Derzeit sind bundesweit in der Datenbank der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) über 800 stationäre und über 1800 ambulante Einrichtungen registriert.
Aufgrund dessen, dass Niedersachsen bereits mehrere Wiedereingliederungseinrichtungen existieren und immer mehr eröffnet werden, kam es dazu, dass wir immer wieder freie Betten haben. Der Kampf um die Bettenbelegung ist derzeit enorm hoch, da auch die Kostenträger versuchen ihre Kosten zu reduzieren und bringen ihre Klienten oft in ambulante Einrichtungen unter.
Die Wirtschaftlichkeit eines Heimes hängt von der Bettenauslastung ab. Nichtausgelastete Bettenbelegung bedeutet hohen Geldverlust und überschüssiges Personal, da dann der Personalschlüssel zu hoch ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Bestehende Probleme
1.3 Ideenentwicklung
1.4 Rechtliches zum NADA-Ohrakupunktur
1.5 Zielsetzung
2. Projektvorbereitung und Planung
2.1 Vorbereitung
2.1.1 Ermittlung des Ist-Zustandes
2.1.2 Projektidee
2.2 Planung
2.2.1 Planung des Ablaufes
2.2.2 Planung der Ziele
2.2.3 Planung der Aufgaben
2.2.4 Planung der Ressourcen
3. Durchführung
3.1 Probleme bei der Durchführung
3.2 Erfolge bei der Durchführung
3.3 Ergebnis und Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bettenbelegung einer stationären Einrichtung für suchtkranke Menschen durch die Implementierung des NADA-Protokolls nachhaltig zu verbessern, ohne dabei zusätzliches Personal einzustellen, um die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung zu steigern.
- Implementierung der NADA-Ohrakupunktur in einer stationären Einrichtung
- Optimierung der Bettenauslastung und wirtschaftliche Konsolidierung
- Methodik der Projektplanung, -vorbereitung und -durchführung
- Rechtliche Rahmenbedingungen für die Akupunktur durch nicht-approbiertes Personal
- Evaluation des Nutzens durch Befragungen und Anamnesebögen
Auszug aus dem Buch
1.4 Rechtliches zum NADA-Ohrakupunktur
Die Akupunkturbehandlung ist nach dem Gesetz eine Heilbehandlung und darf nur von Ärzten oder von Heilpraktikern selbständig vorgenommen werden. Zu einer vollständigen Akupunkturbehandlung gehören: 1. die Untersuchung eines Patienten, 2. die Anamneseerhebung, 3. die Diagnose und die Indikationsstellung zu Behandlung, 4. das Auswählen der bei diesem Patienten zu akupunktierende Hautareale (in diesem Fall Ohrareale) 5. das Einbringen der Nadeln in die Ausgewählten Akupunkturpunkte.
In Deutschland dürfen nur Ärzte oder Heilpraktiker selbstständig und in eigener Verantwortung die komplexe Behandlung (Punkte 1.-5.) durchführen.
Ärzte oder Heilpraktiker können aber Teile eines Behandlungsablaufes, wie auch bei anderen Behandlungen üblich ist, von nicht approbierten Personen vornehmen lassen, wenn es der Verbesserung der Behandlung dient z.B. in einer Drogenhilfeeinrichtung. Der Arzt behält in diesem Fall die Verantwortung für seine Behandlung.
Nach Auffassung der NADA dürfen nichtapprobierte Personen auch an Ohrakupunktur teilnehmen. Diese können Krankenschwester, Heilerziehungspfleger, Sozialarbeiter im Suchtbereich sein. Sie dürfen Akupunkturnadeln in definierter Weise und in definierte Hautareale setzen, wenn sie hinreichend ausgebildet werden.
Dieses bedeutete für uns, dass ein Mitarbeiter erstmal eine Ausbildung zur NADA-Akupunkteur absolvieren musste.
Diese Ausbildung bestand aus 2 Teilen (Basic 1. und Basic 2.) und dauerte je 2 Tage (8 Unterrichtsstunden je 45 min. pro Tag). Anschließend erfolgt ein Praktikum in einer Einrichtung oder Klinik, wo bereits NADA-Akupunktur verwendet wird, um Erfahrungen zu sammeln und mindestens 30 Personen zu behandeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ausgangslage einer stationären Einrichtung mit freier Bettenkapazität und führt die Idee der NADA-Ohrakupunktur als qualitatives Differenzierungsmerkmal ein.
2. Projektvorbereitung und Planung: Dieses Kapitel beschreibt die Analyse des Ist-Zustandes, die Festlegung von Projektzielen, die Aufgabenverteilung sowie die Ressourcenplanung zur Umsetzung des NADA-Protokolls.
3. Durchführung: Die Durchführung dokumentiert den praktischen Start der Akupunktur-Settings, die auftretenden Herausforderungen, die erzielten Erfolge bei den Bewohnern sowie das abschließende Resümee über die gesteigerte Nachfrage.
Schlüsselwörter
NADA-Protokoll, Ohrakupunktur, Suchtakupunktur, Bettenauslastung, Stationäre Einrichtung, Suchthilfe, Projektplanung, Gesundheitsmanagement, Qualitätsverbesserung, Suchtdruck, Entspannung, Wiedereingliederung, Heilbehandlung, Personalschlüssel, Klinikvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Einführung des NADA-Akupunktur-Protokolls in einer stationären Einrichtung für suchtkranke Menschen, um die Auslastung der Betten zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören das Projektmanagement im sozialen Bereich, die rechtliche Situation der Akupunktur in Deutschland sowie die praktische Umsetzung von Entspannungstherapien im Suchtkontext.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist die wirtschaftliche Verbesserung der Bettenbelegung innerhalb eines Jahres, ohne dabei neues Personal einzustellen, indem die Einrichtung durch ein neues Therapieangebot attraktiver gestaltet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine praxisorientierte Projektplanungsmethode angewandt, inklusive Ist-Zustandsanalyse, Zieldefinition, Aufgabenverteilung und Evaluation durch Patientenbefragungen mittels Fragebögen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Planung der Projektschritte (Ablauf, Ziele, Ressourcen) sowie die praktische Durchführung und die Reflexion der Ergebnisse, inklusive der Überwindung von Hindernissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
NADA-Protokoll, Suchtakupunktur, Bettenauslastung, stationäre Suchthilfe und Projektmanagement sind die prägenden Begriffe.
Darf Pflegepersonal eigenständig NADA-Akupunktur anwenden?
Nein, die Akupunktur ist eine Heilbehandlung, die Ärzten oder Heilpraktikern vorbehalten ist. Nicht-approbiertes Personal darf jedoch unter ärztlicher Verantwortung und nach entsprechender Ausbildung Nadeln in definierte Areale setzen.
Wie wurde der Erfolg des Projektes gemessen?
Der Erfolg wurde durch eine interne Evaluation mittels Fragebögen, die Reduktion des Suchtdrucks bei den Bewohnern sowie die steigende Anzahl an Anfragen von Sozialarbeitern aus Kliniken gemessen.
- Arbeit zitieren
- Anika Farkas (Autor:in), 2014, Verbesserung der Bettenbelegung in der Sozialpsychiatrie durch die Verwendung des NADA-Protokolls, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/343293