%.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des dualen Krankenversicherungssystems und Definition der zentralen Fragestellung bezüglich Wettbewerb und Selektion.
2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen GKV und PKV: Darstellung der grundlegenden Prinzipien sowie ein tabellarischer Vergleich der Leistungsbereiche von GKV und PKV.
3 Wahlmöglichkeiten für Versicherte: Erläuterung der begrenzten Wahlfreiheit und der Rollenverteilung zwischen Pflichtversicherten, freiwillig Versicherten und Mitgliedern.
4 Gestaltungsmöglichkeiten zur Leistungs- und Ausgabensteuerung: Analyse der Instrumente wie Managed Care in der GKV und vertragliche Gestaltungsspielräume der PKV.
5 Selektionskriterien: Untersuchung des Einflusses von Einkommen und Morbidität auf die Wahl des Versicherungssystems und Nachweis einer Risikoselektion.
6 Beurteilungen von GKV und PKV durch Versicherte: Auswertung der subjektiven Zufriedenheit der Versicherten hinsichtlich Leistungen und Beitragshöhe.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten des Gesundheitssystems im Kontext von Wettbewerb und Systemreformen.
Schlüsselwörter
Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung, GKV, PKV, Solidaritätsprinzip, Äquivalenzprinzip, Risikoselektion, Gesundheitswesen, Managed Care, Versicherungspflichtgrenze, Leistungssteuerung, Morbidität, Systemvergleich, Gesundheitspolitik, Reformoptionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit analysiert das deutsche duale Krankenversicherungssystem und untersucht das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung auf Aspekte wie Wettbewerb und Selektion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Leistungsunterschiede, die eingeschränkte Wahlfreiheit der Versicherten, Möglichkeiten zur Ausgabensteuerung sowie die Auswirkungen von Einkommen und Gesundheitszustand auf die Versicherungswahl.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob zwischen GKV und PKV ein fairer Wettbewerb herrscht oder ob strukturelle Faktoren zu einer Risikoselektion führen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die unter Heranziehung bestehender Studien, statistischer Daten und rechtlicher Grundlagen eine deskriptive Analyse des Themas vornimmt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Vergleich der Systemprinzipien, die Analyse der Wahlmöglichkeiten, die Darstellung der Instrumente zur Ausgabensteuerung sowie die empirische Untersuchung von Selektionseffekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind GKV, PKV, Solidaritätsprinzip, Äquivalenzprinzip, Risikoselektion, Managed Care und Gesundheitssystem.
Welche Rolle spielt die Familienversicherung bei der GKV?
Die Familienversicherung trägt maßgeblich zum hohen Anteil der GKV-Versicherten bei, da sie für Familien mit Kindern finanziell vorteilhaft und damit ein wichtiger Entscheidungsgrund ist.
Was bedeutet Risikoselektion im Kontext der Arbeit?
Die Arbeit zeigt auf, dass Personen mit geringerem Krankheitsrisiko eher zur PKV tendieren, was zu einer einseitigen Belastung der GKV mit chronisch Kranken führen kann.
Wie bewerten die Versicherten die beiden Systeme?
Die Zufriedenheit mit der Leistungsqualität ist in beiden Systemen hoch, jedoch besteht bei beiden Gruppen die Sorge vor steigenden Beiträgen und Leistungseinschränkungen.
- Arbeit zitieren
- Rubi Mauer (Autor:in), 2015, Das Nebeneinander der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV). Fairer Wettbewerb oder Risikoselektion?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/344967