Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich allgemein mit dem Tätigkeitsfeld der Schulsozialarbeit. Eingangs wird die Begrifflichkeit der Schulsozialarbeit klargestellt und ihre Position im Kontext Jugendhilfe/Schule verortet. Fortan wird der Fokus auf die Konzeption, sowie die multiple Zielgruppe und die Rahmenbedingungen gelegt. Die einzunehmende Rolle und die angewandten Arbeitstechniken bilden einen weiteren Teil des Einblickes in das Feld der Schulsozialarbeit. Anschließend wird ein zeitlicher Abriss der Entwicklung von Schulsozialarbeit dargestellt. Zuletzt liegt ein Schwerpunkt dieser Arbeit auf den wichtigsten Kompetenzen des Arbeitsfeldes.
Vor einigen Jahren waren es ausschließlich Lehrer, die soziale Schwierigkeiten und Problemlagen bei Kindern und Jugendlichen im deutschen Schulsystem erkannt haben und sich dieser, neben dem primären Auftrag der Wissensvermittlung, annahmen. Über diese vorliegende Doppelbelastung hinaus gerieten Lehrer somit in ein Spannungsfeld, welches eine lernanregende Atmosphäre im Klassenraum negativ beeinflusste. Zum einen geprägt durch vorbelastete Schüler, denen die Verarbeitung oder das Lernen im Klassenverbund unmöglich war. Zum anderen die aufgrund ungelöster sozialer Probleme entstehenden Störenfriede.
Hinzu kommen gesamtgesellschaftliche Probleme wie zum Beispiel soziale Armut, welche in den letzten Jahrzehnten zunehmend die Privatsphäre der Schüler bestimmt. Mit steigenden Problemlagen ertönt der Ruf nach Sozialer Arbeit, welche sich nach gescheiterten Versuchen in den 70er und 80er Jahren nach den Maßstäben der skandinavischen Länder richtet. "Der Trend geht zu Schulsozialarbeit" schreibt die Süddeutsche Zeitung Anfang 2015 mit Verweis auf Professor Karsten Speck, der angibt, dass es derweil in den Bundesländern rund 5.300 Schulsozialarbeiter gibt.
Mittlerweile ist Schulsozialarbeit ein etablierter Teilbereich der Sozialen Arbeit in Deutschland. Durch den internationalen Vergleich gerät die Politik zunehmend unter Druck, welcher eine wesentliche Erhöhung der angestellten Schulsozialarbeiter verursacht. Doch welche genauen Ziele verfolgt Schulsozialarbeit? Mit welchen Methoden agiert sie und welche Handlungskompetenzen sind für ihre Arbeit nötig?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
2 Einblick in die Schulsozialarbeit
2.1 Begriffsdefinition und Konzeption Schulsozialarbeit
2.2 Entwicklung der Schulsozialarbeit
2.3 Zielgruppe und Aufgaben der Schulsozialarbeit
2.4 Gesetzliche und obligatorische Rahmenbedingungen in der Schulsozialarbeit
2.5 Rolle der Schulsozialarbeit im Kontext Schule
2.6 Methoden und Arbeitstechniken in der alltäglichen Arbeit der Schulsozialarbeit
3 Handlungskompetenzen der Schulsozialarbeit
3.1 Selbstkompetenz
3.1.1 Definition
3.1.2 Selbstkompetenz in der Schulsozialarbeit
3.2 Soziale Kompetenz
3.2.1 Definition
3.2.2 Soziale Kompetenz in der Schulsozialarbeit
3.3 Fachkompetenz
3.3.1 Definition
3.3.2 Fachkompetenz in der Schulsozialarbeit
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert das Berufsfeld der Schulsozialarbeit, definiert deren Konzeption im Schnittfeld von Jugendhilfe und Schule und beleuchtet die für die Praxis notwendigen Handlungskompetenzen der Fachkräfte.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Schulsozialarbeit
- Strukturrahmenbedingungen (finanziell, räumlich, materiell)
- Die Rolle des Schulsozialarbeiters als Anwalt sozialer Gerechtigkeit
- Methoden und Arbeitstechniken in der alltäglichen Praxis
- Anforderungen an Selbst-, Sozial- und Fachkompetenz
Auszug aus dem Buch
Rolle der Schulsozialarbeit im Kontext Schule
Es gilt die Frage zu beantworten, in welcher Rolle sich Schulsozialarbeiter befinden. Ihre Arbeit ist an die Institution Schule gebunden, welche von anderen Berufsgruppen und Professionen gestaltet und gesteuert wird. Des Weiteren unterliegt Schulsozialarbeit einer großen Zielgruppe mit vielen Facetten (Schüler, Lehrer, Eltern, Schulleitung). Hinter diesen Gruppen stehen differenzierte Anliegen und Erwartungen. Hinzu kommen Erwartungen aus dem öffentlichen Raum sowie sozialer Dienste, welche ebenfalls Erwartungen Schulsozialarbeitern gegenüber haben. Das Rollenverständnis der Schulsozialarbeiter lässt sich auf Hinblick ihres Ursprunges relativ einfach definieren. Die nahe Verbundenheit zum Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe lässt ebenfalls das Rollenverständnis adaptieren. Für Schulsozialarbeit muss also dieses nicht alles neu erfunden werden. Dennoch lassen sich Teilaspekte spezifisch für die Schulsozialarbeit konkretisieren (vgl. Baier 2011, S. 86).
Grundsätzlich haben Schulsozialarbeiter eine beratende Funktion. Kern dieser ist, dass Ratsuchende freiwillig den Kontakt suchen. Dies ist eine Grundvoraussetzung für eine gelingende Beratung. Bei dieser versucht der Schulsozialarbeiter den Ratsuchenden darin zu unterstützen, sein eigenes Lösungspotential wahrzunehmen und umzusetzen. Als Rolle des Begleiters muss er rechtzeitig sein Verweisungswissen, sprich seine Möglichkeiten der Vernetzung und transparenten Kooperation nutzen. Professionelle Begleiter kennen das Verhältnis zwischen dem eigenen Tun und dem, wofür andere Professionen zuständig sind. Professionelle Berater fungieren hingegen als Vertrauenspersonen für beispieslweise die Schüler. Nur so können Schulsozialarbeiter auch dafür sorgen, dass Schüler sich auch in Not an sie wenden. Dennoch plädieren Berater dazu, unter Voraussetzung des Einverständnisses des Schülers, das familiäre System mit einzubeziehen. Darüber hinaus gilt es ebenfalls Eltern oder auch Lehrer zu beraten, insofern diese den Schulsozialarbeiter aufsuchen und eine Beratung erwünschen. Beratung ist folglich ein Großteil des Auftrages eines Schulsozialarbeiters. Mit ihm entsteht immer auch ein Beratungsprozess, welcher Selbstbewusstsein des Ratsuchenden stärken kann und eventuell Lösungsansätze sichtbar macht (vgl. Just 2016, S. 21ff).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemlagen des deutschen Schulsystems ein und legitimiert die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit als etablierten Teilbereich der Sozialen Arbeit.
2 Einblick in die Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel erläutert die Begriffsdefinition, die historische Entwicklung sowie die Zielgruppen und Rahmenbedingungen des Arbeitsfeldes.
3 Handlungskompetenzen der Schulsozialarbeit: Hier werden die für das Arbeitsfeld zentralen Kompetenzbereiche Selbst-, Sozial- und Fachkompetenz definiert und auf die Praxis der Schulsozialarbeit bezogen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Herausforderungen des Arbeitsfeldes zusammen und betont die wachsende Bedeutung von Handlungskompetenzen angesichts oft schwieriger Finanzierungs- und Organisationsstrukturen.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Schulsytem, Handlungskompetenz, Selbstkompetenz, Soziale Kompetenz, Fachkompetenz, Beratung, Kooperation, Prävention, Intervention, Rahmenbedingungen, Schulalltag, Profession, soziale Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen systematischen Einblick in das Berufsfeld der Schulsozialarbeit und untersucht deren Rolle sowie die erforderlichen Kompetenzen für die pädagogische Arbeit an Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Konzeption der Schulsozialarbeit, die rechtlichen und räumlichen Rahmenbedingungen, die Rolle im schulischen Kontext sowie die verschiedenen Kompetenzdimensionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, die Rolle der Schulsozialarbeit zu klären und zu analysieren, welche spezifischen Handlungskompetenzen für die Ausübung dieses Berufs notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die aktuelle Fachliteratur und theoretische Modelle zur Schulsozialarbeit und Kompetenztheorie miteinander in Beziehung setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs Schulsozialarbeit, eine Analyse der Rahmenbedingungen (finanziell, räumlich, materiell) sowie eine detaillierte Erörterung der Selbst-, Sozial- und Fachkompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulsozialarbeit, Kompetenzorientierung, Jugendhilfe, Kooperation, Beratungsfunktion und soziale Gerechtigkeit.
Warum wird die Rolle als "Anwalt sozialer Gerechtigkeit" kritisch diskutiert?
Der Autor hinterfragt diese Rolle, um zu verdeutlichen, dass Schulsozialarbeiter in der Schule nicht einseitig Partei ergreifen dürfen, sondern professionell und reflektiert zwischen verschiedenen Zielgruppen (Schüler, Lehrer, Eltern) vermitteln müssen.
Welche Rolle spielt die Finanzierung für die Schulsozialarbeit?
Die Finanzierung wird als kritischer Punkt identifiziert, da mangelnde Mittel und fehlende einheitliche Standards die Arbeit der Schulsozialarbeiter erschweren und die langfristige Planung von Projekten gefährden.
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- Florian Lente (Author), 2016, Schulsozialarbeit. Ein Einblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/343004