Im Zuge der Kolonialisierung und dem aufkommenden Handel zwischen Europa und der asiatischen Welt kam es immer wieder zu Konkurrenz zwischen rivalisierenden europäischen Handelsfirmen. Insbesonders durch die Konkurrenz zwischen der Englischen East India Company (EIC) und der holländischen Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) kam es direkt nach der Gründung beider Firmen zu Konkurrenzkämpfen im asiatischen Überseehandel.
Diese Konkurrenz spiegelte sich in der politischen Stimmung Englands wieder und in dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie diese Stimmung sich in politischen Vorgängen wie den drei Englisch-Holländischen Seekriegen niederschlug.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verwendete Literatur
3. Gründung und Allgemeines über die EIC
3.1 Probleme der EIC
3.2 Interaktion von VOC und EIC
4. Die drei Englisch-holländischen Seekriege
4.1 Der erste Englisch-Holländische Seekrieg 1652-1654
4.2 Der zweite Englisch-Holländische Seekrieg 1665-1667
4.3 Der dritte Englisch-Holländische Seekrieg 1672-1674
5.0 Auswirkung der Kriege in der Wirtschaft
6. Weitere Faktoren des Aufschwungs der EIC
7. Die Auswirkungen der Zeit auf Taiwan
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die wirtschaftliche Konkurrenz zwischen der englischen East India Company (EIC) und der niederländischen Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) im 17. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie sich die politische Stimmung in England in den Englisch-Holländischen Seekriegen niederschlug und welche Rolle diese kriegerischen Auseinandersetzungen sowie Faktoren wie der Handel auf Taiwan für den langfristigen Aufstieg der EIC zur führenden Handelsmacht spielten.
- Konkurrenzkampf zwischen EIC und VOC im asiatischen Überseehandel
- Politischer Einfluss und wirtschaftliche Motive der drei Seekriege
- Rolle der Navigationsakte und staatlicher Handelsregulierung
- Wichtigkeit des Standorts Taiwan für den Zugang zum chinesischen Markt
- Erfolgsfaktoren der EIC im Vergleich zur VOC
Auszug aus dem Buch
3. Gründung und Allgemeines über die EIC
Einige Jahrzehnte nach 1600 brachen die Holländer und Engländer das Iberische (Spanische) Handelsmonopol und nahmen direkte Handelsbeziehungen mit Asien auf. Diese neuen Handelsbeziehungen erforderten einige Veränderungen und führten zu einem Wandel der wirtschaftlichen Methoden und vergrößerte den Absatzmarkt für exotische Güter in Europa. Um diese neuen Möglichkeiten für England zu erschließen, wurde 1600 nach ersten erfolgreichen Asienfahrten die englische Handelsgesellschaft, die East India Trading Company gegründet. Einige wesentliche Strukturmerkmale wurden von der holländischen VOC, beziehungsweise ihrer Vorgänger übernommen. Sie erhielt Monopolstatus von der Krone.
Da England sich jedoch zu dem Zeitpunkt finanziell in keiner guten Position befand, konnte Kapital erst einmal nur kurzfristig für einzelne Reisen bereitgestellt werden. Dauerhaftes Kapital konnte erst ab 1657 in die Vorhaben der EIC investiert werden, ab dem Zeitpunkt war eine langfristige Planung möglich. Vorher mussten Investoren für jede Reise entscheiden, ob sie investieren wollten oder nicht. Das Reich litt unter einer Depressionsphase unter den ersten beiden Stuart-Königen, insgesamt hatte die englische Konjunktur schon im elisabethanischen Zeitalter abgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Konkurrenz zwischen EIC und VOC sowie die Zielsetzung der Arbeit, die Hintergründe der englisch-holländischen Seekriege und den Aufstieg der EIC zu beleuchten.
2. Verwendete Literatur: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die für die Arbeit herangezogene Forschungsliteratur, darunter Werke von Nick Robins, Reinhardt Wendt und Professor Steensgard.
3. Gründung und Allgemeines über die EIC: Es wird die Entstehungsgeschichte der EIC sowie deren strukturelle Schwierigkeiten, insbesondere die anfängliche Kapitalnot, beschrieben.
3.1 Probleme der EIC: Hier werden die spezifischen Hürden wie mangelndes Wissen über Handelsrouten, die finanzielle Überlegenheit der VOC und logistische Defizite detailliert erläutert.
3.2 Interaktion von VOC und EIC: Dieses Kapitel beleuchtet die komplexen, teils kooperativen, teils feindseligen Beziehungen und die gegenseitige Beeinflussung der beiden Handelsgesellschaften.
4. Die drei Englisch-holländischen Seekriege: Es wird der politische und wirtschaftliche Kontext vor den Kriegen dargestellt, wobei die Motive der Handelsnationen im Vordergrund stehen.
4.1 Der erste Englisch-Holländische Seekrieg 1652-1654: Analyse der militärischen Auseinandersetzung und des Friedens von Westminster, der erste Regulierungen einleitete.
4.2 Der zweite Englisch-Holländische Seekrieg 1665-1667: Untersuchung der Ursachen, die primär in der Kritik an Cromwells Friedenspolitik und dem Wunsch nach härteren Bedingungen lagen.
4.3 Der dritte Englisch-Holländische Seekrieg 1672-1674: Fokus auf die Rolle des Monarchen und dessen Berater sowie die politische Zielsetzung des Krieges zur Machtstärkung der Krone.
5.0 Auswirkung der Kriege in der Wirtschaft: Eine Synthese, die zeigt, wie die Kriege Handel und Außenwirtschaft beeinflussten und teilweise als Etappe des Aufstiegs der EIC fungierten.
6. Weitere Faktoren des Aufschwungs der EIC: Untersuchung der Gründe für den wirtschaftlichen Erfolg der EIC gegenüber der VOC, insbesondere durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.
7. Die Auswirkungen der Zeit auf Taiwan: Ein Exkurs zur Rolle Taiwans als strategischer Standort, der der EIC den Zugang zum lukrativen Teehandel in China ermöglichte.
8. Schlussbetrachtung: Fazit über die enge Verflechtung von wirtschaftlichen Interessen und politischer Macht sowie die Bedeutung der Kriege für den Wandel der Machtverhältnisse.
Schlüsselwörter
East India Company, VOC, Handelsgeschichte, Seekriege, Kolonialismus, England, Niederlande, Taiwan, Teehandel, Navigation, Navigationsakte, Wirtschaftswachstum, Globalisierung, Kapitalmarkt, merkantilistische Prinzipien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rivalität zwischen der englischen EIC und der niederländischen VOC im 17. Jahrhundert und deren Bedeutung für die Entwicklung des Überseehandels.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die wirtschaftlichen Konkurrenzkämpfe, die politischen Seekriege zwischen England und den Niederlanden sowie die Rolle spezifischer Standorte wie Taiwan.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe der Seekriege zu verstehen und zu erklären, warum die EIC trotz anfänglicher Unterlegenheit langfristig erfolgreich war.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturstudie und der Auswertung wirtschaftsgeschichtlicher Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Gründung und den Problemen der EIC, dem Verlauf der drei Seekriege, den wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Konflikte und den Faktoren für den Aufschwung der EIC.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind EIC, VOC, Seekriege, wirtschaftliche Konkurrenz, Handelsmacht, Taiwan, Teehandel und globale Handelsverflechtungen.
Welche Bedeutung hatte der Standort Taiwan für die EIC?
Taiwan diente als strategisches Sprungbrett, das der EIC den Kontakt zur Mandschu-Regierung und den direkten Zugang zum profitablen Teehandel in China ermöglichte.
Warum war die EIC der VOC langfristig überlegen?
Ein entscheidender Faktor war die größere institutionelle Flexibilität der EIC, die es den Kaufleuten erlaubte, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren, im Gegensatz zur starren Struktur der VOC.
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- Katja Burg (Author), 2016, Die drei Englisch-Niederländischen Seekriege, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/344455