In der Hausarbeit wurden Theorien zum Fremdsprachenunterricht in Bezug auf Interkulturelle Kompetenz besprochen. Vor allem die Theorien von Byram wurden in den Vordergrund gestellt und Vor-und Nachteile der Operationalisierung der Interkulturellen Kompetenz diskutiert.
Hu und Byram sagen hier, dass die interkulturelle Kompetenz eine wichtige Rolle in der Bildungspolitik spielt, doch das Konzept (das genaue Ziel) dieser Kompetenz ist noch sehr ungenau/ nicht messbar dargestellt. Es besteht die Gefahr, dass dieses Konzept im Unterricht nicht richtig umgesetzt wird. Deswegen wollen Hu und Byram, dass Schulen, Lehrer und Theoretiker so schnell wie möglich Operationalisierungsmethoden- und geeignete Modelle für den Unterricht finden. Man bezieht sich hier nicht nur auf die Vermittlung der interkulturellen Kompetenz in den Fremdsprachen, sondern auf den Unterricht allgemein.
Ein Lernziel ist operationalistiert, wenn messbare Kenntnisse/Fähigkeiten des Schülers nach dem Unterricht beschrieben werden können. Auch müssen Bedingungen genannt werden, unter denen das Verhalten des Schülers kontrolliert werden soll (Lernzeit, Hilfsmittel, kooperatives/ individuelles Lernen) und es muss auch ein Bewertungsmaßstab angegeben sein, der dabei behilflich sein soll zu entscheiden, ob und wie weit der Schüler das gewünschte Lernziel erreicht hat.
Bei der Erstellung der Lernziele sollte man darauf achten, dass diese sowohl eine Inhalts-und eine Verhaltenskomponente enthalten. Die inhaltliche gibt Auskunft über die konkreten Inhalte/Gegenstände benötigt werden, um eine Kompetenz zu erwerben. Bei der Verhaltenskomponente achtet man auf die sichtbaren Verhaltensweisen der Lerner, die zeigen, ob er die gewünschte Kompetenz erreicht hat oder nicht. Die Operationalisierung hat das Ziel, die Verhaltenskompenente durch konkrete und messbare Operatoren so genau wie möglich zu beschreiben. Operationalisierende Faktoren wie Neugier auf andere Menschen, Empathiefähigkeit, Selbstkenntnis,cultural awareness sind aber sehr schwer zu messen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Von der Landeskunde zur Interkulturellen Kompetenz
3. Vor -und Nachteile der Operationalisierung der Interkulturellen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Möglichkeiten der Operationalisierung interkultureller Kompetenz im Fremdsprachenunterricht. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwiefern ein Konzept, das auf individuellen Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmalen basiert, durch standardisierte Lernziele messbar gemacht werden kann, ohne dabei den pädagogischen Spielraum einzuschränken.
- Historische Entwicklung von Landeskunde hin zu interkultureller Kompetenz
- Definition und Bedeutung der Operationalisierung im Bildungskontext
- Kritische Analyse von Testverfahren zur Messung interkultureller Fähigkeiten
- Abwägung zwischen Standardisierung und individueller Lernentfaltung
- Die Rolle der Lehrperson bei der Förderung interkultureller Lernprozesse
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
“As we have seen earlier, intercultural competence is a keyword in education policy in general and has an important place in preambles and in policy position papers on values education. Nonetheless the concept remains as fuzzy as ever and is at risk of not being realised in concrete ways in curricula or having a substantial role in language teaching because of the simultaneously developing pressure for visible and measurable realisations of competences. (…) The pressure is great, and schools, teachers and theorists are well advised to find quickly as possible practical operationalisations for teaching and learning and to present applicable models –especially for the assessment of intercultural competence (Hu / Byram 2009: XI f.).“
Hu und Byram sagen hier, dass die interkulturelle Kompetenz eine wichtige Rolle in der Bildungspolitik spielt, doch das Konzept (das genaue Ziel) dieser Kompetenz ist noch sehr ungenau/ nicht messbar dargestellt. Es besteht die Gefahr, dass dieses Konzept im Unterricht nicht richtig umgesetzt wird. Deswegen wollen Hu und Byram, dass Schulen, Lehrer und Theoretiker so schnell wie möglich Operationalisierungsmethoden- und geeignete Modelle für den Unterricht finden. Man bezieht sich hier nicht nur auf die Vermittlung der interkulturellen Kompetenz in den Fremdsprachen, sondern auf den Unterricht allgemein.
Für ein besseres Verständnis des Zitats sollte man den Begriff der “Operationalisierung” definieren. Jahnk/Meyer führten 1991 folgende Definition auf : “Die Operationalisierung ist die Kleinarbeitung einer ungenauen Lernzielangabe bis hin zur sprachlich eindeutigen Angabe beobachtbarer Elemente der gewünschten neuen Verhaltensdisposition des Lernenden.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Messbarkeit interkultureller Kompetenz ein und definiert den für die Arbeit zentralen Begriff der Operationalisierung.
2. Von der Landeskunde zur Interkulturellen Kompetenz: Es wird die historische Transformation fremdsprachlicher Lehrinhalte von der klassischen Landeskunde bis hin zum modernen, kompetenzorientierten interkulturellen Lernen nachgezeichnet.
3. Vor -und Nachteile der Operationalisierung der Interkulturellen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Testverfahren und diskutiert den Zielkonflikt zwischen der notwendigen Strukturierung durch Lernziele und der individuellen Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die für eine flexible Handhabung von Lernzielen plädiert und die Selbstreflexion als wertvolles Instrument hervorhebt.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, Operationalisierung, Landeskunde, Lernziele, Bildungsstandards, Kompetenzdiskurs, Kulturschock, Perspektivenwechsel, Selbsteinschätzung, Selbstreflexion, Pädagogische Psychologie, Sprachunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen und praktischen Problematik, interkulturelle Kompetenz im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts messbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von der klassischen Landeskunde zum modernen interkulturellen Lernen sowie auf der kritischen Auseinandersetzung mit der Standardisierung von Lernzielen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob die Operationalisierung interkultureller Kompetenz sinnvoll ist oder ob sie den notwendigen Freiraum für die individuelle Entwicklung der Lernenden einschränkt.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse fachdidaktischer Literatur und der kritischen Reflexion bestehender Modelle zur Kompetenzmessung.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Definitionen der Operationalisierung geklärt, die historische Entwicklung der Begriffe sowie die Vor- und Nachteile konkreter Messinstrumente diskutiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Operationalisierung, interkulturelle Kompetenz, Perspektivenwechsel und das Spannungsfeld zwischen Messbarkeit und Subjektivität im Lernprozess.
Warum ist laut Autorin die Messung interkultureller Kompetenz so schwierig?
Da interkulturelle Kompetenz stark von individuellen Faktoren wie Empathie, Persönlichkeit und persönlichen Erfahrungen abhängt, lässt sie sich kaum in objektive, allgemeingültige Messwerte übersetzen.
Welche Alternative schlägt die Autorin zur klassischen Messung vor?
Die Autorin befürwortet den Einsatz von Selbstreflexionsmethoden wie Portfolios, Tagebüchern und Fragebögen, um den Lernenden die Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Kultur zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Regina Tseytlina (Autor:in), 2016, Interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/344712