Die jüngeren, hier die dänischen Runen, sind die Zeichen einer Futhark-Reform um 700 nach Chr. Aus schwer erklärbaren Gründen wurde das ältere Futhark um ein Drittel bei veränderten Zeichenformen gekürzt. Die Eigenschaft, dass Runen auch Tageszahlen sein können, wurde indes beibehalten und kann überzeugend nachgewiesen werden.
An Inschriften, die mit jüngeren Runen verfasst wurden, stellt der Runenstein von Harald Blauzahn in Jelling, die so genannte Taufe Dänemarks, ein besonderes Glanzlicht dar. Verschlüsselt im dreiseitigen Text, kann der Autor ein dreidimensionales astronomisches Kompendium, ein Planetarium in Form eines virtuellen Würfels nachweisen.
Inhaltsverzeichnis
5 Einführung
5 Versuch einer Begründung der FUThARK-Reform
7 Die Entwicklung der jüngeren aus der älteren Runenreihe
9 Vokale und Konsonanten
9 Die quadratische Anordnung des jüngeren FUThARK
9 Tageszahlen im alphabetischen Thesis-System
10 Tageszahlen im System alphabetisch dekadischer Stufen
13 Runeninschriften des jüngeren FUThARK
13 Inschrift (DR 239) auf dem Stein von Gørlev
17 König Gorms Runenstein in Jelling (DR 41)
18 Die Inschrift mit Unterlegung alphabetischer Thesiszahlen
20 Transformation der Inschrift A in eine quadratische Anordnung des alphabetischen Thesis-Systems
21 Transformation von Seite B der Inschrift in eine quadratische Form und Tageszahlen (d) im alphabetischen Thesis-System
23 Inschrift auf Gorms Runenstein mit Unterlegung von Tageszahlen in alphabetisch dekadischen Stufen
25 Transformation der Inschriften in quadratische Anordnungen des alphabetischen Systems der dekadischen Stufen
34 Seite B von Gorms Runenstein in quadratischer Anordnung und im System alphabetisch dekadischer Stufen
37 ‚Die Taufe Dänemarks‘ - Der Runenstein von Harald Blauzahn in Jelling (DR 42)
40 Seitenbeschreibung
41 Inschrift mit Unterlegung der Tageszahlen im alphabetischen Thesis-System
43 Unterscheidung der durch Doppelpunkte / Einfachpunkte gekennzeichneten Bereiche
44 Unterscheidung von Vokalen und Konsonanten
46 Steganographische Botschaften
46 Die 25 Textsegmente
49 Ein ‚Würfel-Planetarium‘ in den Inschriften von König Haralds Runenstein ?!
52 Abwicklung der Würfeloberflächen
53 „Diagonalverschnürung“ des Würfels
57 Der Mond - Gliederung der synodischen Perioden
59 Die siderischen Perioden des Mondes
59 Siderische und synodische Perioden des Merkurs
61 Venus synodisch/siderisch
63 Siderische und synodische Perioden des Mars
63 Synodische und siderische Perioden des Jupiters
64 Synodische und siderische Perioden des Saturns
65 Sövestadt-Stein 2 (DR 291)
68 Verbirgt auch diese Inschrift Daten in Runenquadraten?
71 Variante der Quadratischen Anordnungen
73 Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass Runeninschriften des jüngeren FUThARK nicht nur zur sprachlichen Kommunikation dienten, sondern als komplexes, mathematisch-astronomisches System konzipiert waren, welches Bewegungen von Himmelskörpern in Form von Tageszahlen kodiert. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, ob die Anordnung der Runen auf Denkmälern wie den Steinen von Jelling und Gørlev bewusst so gewählt wurde, dass sie astronomische Zyklen wie Mondjahre sowie Planetenperioden von Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn widerspiegelt.
- Numerische Analyse von Runeninschriften mittels des alphabetischen Thesis-Systems
- Transformation von Runenfolgen in geometrische und quadratische Anordnungen
- Nachweis von Korrelationen zwischen Runenzeichen, Tageszahlen und astronomischen Perioden
- Untersuchung der steganographischen Verschlüsselung von Planetendaten in Runenmonumenten
- Interpretation der symbolischen Bedeutung von astronomisch kodierten Inschriften im Kontext der Christianisierung
Auszug aus dem Buch
Ein ‚Würfel-Planetarium‘ in den Inschriften auf König Haralds Runenstein!?
In Anlehnung an die quadratische Fassung, die auf den Zeitwerten der 25 inhaltlichen Sequenzen basiert, wird hier nach astronomischen Inhalten gefragt, die in einer dreidimensionalen Metamorphose der Runenfolge verborgen sein könnten. Wird das gesamte Runeninventar der drei Seiten (A, B, C) als Einheit betrachtet, wogegen nichts spricht, offenbart sich die Kubikzahl 5 x 5 x 5 = 125 Runen. Es ist also denkbar zunächst 5 Quadrate in der sinngemäß vorgegebenen Reihenfolge zu je 25 Runen einzurichten und einzeln nach Datenmustern zu befragen oder aber die 5 Quadrate zu einem Kubus übereinander zu schichten und zu überlegen, wie Datenmuster in einem solchen Würfel eingerichtet sein könnten.
Einerseits lassen sich Außenflächen, innere Schnittflächen und innere Diagonalflächen unterscheiden, ferner dazugehörige Ecken, Kanten, Flächen- und Raumdiagonalen. Andererseits ließen sich beliebige dreidimensionale Gebilde erzeugen. All das sind Gegebenheiten mit deren Hilfe sich astronomische Daten figurieren und verbergen ließen. Die Frage, warum man so etwas getan haben sollte sei vorerst zurückgestellt. Machen wir einen Versuch im System der alphabetischen Thesiszahlen (andere Zahl- bzw. Zeitsysteme wurden noch nicht untersucht).
Figur 49 zeigt die Darstellung des hypothetischen Datenwürfels. Alle Positionen werden hilfsweise durch ein dreidimensionales Koordinatensystem mit den Achsen x, y, z definiert (x = schräg nach rechts, y = schräg nach links und z = vertikal). Dabei handelt es sich jedoch um einen arithmetischen und nicht um einen geometrischen Würfel. Strecken- und Flächeneinheiten werden gezählt und nicht gemessen. Dadurch erhalten alle Kanten, Flächendiagonalen und Raumdiagonalen jeweils 5 gezählte Einheiten, also 5 Runen in Folge.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Diese Einleitung führt in die Hypothese ein, dass das jüngere FUThARK religiös-politische und astronomische Dimensionen besitzt, und begründet die Notwendigkeit der untersuchten Runenreform.
Die Entwicklung der jüngeren aus der älteren Runenreihe: Das Kapitel erläutert die Reduktion des Zeicheninventars und stellt die Runen sowie ihre korrespondierenden Tageszahlen gegenüber, um numerische Zeitstrukturen aufzuzeigen.
Vokale und Konsonanten: Hier wird die Gliederung der Runen in Vokale und Konsonanten mathematisch untersucht, um deren astronomische Bezugnahme zu belegen.
Die quadratische Anordnung des jüngeren FUThARK: Das Kapitel präsentiert die Transformation der Runenreihe in eine quadratische Matrix, um darin verborgene Datenmuster und ihre astronomischen Bezüge zu prüfen.
Runeninschriften des jüngeren FUThARK: Detaillierte Analyse ausgewählter Runensteine, insbesondere Gørlev und die beiden Steine von Jelling, hinsichtlich ihrer astronomischen Kodierung.
Ein ‚Würfel-Planetarium‘ in den Inschriften auf König Haralds Runenstein !?: Dieses Kapitel entwickelt ein dreidimensionales Würfelmodell aus den 125 Runen der Inschriften, um komplexe astronomische Zusammenhänge räumlich darzustellen.
Sövestadt-Stein 2 (DR 291): Abschließende Untersuchung eines weiteren Schlangenbandsteins, die zeigt, dass auch hier astronomische Zeitwerte in der Anordnung der Runen verschlüsselt sind.
Nachwort: Das Nachwort fasst zusammen, dass die gefundenen Übereinstimmungen mit astronomischen Werten kein Zufall sein können und die Runenmeister über fundiertes, magisch-astronomisches Wissen verfügten.
Schlüsselwörter
Jüngeres FUThARK, Runeninschriften, Astronomie, Zeitmagie, Tageszahlen, Thesis-System, Planetendaten, Jelling, Gørlev, Sövestadt, Runenquadrat, Würfel-Planetarium, synodische Perioden, siderische Perioden, Interpretatio Romana.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die These, dass die Runenmeister der Wikingerzeit komplexe astronomische Berechnungen in ihre Inschriften einbetteten, indem sie Runen als kodierte Tageszahlen für Planetenzyklen verwendeten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die mathematische Struktur der jüngeren Runenreihe, die Transformation dieser Runenfolgen in geometrische Quadrate und Kuben sowie die Synchronisation mit astronomischen Perioden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist der Nachweis, dass die Anordnung der Runen auf historischen Denkmälern kein Zufall ist, sondern einer präzisen, magisch-astronomischen Planung zur Darstellung von Himmelsbewegungen folgte.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Der Autor nutzt die Rekonstruktion von Tageszahlen basierend auf dem Thesis-System sowie die geometrische Modellierung von Runenfolgen als Matrizen und Würfelstrukturen, um deren mathematische Übereinstimmung mit Planetenzyklen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert bedeutende Runensteine, wie den Stein von Gørlev und die Runensteine von Jelling, und wendet die entwickelten mathematischen Modelle auf deren Inschriften an.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere FUThARK, Runenquadrat, astronomische Zeitmagie, synodische und siderische Perioden sowie die Interpretation von Inschriften als kosmisches Modell.
Warum wird der Begriff "Würfel-Planetarium" verwendet?
Der Autor bezeichnet die dreidimensionale Anordnung der 125 Runen des Jelling-Steins als Würfel-Planetarium, da diese Struktur es erlaubt, verschiedene Planetenkonstellationen und Zeiträume innerhalb eines mathematischen Würfels abzubilden.
Was schließt der Autor aus den mathematischen Berechnungen?
Der Autor zieht den Schluss, dass die Übereinstimmung der berechneten Zeitwerte mit heutigen astronomischen Daten so exakt ist, dass sie eine bewusste, geplante und technisch versierte Vorarbeit der Runenmeister voraussetzt.
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- Dipl.-Ing. Hermann Wenzel (Author), 2016, Zeit der jüngeren Runen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/343628