Diese wissenschaftliche Arbeit liefert einen Überblick über den aktuellen Stand der Motivationsforschung, um im Anschluss die Hypothese ‚Selbstmotivation ist lernbar‘ zu prüfen. Daraus ergibt sich die Leitfrage: Ist Selbstmotivation (speziell für Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen) lernbar und wenn ja, wie lernen sie motiviertes Handeln?
Um diese Leitfrage zu beantworten wird zunächst ein kurzer historischer Einblick in die Motivationsforschung gegeben, um eine Grundvorstellung von der wachsenden Bedeutung der Motivationsforschung zu schaffen. Anschließend wird auf die verschiedenen, der Motivationsforschung zugehörigen Teilaspekte eingegangen, um ein ganzheitliches Bild des Begriffs ‚Motivation‘ zu vermitteln. Im Anschluss daran wird speziell auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse von Kinder und Jugendlichen im Förderschwerpunkt Lernen eingegangen, da auf sie im Rahmen des Seminars das Hauptaugenmerk gelegt wird. Im Diskussionsteil werden dann alle Erkenntnisse aus der Arbeit zusammengestellt, sodass als Fazit eine Klärung der Leitfrage möglich wird.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Gesellschaft nahezu weltweit zu einer Leistungsgesellschaft entwickelt. Demnach ermöglichen gute Leistungen den Menschen, die sie erbringen, ein allgemein besseres Leben. Diese Entwicklung hin zu einer Gesellschaft, in der jeder seines Glückes Schmied ist, ist ein Grund, warum seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Motivationsforschung immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Immerhin ist Motivation das, was uns zu Leistungen antreibt. Gerade Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen profitieren von den Erkenntnissen aus der Motivationsforschung, da sie so optimal auf das eigenständige Arbeiten im Berufsleben vorbereitet werden können – eine Arbeitsweise, die lernschwachen Kindern meist schwer fällt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichtlicher Hintergrund der Motivationsforschung
3 Teilaspekte der Motivationsforschung
3.1 Intrinsische und extrinsische Motivation
3.2 Leistungsmotivation
3.3 Anspruchsniveau
3.4 Das Flow-Erleben
4 Motivation im Förderschwerpunkt Lernen
5 Diskussion
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Selbstmotivation bei Kindern im Förderschwerpunkt Lernen lernbar ist, und welche pädagogischen Ansätze dabei helfen können, motiviertes Handeln zu fördern.
- Historische Entwicklung der Motivationsforschung
- Differenzierung von intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Analyse der Leistungsmotivation und des Anspruchsniveaus
- Konzept des Flow-Erlebens und motivationale Kompetenz
- Fördermaßnahmen für Kinder im Förderschwerpunkt Lernen
Auszug aus dem Buch
3.4 Das Flow-Erleben
Als „Flow-Erleben“ bezeichnet Csikszentmihalyi (1975, zitiert nach Heckhausen & Heckhausen, 2010) das „selbstreflexionsfreie, gänzliche Aufgehen in einer glatt laufenden Tätigkeit“ (S. 380). Es ist ein Zustand vollkommener Motivation. Zu diesem Flow-Erleben gehören sechs Komponenten, die Heckhausen und Heckhausen (2010) wie folgt auflisten: a) Es herrscht eine Balance zwischen Anforderung und Fähigkeit, b) die Handlungsanforderungen und Rückmeldungen sind klar, c) die Handlung läuft glatt ab, d) die Konzentration kommt von selbst, e) man vergisst die Zeit und f) das Selbst verschmilzt mit der Tätigkeit, sodass man jegliche Reflexivität und Selbstbewusstheit verliert.
Das Flow-Erleben kann positive Auswirkungen auf den Lernzuwachs im Unterricht haben (Heckhausen & Heckhausen, 2010), es kann auf der anderen Seite aber auch zu Sucht, wie beispielsweise Sport- und Internetsucht, oder zu einer hohen Risikobereitschaft führen, wie es oft bei Extremsportarten der Fall ist (vgl. Brandstätter et al., 2013).
Ein Vorstadium des Flow-Erlebens ist dabei die motivationale Kompetenz. Rheinberg (2002) bezeichnet diese Kompetenz als „die Fähigkeit, aktuelle und künftige Situationen so mit den eigenen Tätigkeitsvorlieben in Einklang zu bringen, dass effizientes Handeln auch ohne ständige Willensanstrengung möglich wird.“ (S.202, zitiert nach Brandstätter et al., 2013, S. 98).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Motivationsforschung in der Leistungsgesellschaft dar und leitet die Forschungsfrage zur Lernbarkeit von Selbstmotivation bei Kindern mit Förderbedarf ein.
2 Geschichtlicher Hintergrund der Motivationsforschung: Das Kapitel beleuchtet frühe Ansätze der Motivationsforschung, beginnend bei Sigmund Freuds Psychoanalyse bis hin zu Murrays Person-Umwelt-Bezug und Hulls Triebtheorie.
3 Teilaspekte der Motivationsforschung: Dieser Abschnitt erläutert zentrale wissenschaftliche Begriffe wie intrinsische/extrinsische Motivation, Leistungsmotivation, Anspruchsniveau sowie das Flow-Erleben.
4 Motivation im Förderschwerpunkt Lernen: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse spezifisch auf die Bedürfnisse von Kindern mit Förderbedarf übertragen und konkrete Motivationshilfen für den Unterricht diskutiert.
5 Diskussion: In diesem Kapitel werden die gesammelten Quellen interpretiert, um die zentrale Forschungsfrage zur Lernbarkeit von Selbstmotivation fundiert zu beantworten.
6 Zusammenfassung: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Argumente der Arbeit zusammen und bestätigt die Hypothese, dass Selbstmotivation durch gezielte, realistische Zielsetzungen erlernbar ist.
Schlüsselwörter
Motivationsforschung, Selbstmotivation, Förderschwerpunkt Lernen, Leistungsmotivation, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Anspruchsniveau, Flow-Erleben, motivationale Kompetenz, Pädagogik, Didaktik, Erfolgsmotivation, Lernbedarf, Zielsetzung, Schülermotivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Selbstmotivation erlernbar ist, insbesondere mit Blick auf Kinder, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Lernen aufweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt die historischen Grundlagen der Motivationspsychologie ab und untersucht spezifische Teilaspekte wie Leistungsanreize, Zielsetzungsprozesse und die Bedeutung von motivationaler Kompetenz.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten von einer misserfolgs- zu einer erfolgsmotivierten Haltung gelangen können, um eigenständiges Arbeiten zu erlernen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer Theorien und deren kritischer Übertragung auf den schulischen Kontext des Förderschwerpunkts Lernen.
Welche Themen werden im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert motivationale Konzepte wie die Triebtheorie, die Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation, das Konzept des Flow-Erlebens und deren praktische Anwendung in pädagogischen Hilfsmitteln.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Selbstmotivation, Förderschwerpunkt Lernen, Leistungsmotivation, Erfolgsorientierung und die Förderung motivationaler Kompetenz im Unterricht.
Warum ist das Thema "Anspruchsniveau" für den Förderschwerpunkt Lernen so relevant?
Das Anspruchsniveau bestimmt, ob ein Ergebnis als Erfolg oder Misserfolg gewertet wird. Für Schüler mit Förderbedarf ist ein korrekt justiertes Anspruchsniveau entscheidend, um positive Erfolgserlebnisse zu generieren und das Selbstbild zu stärken.
Welche Rolle spielt das "Flow-Erleben" für Schüler?
Flow-Erleben steigert die Konzentration und Lernfreude, indem die Tätigkeit mit den persönlichen Fähigkeiten in Einklang gebracht wird, was besonders hilfreich ist, um Lernmotivation ohne ständigen Druck zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Kathrin Hellmann (Autor:in), 2015, Motivationsaufbau und -hilfen im Förderschwerpunkt Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/342102