In den letzten Jahrzehnten hat sich unsere Gesellschaft sehr gewandelt, dies hatte auch Auswirkungen auf unser Bildungssystem. Durch die 69er Bewegung und die damit verbundene Frauenbewegung trat die Gleichberechtigung der Frau in den Focus. Hierdurch kam es schleichend in den vergangenen 30 Jahren zu einer Vernachlässigung der Bildung von Jungs. In den späten 60ern galten Mädchen vom Land als Bildungsverlierer, heute sind an diese Stelle Männliche Immigranten aus der Arbeiterschicht gerückt. Hier stellt sich die Fragen ob unser Bildungssystem den gewandelten Anforderungen gerecht wird.
Wie der Titel dieser Arbeit schon vermuten lässt, soll hierbei die Fragestellung erörtert werden, ob Männliche Jugendliche in einer Bildungskrise stecken. Wenn ja durch welche Faktoren wird sie ausgelöst und wie können wir diesem Problem begegnen. Um zu klären ob die Bildungskrise von Männlichen Jugendlichen tatsächlich existiert, ist es notwendig die Ergebnisse der Pisa-Studie zu Vergleichen.
Und anschließend die Faktoren der Entwicklungspsychologie und ihren Einfluss auf das Lernverhalten von Jungen zu analysieren. Der Gender-Faktor ist hierbei auch nicht zu vernachlässigen, die Feminisierung in unseren Bildungseinrichtungen beeinflusst die Männlichen Jugendlichen von klein auf in ihrem lernverhalten. In diesem Zuge bleibt ein Kritischer Blick auf unser bestehendes Bildungssystem nicht aus. Hierzu bietet es sich an Richard David Precht mit seiner Forderung nach einer Bildungsrevolution zu Rate zu ziehen. In dieser Arbeit soll geklärt werden, ob wir eine Drastische Veränderung des Bildungssystems brauchen, und ob es besonders wichtig ist den Gender-Faktor zu berücksichtigen. Also die Frage zu klären; Brauchen wir eine spezielle Förderung für unsere Jungen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Pisa-Studie
3. Entwicklungspsychologische Faktoren
4. Genderfaktoren
5. Unser Bildungssystem
6. Precht`s Forderung nach einer Bildungsrevolution
7.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation männlicher Jugendlicher im deutschen Bildungssystem, um die Ursachen für deren vermehrtes schlechtes Abschneiden zu identifizieren und mögliche Reformansätze zur Förderung zu erörtern.
- Analyse der Ergebnisse der PISA-Studie und deren Bedeutung für die Bildungskrise von Jungen.
- Untersuchung entwicklungspsychologischer Faktoren und deren Einfluss auf das schulische Lernverhalten.
- Bewertung geschlechtsspezifischer Aspekte und der Auswirkungen einer zunehmenden Feminisierung im Bildungswesen.
- Diskussion struktureller Mängel im deutschen Schulsystem unter Einbeziehung von Richard David Prechts Bildungsrevolution.
Auszug aus dem Buch
6. Precht`s Forderung nach einer Bildungsrevolution
Der Untertitel von Richard David Precht`s Buch lautet: „Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern“. Dieser Titel sagt uns das wir Schuld sind, wir haben unsere Kinder Verraten und im Stich gelassen, und dies schon seit Generationen. Was ist jetzt aber die Lösung für das Problem der Bildungskrise, wir haben uns festgefahren stecken bis zum Wagendach im Schlamm, zwischen Tradition, Konditionierung und Angst wissen wir nicht was zu tun ist, oder doch? Precht`s Antwort auf das Problem teilt sich in zehn Prinzipien des Lehrens und Erziehens.
Das erste Prinzip ist es die intrinsische Motivation des Kindes nicht zu zerstören. Der Wissenshunger der Kinder muss gepflegt werden, dies heißt nicht die Kinder unter einem Überangebot zu ersticken. Ganz im Gegenteil, der Lernbegleiter muss wissen wann er sich zurück ziehen muss. Auch kann Langeweile etwas sehr wichtiges sein, denn durch sie entstehen Kreativität und Ideen. Hiermit ist nicht gemeint, die Kinder mit schlechtem Unterricht zu traktieren, sondern Freiraum für Entfaltung zu lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur Bildungskrise männlicher Jugendlicher vor und erläutert die Notwendigkeit einer Analyse durch Pisa-Ergebnisse, Entwicklungspsychologie und Gender-Perspektiven.
2. Pisa-Studie: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse der PISA-Studie aus dem Jahr 2000 aus und dokumentiert das schlechte Abschneiden deutscher Schüler, insbesondere von Jungen, bei den Lesekompetenzen.
3. Entwicklungspsychologische Faktoren: Es wird untersucht, wie kognitive und soziale Entwicklungsstufen von Kindern mit den Anforderungen und Unterrichtsmethoden im klassischen Schulalltag harmonieren oder kollidieren.
4. Genderfaktoren: Der Abschnitt befasst sich mit der Geschlechterpädagogik und der Hypothese, dass Jungen durch die Feminisierung des Bildungswesens in ihren Bedürfnissen benachteiligt werden könnten.
5. Unser Bildungssystem: Hier wird das Schulsystem als Sozialisationsinstanz betrachtet und kritisch hinterfragt, wie Leistungsdruck und psychosoziale Faktoren zur Bildungskrise beitragen.
6. Precht`s Forderung nach einer Bildungsrevolution: Das Kapitel erläutert die zehn Prinzipien Richard David Prechts für eine grundlegende Reform der Lern- und Lehrkultur.
7.Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und plädiert für eine umfassende Neustrukturierung des Bildungssystems, um Chancengleichheit für alle Kinder zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Bildungskrise, Jungen, Pisa-Studie, Entwicklungspsychologie, Genderfaktor, Feminisierung, Bildungssystem, Schulleistungen, Lernmotivation, Richard David Precht, Bildungsrevolution, Chancengleichheit, Ganztagsschule, Schularchitektur, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bildungskrise von männlichen Jugendlichen in Deutschland und sucht nach Gründen für ihr häufigeres Scheitern im Schulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die PISA-Ergebnisse, entwicklungspsychologische Grundlagen, geschlechtsspezifische Benachteiligung sowie die Kritik am bestehenden Schulsystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Jungen tatsächlich in einer Bildungskrise stecken und ob eine spezielle Förderung oder eine Bildungsrevolution notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Studien, empirische Belege und vergleicht diese mit aktuellen pädagogischen Ansätzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den PISA-Daten vor allem psychologische Faktoren, der Gender-Aspekt sowie konkrete Reformvorschläge von Richard David Precht analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Bildungskrise, Jungen, Genderfaktor, Bildungsrevolution, Chancengleichheit und Lernmotivation.
Warum schneiden Jungen laut der Arbeit schlechter ab?
Die Arbeit verweist auf eine mangelnde Passung zwischen den Bedürfnissen von Jungen und dem rigiden Schulsystem, sowie auf die Feminisierung des Erziehungswesens.
Was fordert der Autor als Lösung für die Bildungskrise?
Der Autor fordert eine komplette Neustrukturierung, inklusive einer sechsjährigen Grundschule in kleinen, jahrgangsübergreifenden Klassen und den Verzicht auf Selektionsmechanismen wie das Sitzenbleiben.
- Arbeit zitieren
- Sandra Stockham (Autor:in), 2013, Die Bildungskrise bei männlichen Jugendlichen. Was könnten individuelle und institutionelle Gründe für das schlechte schulische Abschneiden der Jungen sein?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/342158