Im Rahmen des V1 Seminars „Fit für die digitale Welt: Schulung jugendlicher Medienscouts“ sollte eine Schulungseinheit für die Augsburger Medienscouts konzipiert werden. Diese sollen an verschiedenen Augsburger Schulen ihre Mitschüler_innen bei allen Fragen rund um die Medien, insbesondere dem Internet, unterstützen und auch die Eltern für die Problemstellungen, die sich in der heutigen Zeit ergeben, sensibilisieren. Dazu veranstalten sie regelmäßig Vorträge oder Infoveranstaltungen. Besonders attraktiv wurde das Seminar durch den hohen Praxisbezug. In vorangegangenen Lehrveranstaltungen wurden didaktische Konzepte bisher nach dem Abschluss ad acta gelegt, doch durch die unmittelbare Anwendung in diesem Seminar hatte die Planungsarbeit einen Nutzen für die Zielgruppe. Außerdem konnten die früher erworbenen Kenntnisse im Konzipieren didaktischer Lernumgebungen vertieft und erweitert werden.
Doch nun zur Themenwahl: „Werbung ist teurer, keine Werbung ist noch teurer“. Dieses Zitat von Paolo Bulgari (macroplan-werbung.de, o.J., o.S.) verdeutlicht die wichtige Rolle, die Werbung in der Medienlandschaft spielt. Trotz der enormen Relevanz für die Mechaniken der Medienbranche, wenn es zum Beispiel um die Finanzierung von verschiedensten medialen Produkten geht, wird das Thema „Werbung“ in der Schulbildung oft stiefmütterlich behandelt. Bei vielen Schülern_innen besteht deswegen die Gefahr, dass sie durch einen zu leichtfertigen Umgang mit Werbebotschaften negativen Folgen wie etwa Gruppenzwang oder einer zu starken Markenbindung ausgesetzt sind.
Gerade weil es aber von großer Bedeutung ist, die Materie hintergründig zu verstehen, hat sich die Seminargruppe das Ziel gesetzt, die Schulung für die Augsburger Medienscouts zu zum Thema Werbung zu konzipieren. Auch weil in vorangegangen Schulungen durch Studierende der Universität Augsburg bisher eher Themen wie Cybermobbing oder medienrechtliche Grundlagen angesprochen wurden, fiel die Wahl schließlich auf die oben genannte Thematik.
In dieser Projektarbeit wird unter anderem auf das didaktische Design, wie beispielsweise die lerntheoretische Einbettung oder das Material- und Aufgabendesign eingegangen. Dabei wird detailliert erläutert, welche pädagogischen Entscheidungen aus welchen Gründen getroffen wurden. Weiterhin werden die praktische Umsetzung der Schulungseinheit und der Ablauf
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Didaktisches Design
2.1 Bildungsbedarf
2.2 Ablaufplan der Projekteinheit
2.3 Lerntheoretische Einbettung
2.4 Didaktischer Aufbau der Projekteinheit
2.4.1 Lehr-/Lernziele
2.4.2 Lernformen
2.4.3 Materialdesign
2.4.4 Aufgabendesign
3. Praktische Durchführung
3.1 Vorbereitung der Schulungseinheit
3.2 Dokumentation der Durchführung
4. Kritische Reflexion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Konzeption und Durchführung einer pädagogischen Schulungseinheit zum Thema „Werbung“ für die Augsburger Medienscouts. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie medienpädagogische Inhalte altersgerecht aufbereitet werden müssen, um Jugendlichen Werbekompetenz zu vermitteln und sie für die Mechanismen und Gefahren der Werbebranche im digitalen Raum zu sensibilisieren.
- Vermittlung von Werbekompetenz an Jugendliche
- Analyse von Werbestrategien und Psychologie
- Sensibilisierung für Gefahren im digitalen Werberaum
- Methodik der aktiven Medienarbeit (Didaktisches Design)
- Praxistransfer durch eigenständige Erarbeitung von Inhalten
Auszug aus dem Buch
2.4.4 Aufgabendesign
Dieses Unterkapitel beschäftigt sich mit dem Aufgabendesign, also vor allem damit, wie die Lernenden aktiv in den Unterricht einbezogen wurden, und den dabei angewandten Methoden.
Gagné (1965, zitiert nach Reinmann, 2011b, S. 61) wies bereits in seinen Lehrschritten darauf hin, dass neben der Rezeption der Inhalte auch die Interaktion mit selbigen und das Bearbeiten von Übungen für den Lernprozess wichtig sind und zur Sicherung von Behalten und Transfer dienen. Daher wurden den Lernenden auch in dieser didaktischen Einheit viele unterschiedliche Aufgaben zu jedem Themenblock gestellt, um das zu Beginn des Kapitels erwähnte entdecken-lassende Lehren und produktives Lernen zu unterstützen sowie die vorgestellten Lehr-/Lernziele zu erreichen. Aufgaben aktivieren die Lernenden sowohl kognitiv, zum Beispiel durch das Verarbeiten von Informationen, als auch emotional-motivational und sozial, zum Beispiel durch das Arbeiten in Gruppen (Kerres, Stratmann & deWitt, 2002, zitiert nach Reinmann, 2011b, S. 64).
Bezogen auf die didaktische Einheit ergab sich eine emotional-motivationale Aktivierung vor allem bei dem Slogan- und Logoratespiel und der Aufgabe am Ende, einen eigenen Slogan für die Medienscouts zu entwerfen. Denn der Spielecharakter regt die Motivation stark an und letztere Aufgabe hatte einen persönlichen Bezug zu den Lernenden, sodass dies die Emotionen und die Motivation selbiger ansprechen sollte. Kognitiv aktivierend waren alle Aufgaben gestaltet, da die Lernenden stets durch ihr Vorwissen oder logisches Schlussfolgern auf eine Lösung für gestellte Probleme, wie zum Beispiel welche Gefahren sich durch Werbung ergeben oder wie Werbepsychologie funktioniert, kommen sollten. Die soziale Komponente fand sich auch in fast allen Aufgaben wieder, da die Lernenden zum Beispiel bei der Frage, wie man sich vor Werbung schützen kann, in kleinere Gruppen geteilt wurden, um diese zu lösen. Dies wurde zudem angewandt, da die Medienscouts als Gruppe agieren müssen und Kollaboration, Kooperation und Kommunikation bei ihrer Arbeit eine wichtige Rolle spielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas Werbung im Kontext der Medienscout-Ausbildung und stellt die Zielsetzung der konzipierten Schulung dar.
2. Didaktisches Design: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Fundierung, den Bildungsbedarf der Zielgruppe sowie den methodischen Aufbau der Schulungseinheit unter Einbezug kognitivistischer und konstruktivistischer Ansätze.
3. Praktische Durchführung: Hier wird der Prozess von der inhaltlichen Vorbereitung bis hin zur konkreten Umsetzung der Schulung inklusive der Beobachtung der Schülerreaktionen dokumentiert.
4. Kritische Reflexion: Dieses Kapitel reflektiert den gesamten Planungs- und Durchführungsprozess kritisch, zieht Lehren aus der Praxis und bewertet die Evaluationsergebnisse.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bestätigt die Zielerreichung im Hinblick auf die Werbekompetenz und gibt einen Ausblick auf zukünftige Potenziale des Medienscout-Projekts.
Schlüsselwörter
Werbung, Werbekompetenz, Medienscouts, Medienpädagogik, Didaktik, Online-Werbung, Kognitivismus, Konstruktivismus, Werbepsychologie, Jugendmedienschutz, Interaktion, Gruppenarbeit, Medienkompetenz, Schülerschulung, Praxisbezug
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Planung und Durchführung einer pädagogischen Schulungseinheit für jugendliche Medienscouts, die sich mit dem Thema „Werbung“ und insbesondere den Mechanismen der Online-Werbung befasst.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Aufklärung über Werbestrategien, der Werbepsychologie, dem Erkennen von Gefahren im Internet sowie der Vermittlung von kritischer Werbekompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Medienscouts durch die Schulung einen geschärften Blick auf Werbebotschaften zu ermöglichen, damit sie diese Kompetenzen wiederum an ihre Mitschüler weitergeben können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf lerntheoretischen Ansätzen des Kognitivismus und Konstruktivismus, um eine didaktisch fundierte und interaktive Unterrichtseinheit zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in das didaktische Design (Theorie), die praktische Durchführung (Dokumentation) und eine kritische Reflexion des gesamten Seminars.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Werbekompetenz, Medienscouts, Medienpädagogik und aktives Lernen geprägt.
Wie wurde der Transfer in die Praxis sichergestellt?
Durch einen hohen Praxisanteil mit interaktiven Methoden wie „Logo-Raten“, „Mindmap“, „Sitz-Steh-Spielen“ und der Entwicklung eigener Werbeslogans wurde der direkte Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen geschaffen.
Warum wurde der Fokus auf Online-Werbung gelegt?
Da das Internet das primäre Medium der Zielgruppe (Schüler zwischen 14 und 17 Jahren) ist, wurde der Schwerpunkt darauf gelegt, um die größte Relevanz für den Alltag der Medienscouts zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Cybermobbing, Werbung, Cloud. Hilfe gibt’s vom Medienscout!, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/341356