Da das Konstrukt unserer Gesellschaft und Wirtschaft immer komplexer wird, entstehen auch immer mehr Problemstellungen auf die es bisher keine anwendbaren Lösungsansätze gibt. Um diesen Situationen entgegenwirken zu können, werden verschiedene Modelle und Theorien entwickelt, die es erlauben auch mit schwierigen Problemstellungen umzugehen. Eines davon ist der Ansatz des Action Learnings. Da es sich hierbei um einen theoretischen Ansatz handelt gilt es herauszufinden, ob dieser Ansatz in der Praxis sinnvoll Anwendung finden kann. Daher soll in dieser Arbeit ein Projekt Chemiekonzerns mithilfe dieses Ansatzes bearbeitet werden, um so die Praxistauglichkeit feststellten zu können. Ziel des Projektes soll das Finden eines geeigneten Unternehmens sein, das in den Chemiekonzern eingegliedert werden kann.
Zunächst wird dazu der Ansatz des Action Learnings in der Theorie beschrieben. Funktionsweise und Ziele werden hier dargelegt. Auch die Übertragung direkt auf das Projekt erfolgt im Sinne dieses Ansatzes. Hier werden vorerst die benötigen Profile des Konzerns und potentieller Akquiseunternehmen erstellt. Danach werden die Profile konkret zur Suche eingesetzt und die gefunden Unternehmen bewertet. Abschließend wird der Ansatz des Action Learnings um einen weiteren Aspekt des Wechsels in verschiedene Perspektiven erweitert. Zwischen allen Phasen des Projektes finden im Sinne des Action Learnings Reflexionen statt, die in die weitere Bearbeitung des Projektes mit einfließen. Auch der Ablauf des Projektes aus Sicht des Projektmanagements wird detailliert dokumentiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorstellung und Einführung in die Thematik der Studienarbeit
2 Teil 1
2.1 Theorie und Anwendung Action Learning
2.2 Unternehmensprofil des Chemiekonzerns
2.3 Akquisitionsprofil für den Chemiekonzern
2.4 Lernziele und Reflektion
3 Teil 2
3.1 Vorgehensweise der Firmenrecherche und -akquise
3.1.1 Die Screening-Phase
3.1.2 Benchmarking
3.2 Ergebniskonzept und Firmenrecherche für das Unternehmen
3.3 Reflexion
4 Teil 3
4.1 Critical Action Learning
4.2 Reflexion
5 Projektmanagement
5.1 Definition des Projektes
5.1.1 Ausgangslage
5.1.2 Definition der Projektziele
5.1.3 Projektvereinbarung
5.2 Projektvorbereitung
5.2.1 Risikoanalyse
5.2.2 Projektstruktur
5.2.3 Ablauf- und Terminplan
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, das Konzept des "Action Learning" auf seine Praxistauglichkeit zu prüfen, indem es zur Bearbeitung eines realen Akquisitionsprojektes für einen Chemiekonzern angewendet wird. Dabei steht die Erstellung eines strategieorientierten Bewertungsschemas für potenzielle Zielunternehmen im Vordergrund, während gleichzeitig die Dynamiken des Lernprozesses und des Projektmanagements reflektiert werden.
- Grundlagen und theoretischer Rahmen des Action Learning.
- Erstellung eines spezifischen Akquisitionsprofils für einen Chemiekonzern.
- Systematische Vorgehensweise bei der Firmenrecherche und -auswahl.
- Anwendung von Projektmanagement-Methoden (Risikoanalyse, Projektstruktur, Ablaufplanung).
- Kritische Reflexion der Gruppenprozesse und des methodischen Ansatzes.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Benchmarking
Die Möglichkeit derzeitige Unternehmensprozesse einzuschätzen und sie mit anderen Abteilungen oder Unternehmen zu vergleichen, bezeichnet man als Benchmarking. Einer der Begründer des Benchmarkings, Robert Camp, bezeichnet Benchmarking als einen fortlaufenden Prozess Dienstleistungen, Produkte und Praktiken gegen die stärksten Firmen oder Mitbewerben zu messen, die als Industrieführer angesehen werden. Betrachtet man dieses Managementinstrument aus einer ökonomischen Perspektive, so versteht man unter Benchmarks Orientierung- oder Richtgrößen, an denen sich die Performanceerstellungen orientiert. An das Benchmarking wird oftmals die Forderung gestellt, dass die Unternehmen die zum Vergleich herangezogen werden sehr gute Erbnisse erzielen. In der Praxis wird diese Forderung jedoch meinst nicht erfüllt. Der Begriff des Benchmarkings hat sich hier für jeden systematischen und organisierten Vergleich zwischen Unternehmen oder Unternehmensteilbereichen eingebürgert (vgl. Koch (2011), S. 84 f.).
Benchmarking unterstützt Unternehmen dabei gezielt neue Ideen für Verfahren, Prozesse und Methoden außerhalb des eigenen Unternehmens und der eigenen Branche zu suchen. Jedoch liegt der Fokus bei Benchmarking nicht allein bei der Herausstellung von Unterschieden zwischen anderen Unternehmen, sondern identifiziert auch Best Practices, wodurch Wettbewerbsvorteile erlangt werden können. Um eine vergleichbare Beurteilung von Leistungen und Prozessen gegenüber den Wettbewerbern zu ermöglichen, werden anhand von Benchmarks quantitative und qualitative Messgrößen erarbeitet. Die wesentliche Zielvorstellung des Benchmarking besteht darin, dass durch schlüssige Vergleiche mit anderen Unternehmen Verbesserungspotenziale aufgedeckt werden. Diese lassen sich auf organisatorische, technologische oder qualitäts- und kostenbezogene Fragestellungen ausrichten. Somit liefert Benchmarking Ergebnisse über realisierbare Rationalisierungsmaßnahmen. Allgemein ist es das Ziel von Benchmarking, durch den Vergleich, Lücken zu schließen. Der Vergleich mit anderen Unternehmen ermöglicht es Lösungsansätze fernab von eigenen Perspektiven oder der „Betriebsblindheit“ zu finden. Gerade deshalb ist die durchführung von Benchmarking eine gute Gelegenheit, vorhandene Prozesse zu prüfen und neue Lösungsideen zu gewinnen (vgl. Koch (2011), S. 85).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorstellung und Einführung in die Thematik der Studienarbeit: Einleitung in die Relevanz komplexer Problemlösungen und Vorstellung des Projekts zur Anwendung von Action Learning bei einem Chemiekonzern.
2 Teil 1: Theoretische Fundierung des Action Learning, Erstellung des Unternehmensprofils des Chemiekonzerns sowie Ableitung des Akquisitionsprofils und Definition von Lernzielen.
3 Teil 2: Detaillierte Darstellung der Firmenrecherche-Methodik, inklusive Screening-Phase und Benchmarking, sowie Reflexion der praktischen Erfahrungen.
4 Teil 3: Vertiefende Auseinandersetzung mit dem "Critical Action Learning" als ergänzende Methode und kritische Reflexion des Projektablaufs.
5 Projektmanagement: Anwendung klassischer Projektmanagement-Instrumente wie Definition der Projektziele, Risikoanalyse, Strukturplanung und Zeitplanung auf das Akquisitionsprojekt.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Praxistauglichkeit von Action Learning als Denkhaltung und Ergänzung zu anderen Modellen.
Schlüsselwörter
Action Learning, Critical Action Learning, Chemiekonzern, Unternehmensakquisition, Firmenrecherche, Benchmarking, Projektmanagement, Risikoanalyse, Strategieorientierte Bewertung, Lernziele, SMART-Modell, Gruppenprozesse, Reflexion, Organisationsentwicklung, Wachstumsstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die praktische Anwendbarkeit der "Action Learning"-Methode am Beispiel eines realen Akquisitionsprojektes innerhalb eines internationalen Chemiekonzerns.
Welches ist das zentrale Themenfeld der Untersuchung?
Das zentrale Thema ist die Verknüpfung von theoretischem Managementwissen (Action Learning, Projektmanagement) mit der praktischen Herausforderung einer strategischen Unternehmensakquisition.
Was ist das primäre Ziel des Projektes?
Das Ziel ist es, unter Anwendung des Action-Learning-Ansatzes bis zu drei geeignete Akquisitionsobjekte für den Chemiekonzern zu identifizieren und diese in einer Präsentation vorzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden Ansätze des Action Learnings (nach Revans und Hauser), Modelle zum Benchmarking, klassische Projektmanagement-Methoden (magisches Dreieck, Risikoanalyse) sowie Strategieinstrumente verwendet.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung, die methodische Vorgehensweise der Akquisitionssuche, die Anwendung von Projektmanagement-Tools sowie die kontinuierliche Reflexion der studentischen Gruppenprozesse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Action Learning, Unternehmensakquisition, Benchmarking, Risikoanalyse und strategische Unternehmensplanung definiert.
Inwiefern beeinflusste die Kommunikation mit dem Auftraggeber den Projektverlauf?
Die Kommunikation wies initiale Komplikationen auf, da die Erwartungshaltungen der Studenten und des Konzerns divergierten, was zu Frustration führte, aber auch als wichtiger Lernaspekt innerhalb des Action-Learning-Konstrukts reflektiert wurde.
Warum wurde das "Critical Action Learning" in die Arbeit mit einbezogen?
Es dient als weiterführende theoretische Perspektive, um kollektive Phänomene sowie politische Machtkonstellationen in einer Organisation besser zu verstehen und zu analysieren.
- Arbeit zitieren
- Tobias Baumgartner (Autor:in), 2015, Virtual Action Learning in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/343731