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Sozialethnologie und die soziologische Netzwerkanalyse. Die Geschichte der Netzwerkanalyse in Deutschland

Titel: Sozialethnologie und die soziologische Netzwerkanalyse. Die Geschichte der Netzwerkanalyse in Deutschland

Hausarbeit , 2015 , 8 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Verschiedenste Entwicklungslinien aus der „Psychologie und Sozialpsychologie (und) aus der strukturfunktionalen Anthropologie“ (Jansen 2006, S.38), der Mathematik und Physik waren formgebend für die gegenwärtige soziale Netzwerkanalyse. Der Blick auf Migrationsgesellschaften, strukturelle Analysen von Gemeinschaften, Fragen darüber, wie sich Städte entwickeln und Theorien, wie Individuen mit/in ihrer Umwelt agieren, bereiteten auf vielfacher Ebene ihre Grundlage.

Als einer ihrer wichtigsten Vorläufer gilt Georg Simmel (1989). Dieser sah die Hauptaufgabe der Soziologie darin bestehend, Vergesellschaftung im Hinblick auf Wechselwirkungen zwischen Individuen zu beleuchten. Ausgehend davon, dass das Handeln eines Akteurs Auswirkungen auf andere Akteure und deren Handlungen hat, sollte die Gesellschaft strukturell und quantitativ hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und ihres Zusammenhaltes untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Geschichte der Netzwerkanalyse

1.1 Entwicklungslinien der Netzwerkanalyse

1.2 Sozialpsychologische Entwicklungslinie

2. Soziologische Netzwerkanalyse in Deutschland

2.1 Begründer und Knotenpunkt

2. 2 Eine empirische Analyse von Jessica Haas und Sophie Mützel

3. Sozialethnologie und Netzwerkanalyse

3.1 Die Sozialstruktur als Problem der klassischen Sozialethnologie

3.2 Netzwerkanalyse und Rational-Choice-Theorie

4. Der Gabentausch der !Kung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die historische Entwicklung, die soziologische Verankerung sowie die Anwendungsmöglichkeiten der Netzwerkanalyse in der Sozialethnologie darzustellen. Dabei steht die Forschungsfrage im Zentrum, inwieweit netzwerkanalytische Methoden und die Graphentheorie dazu beitragen können, klassische ethnologische Beschreibungen zu präzisieren oder durch empirische Evidenz zu hinterfragen.

  • Historische Entwicklungslinien der Netzwerkanalyse
  • Sozialpsychologische Einflüsse auf die Netzwerktheorie
  • Etablierung der Netzwerkanalyse in Deutschland
  • Verknüpfung von Mikro- und Makroebene in der Sozialstruktur
  • Empirische Anwendung am Beispiel des Gabentauschs der !Kung

Auszug aus dem Buch

4. Der Gabentausch der !Kung

An sich werden Netzwerkanalysen genutzt, um vielfältige gesellschaftliche Muster zu durchleuchten: Mobilität, Meinungsbildung, soziale Unterstützung, Kommunikation und Austauschprozesse werden heutzutage von diversen Forschern untersucht (vgl. Jansen 2006, S.47). Bei der netzwerkanalytischen Analyse des Gabentauschs des Nomadenstammes der !Kung zeigte sich, dass ethnologische Beschreibungen dieses Rituals Deutungen erschaffen, die sich nicht bestätigen lassen und sogar falsifiziert werden konnten. Die soziale Ordnung des Systems kann nicht allein durch qualitative Erfassung dargestellt werden und die Interpretation einzelner Tauschhandlungen kann ebenso wenig Ausblick über das Gesamtnetzwerk geben. Ethnographische Texte beschreiben den Gabentausch des nomadischen Volkes folgenderweise: Gaben dürfen mit jedem getauscht werden, ein Gegengeschenk wird in den nächsten Monaten (spätestens nach zwei Jahren) erwartet. Akteure sollen durch den Gabentausch ein weitverbreitetes Netz erreichen. Der Tausch wird als soziale Absicherung interpretiert. Die dadurch erzeugte Verbundenheit löst aber auch einen sozialen Druck, aus dem man sich nicht entziehen kann.

Die Auswertung der Graphentheorie ergab ein dünn verbundenes, asymmetrisches und zentralisiertes Netzwerk. Bei seiner geringen Dichte kann jeder jeden über drei Schritte erreichen. Alle Stammesmitglieder sind miteinander verbunden. Die Netzwerkanalyse ließ erkennen, wer wem Geschenke macht und in welcher Beziehung die Personen zueinander stehen. Deutlich wurden hierbei vor allem asymmetrische Tauschgaben, die sich innerhalb von Kernfamilien und Lagern vollziehen, sowie lokale Unterschiede bei Gaben zwischen Handelsposten und den traditionellen Dörfern. Jüngere beschenkten oft Ältere (vgl. Schweizer 1996, S.71f.). Diese Instabilität der Erwartung bedeutet wenig Reziprozität in Beziehungen. Gegenüber ethnologischen Beschreibungen und Deutungsmustern ermöglicht die Graphentheorie durch Visualisierung verschiedenste Aspekte des Gabentauschs zu diagnostizieren und damit Folgen und Hintergründe darzulegen, die vorher nicht ersichtlich waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichte der Netzwerkanalyse: Dieses Kapitel skizziert die multidisziplinären Ursprünge der Netzwerkanalyse, insbesondere in der Psychologie, Soziologie und Strukturtheorie, und hebt Georg Simmel als wegweisenden Vorläufer hervor.

1.1 Entwicklungslinien der Netzwerkanalyse: Hier werden die theoretischen Wurzeln aus Psychologie, Anthropologie, Mathematik und Physik erläutert, die das Fundament für die moderne Netzwerkanalyse bilden.

1.2 Sozialpsychologische Entwicklungslinie: Der Fokus liegt auf den Beiträgen von Kurt Lewin, Jacob Moreno und Fritz Heider, deren Theorien zur Gruppendynamik und Balancetheorie die graphische Analyse sozialer Beziehungen maßgeblich prägten.

2. Soziologische Netzwerkanalyse in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die Verbreitung und Rezeption der Netzwerkanalyse im deutschen akademischen Kontext, wobei Köln als zentraler Knotenpunkt identifiziert wird.

2.1 Begründer und Knotenpunkt: Es wird die Rolle der Universität zu Köln und einflussreicher Forscher wie Laumann und Pappi bei der Etablierung netzwerkanalytischer Studien in Deutschland beleuchtet.

2. 2 Eine empirische Analyse von Jessica Haas und Sophie Mützel: Die Autoren analysieren anhand von Fachartikeln die Entwicklung und Phasen der Netzwerkanalyse zwischen 1980 und 2006 und zeigen den Wandel hin zu qualitativen Ansätzen auf.

3. Sozialethnologie und Netzwerkanalyse: Dieses Kapitel diskutiert die Schwierigkeiten der klassischen Sozialethnologie bei der Abbildung komplexer Sozialstrukturen und die Rolle der Netzwerkanalyse bei der Lösung des Mikro-Makro-Problems.

3.1 Die Sozialstruktur als Problem der klassischen Sozialethnologie: Es wird dargelegt, warum die traditionelle Ethnologie aufgrund der zunehmenden Komplexität städtischer Gesellschaften an ihre Grenzen stieß, Kausalzusammenhänge in Beziehungsgeflechten zu ermitteln.

3.2 Netzwerkanalyse und Rational-Choice-Theorie: Der Abschnitt erläutert den Einsatz der Rational-Choice-Theorie als Versuch, rationales Akteurshandeln mit gesamtgesellschaftlichen Strukturen zu verknüpfen.

4. Der Gabentausch der !Kung: Anhand einer Fallstudie wird gezeigt, wie netzwerkanalytische Methoden und Graphentheorie ethnologische Deutungen des Gabentauschs empirisch überprüfen und neue Einsichten in asymmetrische soziale Beziehungen ermöglichen.

Schlüsselwörter

Netzwerkanalyse, Sozialethnologie, Soziologie, Graphentheorie, Gabentausch, !Kung, Mikro-Makro-Problem, Sozialstruktur, Rational-Choice-Theorie, Gruppendynamik, Soziogramm, empirische Analyse, Netzwerkforschung, Balancetheorie, Beziehungsgeflechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Historie und den theoretischen Grundlagen der Netzwerkanalyse und untersucht deren Anwendung innerhalb der Sozialwissenschaften, insbesondere der Sozialethnologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die sozialpsychologische Historie, die Institutionalisierung der Netzwerkanalyse in Deutschland sowie die methodische Verknüpfung von Mikro- und Makroebene.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie netzwerkanalytische Methoden dazu dienen, komplexe soziale Strukturen messbar zu machen und traditionelle ethnologische Interpretationen zu ergänzen oder zu korrigieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt Literaturanalysen sowie die Graphentheorie zur Untersuchung sozialer Beziehungsgeflechte, illustriert am Beispiel des Gabentauschs der !Kung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Netzwerkanalyse, eine Analyse der deutschen Forschungssituation und eine Fallstudie zum Gabentausch bei nomadischen Völkern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Netzwerkanalyse, Sozialethnologie, Graphentheorie, Soziogramm und das Mikro-Makro-Problem.

Welche Rolle spielt die Universität zu Köln für die Netzwerkanalyse?

Die Universität zu Köln wird als entscheidender Knotenpunkt der deutschen Netzwerkanalyse genannt, da dort maßgebliche Impulse durch Forscher wie Thomas Schweizer und den Einfluss von Laumann gesetzt wurden.

Warum wird der Gabentausch der !Kung als Fallbeispiel gewählt?

Das Beispiel verdeutlicht, dass quantitative Methoden (Graphentheorie) ethnologische Annahmen über Reziprozität hinterfragen können, die durch rein qualitative Beobachtung nicht erkennbar gewesen wären.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sozialethnologie und die soziologische Netzwerkanalyse. Die Geschichte der Netzwerkanalyse in Deutschland
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Ethnologie)
Veranstaltung
Einführung in die Netzwerkanalyse
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
8
Katalognummer
V344774
ISBN (eBook)
9783668345560
ISBN (Buch)
9783668345577
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Netzwerk soziale Netzwerke Analyse Ethnologie Geschichte Rational-Choice Sozialstruktur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2015, Sozialethnologie und die soziologische Netzwerkanalyse. Die Geschichte der Netzwerkanalyse in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/344774
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