Diese Arbeit untersucht die intertextuellen Verweise, mit deren Hilfe Fontane Alonso Gießhübler zu einer der spannendensten Figuren in "Effi Briest" macht. Demzufolge beinhaltet diese Arbeti eine sehr ausführliche Figurenbeschreibung und Einblicke in die vertakte wie geniale Arbeit Fontanes.
Dieser Vortrag versucht ein vollständiges Bild der oft als guter Geist und Helfer abgetanen, eigentlich jedoch entscheidenden Schicksalsfigur und ihrer Wirkungsweise anhand chronologischer Stellenarbeit zu erstellen. Hierbei finden sich immer wieder intertextuelle Spielweisen, auf die besonders hingewiesen wird. Mit dieser Vorgehensweise soll der Leseeindruck nachempfunden werden. Dies erlaubt, alle Indizien Stück für Stück zu sammeln und die Entwicklung der Figur festzuhalten.
Inhaltsverzeichnis
Präambel zur Intertextualität
Zur Figur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Nebenfigur Alonzo Gieshübler in Theodor Fontanes Roman "Effi Briest" unter besonderer Berücksichtigung intertextueller Bezüge. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Gieshübler weit mehr als ein bloßer "guter Geist" ist; vielmehr fungiert er als eine entscheidende Schicksalsfigur, deren Charakterisierung maßgeblich durch literarische Anspielungen und symbolträchtige Namensgebung geprägt ist.
- Theoretische Fundierung des Begriffs der Intertextualität (nach Kristeva und Genette).
- Analyse der Figur Alonzo Gieshübler im Kontext von Fontanes Erzählweise.
- Untersuchung der intertextuellen Verweise auf das Schauspiel "Preciosa" von Pius Alexander Wolff.
- Deutung der Symbolik von Gieshüblers Geschenken und seinem Einfluss auf Effi Briests Lebenssituation.
- Etymologische und literarhistorische Herleitung der Namensbedeutung und deren schicksalhafte Vorbedeutung.
Auszug aus dem Buch
Zur Figur
Die erste Erwähnung Gieshüblers befindet sich im sechsten Kapitel. Er hat der frisch verheirateten, aus den Flitterwochen nun in die neue Heimat kommende Ehefrau seines Freundes, dem Landrat Geert von Instetten, zur Begrüßung einen Strauß Blumen mit Karte geschickt. Hierauf reagiert Instetten mit:
'Ah, Gieshübler, Alonzo Gieshübler', sagte Instetten und reichte lachend und in beinahe ausgelassener Laune die Karte mit dem etwas fremdartig klingenden Vornamen zu Effi hinüber. 'Gieshübler, von dem hab ich dir zu erzählen vergessen – beiläufig, er führt auch den Doktortitel, hat's aber nicht gern, wenn man ihn dabei nennt, das ärgere, so meint er, die richtigen Doktors bloß, und darin wird er wohl recht haben. Nun, ich denke, du wirst ihn kennen lernen und zwar bald; er ist unsere beste Nummer hier, Schöngeist und Original und vor allem Seele von Mensch, was doch immer die Hauptsache bleibt […]'. (55)
Dieser Abschnitt ist bereits eine umfassende Einführung, in das Konzept 'Gieshübler'. Instetten fühlt sich wie alle anderen wohl in Gieshüblers Gegenwart, reflektiert „lachend“ und „ausgelassen“ über ihn. Zudem wird bereits hier auf die Relevanz des Vornamens angespielt.
Zusammenfassung der Kapitel
Präambel zur Intertextualität: Dieses Kapitel erläutert die literaturtheoretischen Grundlagen der Intertextualität, insbesondere die Ansätze von Julia Kristeva und Gérard Genette, und führt in die spezifische Fragestellung der Arbeit ein.
Zur Figur: Hier erfolgt eine detaillierte, chronologische Analyse der Figur Alonzo Gieshübler im Roman, wobei seine Interaktionen mit Effi Briest, seine Rolle als "gute Vorsehung" sowie die etymologische Bedeutung seines Namens im Kontext des Romangeschehens untersucht werden.
Schlüsselwörter
Effi Briest, Theodor Fontane, Intertextualität, Alonzo Gieshübler, Preciosa, Schicksalsfigur, Literaturwissenschaft, Narratologie, Poststrukturalismus, Symbolik, Namensanalyse, Romananalyse, Germanistik, 19. Jahrhundert, Literarische Bezüge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die intertextuellen Dimensionen und die erzählerische Funktion der Nebenfigur Alonzo Gieshübler in Theodor Fontanes "Effi Briest".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die literarische Intertextualität, die Figurenanalyse, der Einfluss von literarischen Vorbildern auf Fontanes Werk und die symbolische Deutung von Namen und Geschenken.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, Gieshüblers Rolle jenseits der bloßen Funktion als helfender Freund aufzuzeigen und seine Bedeutung als eine vom Schicksal bestimmte Figur herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine chronologische Stellenarbeit zur Figur und verknüpft diese mit literaturwissenschaftlichen Analysen intertextueller Bezüge unter Heranziehung von Sekundärliteratur und etymologischen Quellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der ersten Begegnungen, der Bedeutung der "Preciosa"-Referenzen sowie der psychologischen Wirkung Gieshüblers auf die Protagonistin Effi Briest.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intertextualität, Fontane, Gieshübler, Preciosa, Schicksalsfigur, Symbolik und Namensbedeutung.
Welche Rolle spielt das Schauspiel "Preciosa" für die Figur Gieshübler?
Das Schauspiel dient als wesentlicher intertextueller Bezugspunkt, durch den Gieshüblers Eigenschaften und seine unerfüllten Wünsche metaphorisch gespiegelt und charakterisiert werden.
Wie wird Gieshübler im Kontext von Fontanes eigenem Leben interpretiert?
Die Autorin deutet Gieshübler teilweise als kryptischen Selbstverweis Fontanes, insbesondere hinsichtlich seines Hintergrundes als Apotheker und der tragenden Rolle bei der Entwicklung der Erzählung.
Warum wird der Name Gieshübler im Schlussteil etymologisch betrachtet?
Die etymologische Analyse soll zeigen, dass der Name eine "kleine Vorsehung" in sich trägt, die den tragischen Verlauf der Ereignisse im Roman auf sprachlicher Ebene bereits antizipiert.
Inwiefern beeinflusst Gieshübler die Affäre zwischen Effi und Crampas?
Die Arbeit zeigt auf, dass Gieshübler durch seine Rolle als Vermittler und Vorbereiter (z.B. bei der Weihnachtsfeier) ungewollt als Auslöser für die Affäre zwischen Effi und Crampas fungiert.
- Arbeit zitieren
- Anna Schenck (Autor:in), 2014, Die intertextuellen Dimensionen der Figur Alonso Gieshüblers in Theodor Fontanes "Effi Briest", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/340926